Im Hinblick auf den kommenden Bundestagswahlkampf habe ich mich gefragt, ob es Untersuchungen darüber gibt, welche Akteure primär die Themen für Wahlkämpfe festlegen. Sind es ausschließlich die (lauten) Parteien? Welche Rolle spielen die Medien? Oder sind doch die Wählerinnen alles selbst Schuld? Was können „normale“ Bürgerinnen tun, um ein breiteres Themenspektrum zu fördern?

Vielleicht ist es auch ganz offensichtlich und ich habe gerade ein Brett vorm Kopf. Ich weiß, dass Formate wie die LdN schon dazubeitragen ein breites Spektrum zu unterstützen, aber leider hören nunmal nicht alle Wähler*innen die LdN. Vielleicht gibt es ja noch Andere die einen deep-dive in Statistiken und Forschungen zu vergangenen Wahlkämpfen spannend finden. Und vielleicht lassen sich ja sogar vergangene Fehler vermeiden und die 125. Lanz Sendung zu Migration in der Schublade.

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Ich habe das so verstanden: Das hängt vom Thema, von der Partei und von den Medien ab.

Die Partei, der die höchste Kompetenz bei einem Thema zugebilligt wird (egal, ob zurecht oder nicht), hat die größte Chance, das Thema zu setzen.

Und es kommt auf die PR-Power und damit auch auf die Mann-Stärke einer Partei an, wie stark sie ein Thema setzen kann. Die FDP oder die Grünen können ihre Themen sicherlich nicht so stark setzen wie z.B. die Union.

Dann kommt es aber noch darauf an, in welche Art von Medien. Die AfD hat geringe Chancen, ein Thema in den „Mainstream-Medien“ zu setzen, dafür eine größere Chance, es in den sozialen Medien zu setzen - weil sie diese einfach besser beherrschen (Medienkompetenz).

Medien wiederum stehen oft einer Partei näher (FAZ der Union, Süddeutsche eher sozial-liberal => rot-grün, Handelsblatt eher FDP oder Union?) und replizieren deren Themen. Je nach Auflage kann das mehr oder weniger Auswirkung auf das Themen-Setzen haben.

Und dann ist es noch eine Frage der „Lautstärke“. Je provokativer bzw. populistischer, desto weiter werden Äußerungen durch Medien getragen. Diesbezüglich sind AfD, die Union und die FDP überlegen, weil sich auch deren Führungskarder nicht scheuen, hemmungslos zu simplifizieren oder totalen Unsinn zu reden.

Beispiel Migration: Wenn die Union nicht aus gutem Grund drauf verzichtet, hat die Union gute Chance, dieses Thema in den „Mainstream-Medien“ zu setzen, während die AfD ganz sicher dieses Thema in den sozialen Medien setzen wird.

Beispiel Wirtschaft: Die Union (und auch die FDP) hat sicherlich sehr viel bessere Chancen, Wirtschaft als Thema zu setzen.

Beispiel Klima: Die Union oder die FDP hat sicherlich weniger eine Chance, dieses Thema zu setzen als die Grünen. Diese haben aber einfach nicht so viele Leute in den Medien, dass dieses Thema ganz nach oben gepusht werden könnte.

Also Mitglied einer Partei kannst du dich im Normalfall zumindest am Wahlprogramm beteiligen

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