Da bin ich völlig bei dir.
Man kann hier zunächst mal festhalten, unabhängig davon wie viel Einfluß die Gaskraftwerksbetreiber auf den Strompreis haben, dass das gesamte Strommarktdesign ins. die Einheitspreis-Regelung in der aktuellen Situation für alle Stromproduzenten äußerst lukrativ ist.
Falls du hier den Spotmarkt-Preis meinst, der gilt ja immer für bestimmte Stundes des Tages, hier mal der Link zur Grafik der vergangenen KW 41:
energy-charts.info, Börsenpreis, day-ahead, KW41
Daher hast du einerseits recht, es gab am 16.10. einen Preis von nur ca. 12 € pro MWh aber auch Preise von fast 500 € / MWh. Das heißt also abhängig von der Tageszeit ist das Verkaufen von „Gasstrom“ auf dem Spotmarkt absolut sinnvoll und zwar nicht zu unrentablen Preisen.
Doch, in der aktuellen Ausbausituation der Erneuerbaren Energien können sie genau das.
Und damit sind wir wieder bei dem Argument von @Swandive:
Die Stromkonzerne haben, mal ganz allgemein gesagt, durch das Marktdesign keinen finanziellen Anreiz, soviel erneuerbare Energien zu bauen, das auch nur reine Gaskraftwerke dauerhaft aus dem Markt gedrängt werden. Die KWK-Gaskraftwerke sind da nochmal ein anderer Fall.
Was glaubst du denn, warum die Politik das versemmelt hat? Wer glaubt denn bitte ernsthaft, dass das jahrelange Versagen und Verhindern der CDU in Sachen EE_Ausbau einfach deren eigene Böswilligkeit war, nachdem das Ganze Anfang der 2010er Jahre ja sogar ganz gut in Gange kam?
Natürlich haben da die großen Energiekonzerne gegen „lobbyiert“ und das ausgebremst. Wer das ernsthaft leugnet, was ich hier niemandem unterstellen will, der hat grundlegende Mechanismen unseres Wirtschaftssystemes nicht verstanden.
Und hier mal ein weiteres Indiz dafür, wie weit diese Branche zu gehen breit ist: