Auf die Gefahr hin, als Klugscheißer zu gelten – der folgende Nebenaspekt ändert nichts daran, wie wichtig die Diskussion über (pornografische) Deepfakes und deren Verhinderung ist.
Im Zusammenhang mit dem Skandal um Ulmen möchte ich aber darauf hinweisen: Fernandes wirft Ulmen vor, über Fake‑Profile in ihrem Namen pornografische Inhalte verbreitet zu haben, in denen Frauen zu sehen seien, die ihr sehr ähnlich sehen bzw. als sie wahrgenommen werden. Sie engagiert sich - m.W. unabhängig von den mutmaßlichen Taten von Ulmen - seit Jahren gegen pornografische Deepfakes als Phänomen (u.a. in einer ZDF‑Doku) und spricht dabei von „virtueller Vergewaltigung“.
Ob es sich im Skandal um Ulmen technisch tatsächlich um KI‑Deepfakes handelt, ist meines Wissens bislang ungeklärt. Ulmens Anwalt bestreitet ausdrücklich, dass Ulmen jemals Deepfakes erstellt oder verbreitet habe, und erklärt zudem – bislang unwidersprochen –, ein solcher konkreter Deepfake‑Vorwurf werde rechtlich derzeit gar nicht gegen ihn erhoben. M.W. ist Letzteres bislang unwidersprochen.
Ist mir da etwas entgangen?
Die Ausweitung der Berichterstattung auf angebliche pornografische Deepfakes macht die mutmaßlichen Taten Ulmens natürlich keinen Deut besser. Mein Beitrag soll die wichtige Diskussion über Deepfakes nicht relativieren. Ich würde aber gerne verstehen, auf welcher Basis auch seriöse Medien – in diesem Fall sogar die LdN – im Zusammenhang mit dem Ulmen‑Fall von „pornografischen Deepfakes“ sprechen. Warum es auch seriöse Medien hier offenbar wieder an Sorgfalt fehlen lassen. Solche Ungenauigkeiten schaden letztlich der Glaubwürdigkeit der Medien – und auch der von Frau Fernandes, die das so, soweit ich sehe, nie explizit behauptet hat.