Zukunftsvision - Bildung … zum HeranMeinen
Harmonisierung im Vergleich zu Zentralisierung
Oftmals wird Harmonisierung irrtümlicherweise mit Zentralisierung verwechselt. Zentralisierung bezeichnet primär das Zusammenführen von Dingen an einem Ort oder innerhalb einer Organisation. Harmonisierung hingegen bezieht sich auf die Abstimmung von Inhalten, wie die Anpassung von Prozessen, die Koordination von Schnittstellen und Zuständigkeiten. Hierfür ist keine Zentralisierung erforderlich, wie es häufig angenommen oder unterstellt wird.
Ein Satz von Kennedy sollte uns auf dem Weg zu einer pragmatischen Lösung helfen »Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.« Und das können wir uns wirklich nicht leisten …
Der Bund (Schritt 1) – Strategie und organisatorischer Rahmen
Der Bund ist verantwortlich für die Entwicklung einer Bildungsstrategie, die die zukünftigen Bildungsanforderungen definiert und klare übergeordnete Ziele setzt. Solange eine umfassende Finanzreform zur Verbesserung der Bildungsfinanzierung aussteht, wird der Bund zusätzliche Mittel für Bildung bereitstellen.
Es ist wichtig, dass Lehrkräfte problemlos zwischen Bundesländern wechseln können, während Schüler und Eltern akzeptieren müssen, dass Schulwechsel eine Eingewöhnungsphase erfordern, unabhängig von regionalen Unterschieden. Die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems bleibt ein vorrangiges Ziel, das durch eine Reduzierung und Vereinheitlichung der Schulformen unterstützt werden könnte.
Die Vergleichbarkeit von Noten erweist sich als unrealistisch und führt zu zahlreichen Problemen sowohl im Vorfeld als auch im Nachhinein. Der Abiturdurchschnitt steigt, während die Leistung, wie beispielsweise in der Pisa-Studie gemessen, abnimmt. Die Angst vor rechtlichen Konsequenzen führt zu wohlwollender Notenvergabe im Voraus. Eine Fächerwahl zur Notenoptimierung steht im Widerspruch zu individuellen Neigungen und zukünftigen Bildungs- oder Berufsperspektiven. Noten sollten lediglich als Indikatoren dienen und relativ zur jeweiligen Schule und Bundesland interpretiert werden. Der Numerus Clausus ist als Auswahlkriterium ungeeignet und sollte durch geeignetere Verfahren ersetzt werden, die nicht nur auf Schulnoten basieren.
Schulen und Gemeinden (Schritt 2) – Planung, Steuerung und Durchführung des Schulbetriebs und des Unterrichts
Schulen und Gemeinden benötigen mehr Autonomie, um den Unterricht unter Berücksichtigung finanzieller, sozialer, kultureller und regionaler Gegebenheiten eigenverantwortlich zu gestalten. Dies umfasst auch die Auswahl des Personals, bestehend aus Lehrkräften, Sozialarbeitern, Verwaltungskräften und anderem pädagogischen Personal. Schulen und Gemeinden sind auf die Unterstützung der Länder inhaltlich und organisatorisch angewiesen. Die Gemeinden sind für äußere Schulangelegenheiten wie den Bau und Betrieb der Schulgebäude zuständig, während sie nur das Personal finanzieren, das für die Gebäudewartung benötigt wird.
Länder (Schritt3 ) – Planung, Steuerung und inhaltlicher Rahmen
Die Länder fungieren als Bindeglied für inhaltliche und organisatorische Belange und sind für alle inneren Schulangelegenheiten verantwortlich. Sie übernehmen die übergreifende Personalplanung für Lehrkräfte, Sozialarbeiter, Verwaltungskräfte und weiteres pädagogisches Personal. In Zusammenarbeit mit den Schulen und gegebenenfalls anderen Ländern entwickeln sie Lehrpläne. Zudem dienen sie als „Shared-Service Center“ für eine flexible Personalbereitstellung und übernehmen Verwaltungsaufgaben, die von kleinen Schulen nicht effizient bewältigt werden können.
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