Das ist auch mein Kenntnisstand - zumindest was neue Verträge angeht nehmen die sich nix. Der einzige Unterschied, den es manchmal gibt, ist, dass manch privater Vermieter faul ist in Bezug auf Mieterhöhungen, was Bestandsmietern mitunter sehr günstige Mietverhältnisse nach langer Zeit einbringt. Das ist für einzelne Personen vielleicht praktisch, aber a) volkswirtschaftlich gar nicht so vorteilhaft (weil es zu der Verknöcherung des Marktes führt die wir aktuell in Metropolen sehen, wo niemand seine alte, oft viel zu große Wohnung aufgibt, weil neue Verträge so viel teurer werden, und so die Flexibilität, die man mit dem Mieten eigentlich erreichen will, ad absurdum geführt wird) und b) geht es in der Regel einher mit Faulheit auch in Bezug auf Instandhaltung und Modernisierung der Wohnung.
Btw: sehr löblich dass du deinem Gefühl zunächst nachrecherchiert hast!
Meines Wissens sind Luxussanierungen gerade eher ein Phänomen kleinerer Vermieter, weniger von großen börsennotierten Unternehmen.
Der Zweck dieser Sanierung ist ja, den Mieter aus der Bude zu jagen, um die dann teuer (und leer) verkaufen zu können. Gewerbliche Vermieter verdienen aber nicht am Handel mit Immobilien, sondern an der Vermietung großer Zahlen von Wohnungen. Einzelne Buden rauspicken, sich aufwendig um eine möglichst opulente Sanierung zu kümmern, diese durchzuführen, sich mit dem Mieter rumzustreiten bis der geht und dann das einzelne Objekt möglichst teuer zu verhökern ist individueller Kleinkram, für den haben große Konzerne gar keine Prozesse. Kleinvermieter mit maximal einer Hand voll Einheiten hingegen haben ne Menge Zeit, sich mit sowas zu beschäftigen, und arbeiten sowieso nicht mit Prozessen, weil sie weniger professionell aufgestellt sind.
Ich würde mich allerdings durch Statistiken o.ä. durchaus vom Gegenteil überzeugen lassen, hab jedoch leider überhaupt nix in der Richtung gefunden.
Das stimmt so auch nicht, das Wirtschaftlichkeitsgebot muss schon beachtet werden. Also so ganz schamlos kann sich auch ein Subunternehmen, das dem Vermieter gehört, nicht bedienen. Und die Möglichkeit, dass private Vermieter bevorzugt irgendwelche Bekannte beauftragen, von denen sie dann großzügigerweise einen dicken Rabatt auf die Gartenarbeit an ihren Häusern bekommen, besteht halt auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass das auffliegt, dürfte niedriger sein als bei einem Konzern mit tausenden Einheiten.
Dagegen kann ich ausnahmsweise nix sagen. Außer dass wir beim Punkt „Mietkosten“ ja eigentlich schon festgestellt haben, dass die sich nicht viel geben. Und wie viel der Vermieter am Ende des Tages verdient kann mir als Mieter ja egal sein, so lange die Miete akzeptabel bepreist ist.
Das liegt in der Hand der Aktionäre. Wie gesagt: jeder kann auch mit wenig Geld ein Stück vom (Vermieter-)Kuchen abbekommen. Das betrachte ich als einen systemischen Vorteil börsennotierter Konzerne. Ob das dann ins Ausland fließt oder an deutsche Anleger ist mir ehrlich gesagt egal. Deutsche Anleger kaufen ja im Gegenzug auch Aktien ausländischer Immobilienkonzerne und bekommen so Gewinne durch Vermietung in den USA, Großbritannien, … was insgesamt den Diversifikationsgrad der Einkommensbasis erhöht und daher volkswirtschaftlich eher ein Pluspunkt ist.