Wie kann ich unsere Regierung im Punkt Coronamaßnahme noch für voll nehmen?

Ihr habt in der letzten Folge angesprochen, dass viele Menschen Coronamüde sind. Das bin ich auch, aber primär habe ich ein ganz anderes Problem: Ich kann das was unsere Regierung an Maßnahmen macht nicht mehr nachvollziehen.

Situation war zum Zeitpunkt als die Maßnahmen beschlossen wurden kritisch. Die Zahlen sind über Weihnachten zwar etwas runter gegangen, aber es wurde nur halb so viel getestet. Wie sich private Besuche im Vergleich zum nicht zur Arbeit gehen auswirken ist unbekannt. Von den 50 pro 100.000 sind wir weit entfernt und es war auch nicht anzunehmen, dass wir ernsthaft auf dem Weg dahin waren. Dazu kommt noch die Mutation aus England, die potentiell deutlich ansteckender ist.

In dieser Situation beschließt unsere Regierung, dass die bestehenden Maßnahmen weiter gelten:

  1. Die bestehenden Maßnahmen bleiben. Nicht toll, aber noch nachvollziehbar.
  2. Kontaktbegrenzung: Statt 2 Personen (Kinder zählen nicht), nur noch 1 Person aus einem fremden Haushalt, auch Kinder unter 14 Jahren zählen dazu.
  3. Strengere Maßnahmen ab einer Inzidenz von 200 pro 100.000.

Mit diesen (verkürzt wiedergegebenen) Beschlüssen habe ich ernsthafte Probleme. Denn aus meiner Sicht sind diese in keinster Weise geeignet, um die Inzidenz in Richtung 50 zu bringen. Die bestehenden Maßnahmen reichen nicht, die strengeren Maßnahmen ab 200 bringen uns auf 200, aber nicht darunter und strengere Kontaktbegrenzungen alleine ist nicht ausreichend.

Das heißt also die Beschlüsse sind einersteits so locker, dass es weiterhin die aktuellen Todeszahlen geben wird und zwar bis 1 Monat nach einem strengeren Beschluss. Und das müssen unsere Politiker wissen, daher drängt sich der Eindruck auf, dass unsere Regierung diese Toten bewußt in Kauf nimmt.

Jetzt zu der Kontaktbeschränkungen nur 1 fremde Person pro Haushalt. Diese ist einmal etwas paradox, da der Sohn Vater und Mutter besuchen darf, aber Vater und Mutter ihren Sohn nicht. Sie kann zu kontraproduktivem Verhalten führen, z. B. wenn ein Pärchen sich aufteilt statt gemeinsam Besuche zu unternehmen. Am schlimmsten trifft es jedoch Kleinkinder. Diese werden voll mitgezählt und da sie nur mit einem Elternteil Besuche unternehmen können, ist dies faktisch ein vollständiges Kontaktverbot für Kleinkinder untereinander. Kurzfristig geht das, aber darüber reden wir ja nicht. Die Maßnahmen bleiben ein paar Monate bestehen. Aus dem ersten Lockdown weiß ich, dass das nicht gut ist. Elternteile von Kleinkindern müssen also abwägen, ob sie sich an die Coronamaßnahmen halten und negative Konsequenzen auf das geistige Wohlbefinden meines Kindes/Familie in kauf nehme. Oder ob Sie sich mit anderen Familie zusammenschließen zum Wohle der Familie und dabei die Coronamaßnahmen brechen.

Fazit: Die aktuellen Maßnahmen sind so lockern, dass sie die Toten nicht verhindern, sind aber gleichzeit für bestimmte Gruppen so streng, dass sie sozial isoliert werden und dadurch in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden.

Ich weiß nicht, wie Ihr das seht, aber wie soll man das als Bundesbürger ernst nehmen? Vor allem bei den Bereichen, die komplett unreguliert sind. Großraumbüros, ÖPNV und auch in der Notbetreuung im Kitas sind 15 Kinder zusammen. Privat darf aber nur 1 Person? Wir brauchen strengere Maßnahmen. Dringend. Aber was soll denn bitte dieser Beschluss? Was soll ich als Bürger davon halten?

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Die Mehrheit in meinem Freundeskreis geht es genauso!

Grundsätzlich sind alle für notwendige Maßnahmen. Aber das was im einzelnen beschlossen wird sorgt nur noch für Kopfschütteln.

Bsp.

Warum Maskenpflicht auf Supermarktparkplätzen, während die Mitarbeiter immer noch oben ohne an der Kasse sitzen und die meisten Kunden schlachtsitzende Alltagsmasken - statt ffp2 - tragen?

Lüften ist in der Praxis offenbar auch immer noch kein Thema, obwohl schon lange vorgeschrieben.

Eine Freundin im öffentlichen Dienst in MVP kann und will im Homeoffice arbeiten, aber ihr Chef erlaubt es nicht. Der Chef hält sich auch nicht an Abstand und Maskenpflicht. Ihr würde eine grundsätzliche Homeofficepflicht helfen.