Dann bitte auch nicht mehr behaupten, RWE macht sich für regenerative Energien stark. Da sie im Oktober für den Kohletageabbau acht Windräder abgerissen haben, dürfte das Thema für alle Zeiten durch sein.
Olaf.K
74
Für diejenigen die so vor gehen macht es keinen Unterschied…
Die Frage nach der Glaubwürdigkeit beinhaltet aber auch Lernfähigkeit, etwas was du für dich reklamierst für die beiden von der LG hedoch nicht berücksichtigen willst.
koebes
75
Als ich von dem Fall las, dass Klimaaktivisten nicht zum Prozess erscheinen konnten, weil sie zum Urlaub nach Fernost geflogen sind, bin ich vor Ungläubigkeit fast vom Stuhl gefallen. Das ist für mich dermaßen unbegreiflich…
Oder essen militante Veganer an Samstagen auch mal Mettbrötchen?
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TilRq
76
Können wir jetzt bitte alle wieder zum Thema zurück kommen, anstatt sich über einen durch interessierte Medien gepuschten, in der öffentlichen Wirkung verheerenden, in der faktischen Wirkung irrelevanten Einzelfall in die Haare zu kriegen. Die Diskussion war bis dahin so angenehm, jetzt zieht wieder eine Aggression hier ein, die viele (bald auch mich, und ich weiß, das geht auch anderen so) abschreckt.
Twitterisierung des LdN-Forums …
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Mike
77
Um das Thema wieder aufzugreifen:
Ich finde durchaus Formate wie vom Kollegen Lesch oder teils öffentlich-rechtlichen Wissenschaftsendungen da ganz hilfreich.
Komplexe Themen werden da eher unaufgeregt, plastisch und anhand von Beispielen erklärt. Das ist auch für nicht so wissenschaftstheoretisch affine Menschen gut verständlich.
Warum nutzt man solche Formate nicht mehr, um politische Ziele zu erläutern? Fühlt sich die Politik dann zu nahbar?
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pitus
78
Du hast recht, die aktuelle Diskussion (Glaubhaftigkeit von Klimaschutzforderungen) geht eigentlich am Thema vorbei. Dennoch ist es unabhängig von dem besprochenen Einzelfall ein extrem wichtiges. Denn es ist für das Individuum viel leichter den unbequemen Weg zu gehen, wenn man sicher ist, dass das Umfeld das ebenfalls tut.
Das macht es ja so schwer Mehrheiten für Maßnahmen des intensiven, aber unbequemen Klimaschutzes zu organisieren. Da kommt dann auf nationaler Ebene schnell das Argument „Wir sind doch nur verantwortlich für 2%. Ohne China und die USA wird das eh nichts.“ oder „Klar kann ich auf Fleisch oder Urlaub verzichten, aber wenn ich der einzige bin bringt das eh nichts.“. Von den Diskussionen über E-Autos ganz zu schweigen, wo doch der Nachbar sich erst den Verbrenner-SUV gekauft hat.
Wir sind in Deutschland (gefühlt) eher skeptisch bis pessimistisch, ob sich unsere Mitmenschen sozial angemessen verhalten werden. Ich erinnere hier auch an die Diskussionen zum bedingungslosen Grundeinkommen, bei dem die Masse überzeugt ist weiter zu arbeiten, aber vom Nachbarn mehrheitlich denkt, er lege sich mit dem Geld auf die faule Haut.
Ich denke daher, eine solche Diskussion hier im Forum kann (wenn sie unvoreingenommen geführt wird) das gemeinsame Verständnis erweitern. Wie schafft man es, dass Mitmenschen an ihre Selbstwirksamkeit glauben und nicht vermuten, dass die hart ersparten Savings vom Nachbarn oder Mitforisten konsumiert werden? Wie schafft man es Glaubwürdigkeit zu erhalten und trotzdem nicht asketisch zu leben? Die Alternative kann nur heißen feste Regeln per Gesetz zu definieren, aber darunter leidet dann die Motivation (extrinsische
vs. intrinsisch). Daher halte ich von einem strengen Regelkatalog, wie ihn manche fordern, eher wenig. Unflexibel Gesetze sollten immer die letzte Option sein.
Lohnt sich hierzu vielleicht eine Diskussion in einem separaten Thread? Die Voraussetzung muss aber sein, dass persönliche Angriffe der Foristen von vornherein unterbleiben sollten. Jede Meinung des gegenübers ist genauso viel wert wie die eigene und hat das recht wertfrei auf Pro- und Kontra abgeklopft zu werden.
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Olaf.K
80
Ich fürchte gar nicht.
Denn man sieht es ja bereits, dass jemandem die Glaubwürdigkeit für sein Anliegen abgesprochen wird, sobald er nicht selbst nach Punkt und Komma vorlebt.
Bei der Klimabewegung gilt das dann noch verstärkter, da sie einzig als Verzichtsbewegung geframt wird.
Demzufolge stürzt man sich auf jeden Einzelfall wo man irgendwie reindeuten kann, dass das ja kein Verzicht wäre, ergo der Aktivist/ die Bewegung ist nicht glaubwürdig.
Auch hier fürchte ich gar nicht.
Denke aber auch, man kann ohne zumindest anfangen.
Z.B. indem man nicht mehr auf den Verzicht hinweist, sondern auf die Vorteile der Alternative.
So ist z.B. hier in Schweden eine vegetarische Ernährung billiger hinzubekommen als eine Fleischbasierte, weswegen hier auch „Flexitarier“ an Zulauf gewinnen.
(Einzige Ausnahme beim Preis ist die Falukorv)
Allerdings sollte man die Leute halt eben nicht gleich verurteilen, wenn sie dann doch zu Weihnachten wieder den traditionellen Julskinka auf den Tisch stellen.
Ich denke wenn man die Erzählung eher in Richtung der Vorteile für die klimafreundliche Alternative schiebt und weniger in den Verzicht, ist die Frage nach der Selbstwirksamkeit zweitrangig.
Oder auch: wenn der Urlaub in der Heimat billiger ist und man ihn sich daher vielleicht 2x leisten kann wird der Nachbar mit seiner teuren Flugreise vielleicht dann doch neidisch.
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Wie wäre es, diesen „Streit“ jetzt mal abzuschließen und positive, konstruktive Vorschläge und Ideen zu entwickeln 
Olaf.K
82
Hab ich doch.
Ich habe auch extra versucht nicht in Fortsetzung des „Streits“ zu schreiben, sondern einfach nur die Mechanik hinter der Ablehnung beschrieben.
Daher ja auch mein Vorschlag zur Änderung der Erzählung weg von Verzicht und Fokus auf die Selbswirksamkeit.
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Und da bin ich dann absolut dabei, dass sind Rahmenbedingungen die durch die Politik beeinflussbar sind und von dieser beeinflusst werden müssen.
Weder verurteilen, noch es verbieten. Das ist doch gerade der Punkt, dass man (fast) alles weiter machen kann, nur halt in einem verträglicheren Maße. Quasi das „Weight Watchers“ des Klimaschutz 
Ganz ehrlich, ich kann an diesem Verhalten nichts verwerfliches finden.
Warum sollte man wie ein Asket leben, wenn der Rest um einen herum die Welt herunterwirtschaftet.
Es geht den Aktivisten ja auch nicht darum, dass jeder Autofahrer noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Es geht ihnen darum dass die Politik endlich Rahmenbedingungen setzt, die uns auf den richtigen Pfad führen. Die Moralkeule steht keinem von uns gut zu Gesicht.
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Ohne alles seitdem 1.8. gelesen zu haben:
Das Problem habe ich in meinem Post oben beschrieben. Der Bürger hat keine Zeit und oft auch nicht das Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Ich erwähnte schon die Alleinerziehende Mutter.
Wissenschaft ist aber komplex und das herleiten von Lösungen auch kompliziert. Die Diskussionen, sogar in den Medien, spiegelt nur die Oberfläche der Erkenntnisse wieder und vielen ist das schon zu viel.
Darum bin ich der festen Überzeugung, dass die Wissenschaft und die Politik klare einfache Botschaften (Lösungen) vermitteln müssen. Die Medien müssen diese zwar hintergefragen, aber auch die Alternativen aufzeigen. Das wird grade von Springer, Focus, Welt, RTL gar nicht mehr gemacht. Da sitzen Reitz, Robin Alexander uvm im Presseclub, bei Lanz oder Will und sagen immer was nicht geht und wie schlimm diese Politik ist. Die genannten Beiden wurden mehrmals dabei nach ihren Lösungsvorschlägen gefragt und die Antworten immer, dafür sind wir nicht zuständig.
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Helmut
86
Wie gesagt, das sehe ich anders. Wissenschaftler, Journalisten und Politiker haben unterschiedliche Funktionen in der Gesellschaft.
Wisschenschaftler sollten die Dinge erforschen und möglichst genau beschreiben, Journalisten sollten aus den Informationen die relevanten auswählen und über diese zielgruppengerecht und möglichst unverfälscht und überparteilich berichten.
Mit jedem Wissenschaftler und jedem Journalisten, der sich vor einen politischen Karren spannen lässt und Informationen verfälscht darstellt, verlieren diese Professionen an Glaubwürdigkeit. Und das macht das Lösen von Problemen der Gesellschaft schwerer. Vielleicht werden die Verfälschungen nicht immer und sofort erkannt, aber oft doch irgendwann.
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LeoWom
87
Dann passiert halt so Quatsch den z.B. Annika Joeres in der Wochendämmerung rausgehauen hat. Die hat allen ernstes gemeint, bei Niedrigwasser im Rhein müssten doch das Trinkwasser Vorrang vor einer Kühlwasserentnahme haben. Weil das eine ja mit dem anderen im unmittelbaren Zusammenhang steht.
Prost für alle die Rheinwasser trinken (ja ok Uferfiltrat, aber das wurde eben nicht angesprochen)
So in der Qualität ging das weiter. Dafür hat die Journalistin monatelang recherchiert.
Was ich damit sagen will ist, dass der Wissenschaftler den Journalisten schon erklären muss was von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen für den Alltag und Otto Normalverbraucher relevant ist. Dem zu sagen hier, lies 800 Seiten IPCC Bericht ist halt Schmonzens.
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https://www.youtube.com/live/_ev2Ki5-2Uo?feature=share
1:07 h. – vielleicht ein Startpunkt, um die Milliarden zu erklären.
von diesem Kanal habe ich mir in den letzten Wochen die ersten paar Folgen (allerdings als Audio-Podcast) reingezogen und kann sie empfehlen.
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