Naja, es gibt ja schon viele Zonen, in denen auch aus Gefahrenabwehrgründen keine Kfz erlaubt sind. Mittlerweile werden ja bei Stadtfesten sogar regelmäßig LKW-Sperren angebracht, um Angriffe mittels Kfz zu verhindern.

Dazu kommt, dass ein Verbot von Waffen und gefährlichen Gegenständen das primäre Ziel hat, spontane Eskalationen zu verhindern. Da kann man gut Parallelen zum Strafrecht ziehen, bei gewissen Straftaten (z.B. Raub) ist alleine das mit-sich-führen von Waffen bereits eine deutliche Strafverschärfung, auch wenn diese nicht eingesetzt wurden. Der Grund ist, dass beim Mitführen von Waffen immer die große Gefahr besteht, dass ein Konfliktfall (z.B. weil das Raubopfer sich wehrt) eskaliert und „die Waffen gezogen“ werden.

Diese Gefahr wird beim Kfz mit Recht nicht gesehen. Klar, es gibt auch Fälle, in denen sich zwei Personen streiten, dann eine in’s Auto steigt und die andere überfährt. Aber sowas ist schon die arge Ausnahme. Dass hingegen ein kleiner, dummer Streit eskaliert und plötzlich einer ein Messer zieht und zusticht ist leider etwas, das relativ regelmäßig passiert (Zahl der Messerangriffe laut PKS 2022: 8.160)

Also im Rahmen von bewussten Straftaten dürfte die Zahl der Kfz-Angriffe deutlich niedriger als die Zahl der Messerangriffe liegen. Wenn man natürlich Fahrlässigkeitstaten (dh. Unfälle) berücksichtigt ist klar, dass das Unfallpotential beim Kfz um ein vielfaches höher liegt als beim Messer („Messerunfälle mit Fremdschädigung“ passieren dann doch eher selten…).

Anyways, das zentrale Argument für ein schärferes Waffenrecht und das Verbannen von Waffen aus dem öffentlichen Raum bleibt die Eskalationsgefahr, und die ist beim Kfz nur sehr begrenzt gegeben.

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„Insgesamt kontrollierten die Beamten 960 Menschen und stellten 35 Verstöße fest. So wurden 15 Messer, eine Softair-Waffe sowie andere Gegenstände wie Pfeffersprays, Teleskop-Schlagstöcke, ein Brecheisen und Nagelscheren sichergestellt“ … " Insgesamt waren 130 Beamte im Einsatz, die das temporäre Waffenverbot am Freitag- und Samstagabend von 19 Uhr bis 3 Uhr morgens kontrollierten."

Was ist denn das für eine Quote? Zwei Nächte á 8 Stunden * 130 Beamte = 2080 Einsatzstunden
=> 0,46 kontrollierte Menschen je Einsatzstunde
=> 0,017 festgestellte Verstöße je Einsatzstunde

Für eine derartige Verschwendung öffentlicher Mittel müssten meiner Meinung nach Menschen ihren Posten räumen. Ich hoffe, die Betroffenen wehren sich im Nachgang gegen diese Maßnahmen.

Das Blöde beim Kfz ist, dass die Verletzungen für gewöhnlich psychologischer Natur sind deshalb in keiner Polizeistatistik mit entsprechenden Zahlen auftauchen.

Moin,

Ich arbeite als Polizist im Streifendienst in einer Landeshauptstadt in Norddeutschland. Vielleicht ist es ja für den ein oder anderen interessant, mal die „Gegen“-Perspektive zu hören.

Eine durchaus wichtige Frage, wie es denn überhaupt zu dieser Diskussion kommt. Das liegt an der Tatsache, dass die Anzahl von Delikten, in denen ein Messer genutzt wird erheblich gestiegen ist. Sei es für Raubtaten, Bedrohungen oder gef. Körperverletzungen. Dieser Anstieg ist, zumindest nach meinem Gefühl, nach dem Auslaufen der Coronapandemie festzustellen.
Insbesondere bei bei körperlichen Auseinandersetzubgen ist es leider schon mehrfach bei körperlichen Auseinandersetzungen zu lebensbedrohlichen Verletzungen gekommen.

Zum Thema Waffenverbotszonen bin ich zweigeteilter Meinung. In unserem Bereich wurden Anfang des Jahres zwei eingeführt, die auch jeweils mehr oder minder ein Partyviertel abdecken. Die Krux an der Sache ist natürlich, dass die erstmal jemand kontrollieren muss. Denn sind wir mal ehrlich. Wer Mist mit einem Messer oder einem anderen gefährlichen Gegenstand vor hat, der lässt sich auch nicht von einer Waffenverbotzone beirren. Gibt auch genug, die den 42a WaffG, der ja schon jetzt im öffentlichen Raum das mitführen einiger Messer und Waffen unter Strafe stellt, ignoriert.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass bei allen Verboten, sei es das WaffG oder eine Stadtverordnung, die ich zumindest bisher gelesen habe immer eine Ausnahmeklausel gab, die das Mitführen bei berechtigtem Interesse erlauben. Ich weiß, das Grundvertrauen mancher hier im Forum gegenüber meiner Zunft ist nicht sonderlich groß, aber jemanden, der beruflich ein Messer nutzen muss, der wird sich wohl kaum Sorgen machen müssen…

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Dazu sind zwei Korrekturen anzumerken:
Ersten heißt, dass insgesamt 130 Beamte im Einsatz waren, nicht, dass zu jeder Zeit 130 Beamte im Einsatz gewesen seien. So groß ist der Hamburger Hauptbahnhof auch kaum, dass man da 130 Beamte dauerhaft sinnvoll einsetzen könnte ^^

Deine Berechnung müsste man also schon massiv nach unten korrigieren.

Als zweiter Punkt ist anzuführen, dass Bundespolizisten nicht nach Stunden bezahlt werden. Klar, durch den Einsatz wird auch die eine oder andere Überstunde angefallen sein, aber grundsätzlich kritisiere ich aus genau diesem Argument auch immer überhöhte Einsatzkosten-Rechnungen, bei denen so getan würde, als handle es sich bei den gesamten Einsatzkosten um variable Kosten, obwohl es ganz schwerpunktmäßig Fixkosten sind, die ohnehin anfallen würden (nur, dass die Beamten die Stunden halt nicht zum „Üben“ oder in „Bereitschaft“ verbringen, sondern aktiv im Einsatz…)

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Wer in der Absicht der Begehung einer Straftat das Haus verlässt, wird sich sicherlich von einer Waffenverbotszone nicht abschrecken lassen. Aber entspricht es nicht auch deiner Diensterfahrung, dass durch das Mitführen von Waffen ein Eskalationspotential besteht? Daher: Aus einem kleinen Streit, der andernfalls maximal eine Schlägerei geworden wäre, wird plötzlich eine Messerstecherei, weil die Waffe eben „am Mann“ war und im Eifer des Gefechts dann gezogen wurde.

Das ist ebenfalls eine wichtige Anmerkung, wobei das Gegenargument natürlich weiterhin bleiben wird, dass es dem Kaukasier deutlich leichter ist, dieses berechtigte Interesse bei einer Kontrolle (wenn diese überhaupt stattfindet…) glaubhaft zu machen als dem Südländer (der ohne Zweifel auch öfter kontrolliert werden wird).

Ich bin daher auch weiter zwiegespalten, ob der Vorteil solcher Waffenverbotszonen den Nachteil ausgleichen kann. Vermutlich kommt es wirklich auf die praktische Umsetzung an, und wie man die bewertet, hängt natürlich tatsächlich davon ab, wie groß das allgemeine Vertrauen gegenüber der Polizei ist, derartige Regeln fair umzusetzen.

Bei aller Liebe: welchen guten Grund gibt es denn, in der Stadt ein Messer griffbereit mit sich zu führen???

Mal ehrlich: ein Messer ist eine tödliche Waffe, die schnell zum Einsatz kommen kann, wenn sie griffbereit ist. Ich finde es gut, das Führen tödlicher Waffen stark zu beschränken.
Ich denke, es ist schon etwas anderes, wenn ein Messer im Rucksack von a nach b transportiert wird.

Wenn manche Personen aufgrund von Stereotypen oder Rassismus häufiger kontrolliert werden, ist das das Problem, nicht das Verbot, mit tödlichen Waffen herumzurennen.

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Es gibt verschiedene Gewerke die ein Messer nun mal griffbereit in das Tasche haben, da sie bei der Arbeit darauf zugreifen müssen. Auch jedes Mutitool (Letherman oder Taschenmesser) was der ein oder andere am Gürtel hat enthält ein Messer.

Ich finde es allgemein nicht gut wenn gesetzte gewaltige Spielräume hergeben. Das öffnet wie du auch feststellst Tür und Tor für Willkür.

Sorry aber eine MP5 ist aufgrund des längeren Laufes viel genauer als eine Pistole. Wieso soll eine genauere Waffe die Gefahr erhöhen Unbeteiligte zu treffen? Das Gegenteil ist der Fall. … achso nur weil sie auch vollautomatisch schießen kann heißt das nicht das man das auch machen muss. In der Regel werden auch mit der MP5 nur „Einzelschüsse“ abgegeben.

Also auf „Partymeilen“ Kann ich das ja noch nachvolziehen, aber im ÖPNV? Da müste man dann die Waffendefinition nochmal deutlich anpassen:

„So wurden 15 Messer, eine Softair-Waffe sowie andere Gegenstände wie Pfeffersprays, Teleskop-Schlagstöcke, ein Brecheisen und Nagelscheren sichergestellt“

Selbst Nagelscheren wären dann verboten … Gut man kann das im ÖPNV auf gefährliche Waffen die Griffbereit einschränken. Es ist handwekern durchaus zuzumuten lange Messer nicht mehr „griffbereit“ zu haben, sondern sie einzupacken. Aber man sollte beachten: Theoretisch ist ein Teppichmesser als Einhandmesser eine gefährliche Waffe. Auch wenn da wohl schon vor Gericht anders entschieden Wurde.

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Absolut. Wobei ich finde das eine schließt das andere nicht aus. Wenn ich einen solch gefährlichen Gegenstand mitnehme, dann auch weil ich zumindest der Meinung bin (die in meinen Augen wenig sinnhaft ist) dass ich mich verteidigen muss, oder sie auch durchaus einsetzen will.

Weiterer Punkt den man in dem Zusammenhang zu der Ursprungsfrage über ein Verbot von Messern und anderen gefährlichen Gegenständen wäre die Frage der Umsetzbarkeit. Schon jetzt sind Waffenverbotszonen nur mit einem enormen Personalaufwand zu kontrollieren (siehe Kontrolle der Bundespolizei am Hamburger Hbf).
Aber auch rein rechtlich wäre es schon schwer zu bewerkstelligen. Wenn ich ein solches Verbot tatsächlich effektiv gestalten will, muss ich der Polizei die Ermächtigung geben jedermann überall zu kontrollieren und zu durchsuchen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand der politischen Entscheidungsträger möchte.

Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, wieso es immer mehr zu einer Bewaffnung in der Bevölkerung kommt. Insbesondere Jugendliche treffen wir immer häufiger mit Messern, Schlagstöcken oder sogar Schreckschusspistolen an. Den Gründen für diese Entwicklung auf den Grund zu gehen ist natürlich langwieriger& schwieriger. Das wäre aus meiner Sicht aber ein Ansatz, der eher zu einer Veränderung führt. Das lässt sich aber natürlich medial nicht so gut verkaufen wie ein rundum Waffenverbot.

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Absolut richtig. Es fehlt an der Analyse und Ursachenbekämpfung. Gerade bei den Jugendlichen oder auch schon bei den Kindern. Probleme werden schon in den Schulen sichtbar und am Ende muss die Polizei dann die Eskalation managen. Es braucht so viel mehr Sozialarbeiter:innen, Erzieher:innen, Lehrer*innen. Gespart wird an den falschen Stellen.

Ich persönlich bin extrem dankbar für die Arbeit der Polizei. Mit der kleinen Einschränkung (als Kritik an der Politik und nicht an der Polizei), dass ich es fatal und falsch finde, dass es z.B. in NRW keine Kennzeichnungspflicht, also keine Identifikationsmöglichkeit einzelner Polizisten gibt. So gibt es überhaupt keine Möglichkeit, gegen die wenigen „schwarzen Schafe“ unter den Polizisten und Polizistinnen vorzugehen.
Unter diesen negativen Einzelfällen leidet dann völlig ungerechtfertigt die Reputation der Polizei.

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Nachdem die Anzahl der Kontakte sich wieder normalisiert hat, ist auch die Anzahl der Straftaten wieder gestiegen? Das finde ich jetzt nicht besonders verwunderlich, ehrlich gesagt.

Es gibt jedenfalls seriöse Quellen, die bestreiten, dass es so einen dramatischen Anstieg gibt, wenn man die Coronazeit mal heraus lässt, z.B.

Viel von diesem „gefühlten“ Anstieg hat meiner Ansicht nach viel mit einer verklärten Sicht auf die gute, alte Zeit zu tun. Ich kann mich dagegen eher „gefühlt“ daran erinnern, auch in meiner Jugend Butterfly-Messer und Schreckschusspistolen im Umfeld gesehen zu haben, beides damals ja noch nicht einmal verboten bzw. zugangsbeschränkt wie heute. Und ich war definitiv nicht auf einer Brennpunktschule.

Die sogenannten „Polizeigewerkschaften“ in Verbindung mit der Boulevardpresse haben aber natürlich ein Interesse daran, die Entwicklung überzudramatisieren, und zeigen da auch wenig Hemmungen die Zahlen entsprechend zu interpretieren.

Das kann ich bestätigen. Auf meinem kleinstädtischen Gymnasium wurde in den späten 80ern/frühen 90ern gerne auf dem Schulhof mit Butterfly-Messern rumgewedelt.
Ein Mitschüler hatte Wurfsterne und ein Numchaku zu Hause.
Und das waren alles normale Familien …

[quote=„otzenpunk, post:20, topic:19776, full:true“]

Nachdem die Anzahl der Kontakte sich wieder normalisiert hat, ist auch die Anzahl der Straftaten wieder gestiegen? Das finde ich jetzt nicht besonders verwunderlich, ehrlich gesagt.

[quote]

Das ist tatsächlich nicht verwunderlich, sondern absolut erwartbar. Wobei ich sogar finde, dass die klassischen Diskoauseinandersetzungen noch lange nicht auf dem gleichen Level sind… Mir ging es vielmehr darum, dass nach meinem (subjektiven) Empfinden die Intensität der Delikte zugenommen hat. Ich maße mir nicht an, für die ganze Republik zu sprechen, und kann nur aus meinem Erleben der letzten 12 Jahre in der Stadt, in der ich lebe und arbeite, berichten.
Und da muss ich tatsächlich sagen, dass die Einsatzbereischaft in Bezug auf Waffen und gefährlich Gegenstände nach der Pandemie in meinem Einsatzgebiet zugenommen hat.
Natürlich haben vorher Jugendliche und junge Erwachsene allerlei Zeug auch schon mitgeführt. Es wurde aber nicht so oft eingesetzt. Statistisch kann ich das nicht belegen, es handelt sich also wie gesagt um eine subjektive Wahrnehmung.

Das mag naiv klingen, aber vllt. wollen Menschen mit einer mitgeführten Nagelschere sich die Nägel schneiden? Vllt. wollen Menschen mit einem Messer in der Tasche auch nur ihren Kohlrabi schälen, Fallobst aufschneiden, etwas schnitzen? Vllt. wollen Menschen mit einem Feuerzeug einen mobilen Kocher entzünden und führen dazu auch noch Brennstoff mit? Vllt. will ein Mensch mit einem Kugelschreiber auch nur schreiben? Vllt. will ein Mensch mit einem spitzen Bleistift auch nur zeichnen?

Einmal die Augen von dem möglichen Einsatz als Waffe verschlossen, lassen sich mit sehr vielen gefährlichen Gegenständen viele sinnvolle Dinge tun. Erst der Einsatz macht den Gegenstand zu einer Waffe. Wer staatliches Gewaltmonopol innehat und das verkennt, ist in meinen Augen der Gefährder und provoziert selbst den Einsatz beliebiger Gegenstände als Waffe.

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Kann ich nur bestätigen, als Student hatte ich regelmäßig ein Opinel in der Hosentasche, weil ich häufiger in anderen WGs gekocht habe und ich auf jeden Fall immer ein scharfes Messer zum Schneiden von Gemüse dabei haben wollte. Ich habe da nie an den Einsatz als Waffe auch nur ansatzweise gedacht.

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Das halte ich für arg übertrieben, dass das so weit ausgedehnt wird.
Messerverbote (Waffen) gibt’s ja nun schon eine Weile , so mit Klingenlänge und so.

Trotzdem hat mich die Polizei oder Security in meiner Zeit bei der Berliner U-Bahn nie für mein offen getragenes Arbeitsmesser (schwedische Ausführung Morakniv) angesprochen.

Ich bin auch nie von einem Busfahrer angesprochen worden, wenn ich früh um 5 mein Feierabendbier im Nachtbus geköpft habe, während anderen deutlich alkoholisierten Personen die Mitfährt verweigert wurde, respektive sie ihr alkoholisches Getränk zurück lassen mussten.

Dazu wird es in keinem Fall kommen, muss es aber auch nicht.

Das Mitführen von Drogen oder „richtigen Waffen“ ist ja auch jetzt schon verboten, ohne, dass die Polizei das Recht hätte, jedermann jederzeit zu durchsuchen. Für eine Durchsuchung wird es weiterhin - wie aktuell auch - einen hinreichend konkreten Tatverdacht brauchen, der weiterhin, wie aktuell auch, in bestimmten Situationen im Hinblick auf die konkrete Gefahrenabwehr aufgeweicht wird (was durchaus kritisch zu betrachten ist).

Das Problem ist daher auch weiterhin nicht, dass man der Polizei mehr Befugnisse geben müsste, sondern dass die vorhandenen Befugnisse an verhältnismäßig offene Rechtsbegriffe (z.B. den Tatverdacht und die Gefährdungslage) gebunden sind, die in der Praxis leider zwar nachvollziehbar, aber dennoch problematisch, oft mit „augenscheinlichen Merkmalen in Verbindung mit dem Erfahrungsschatz“ ausgefüllt werden (kurzum: bei einer Gruppe junger dunkelhäutiger Menschen wird weit schneller ein Tatverdacht oder eine Gefährdungslage konstruiert als bei einer Gruppe alter, weißer Männer). Wie gesagt, das ist (auch statistisch) nachvollziehbar, kreiert aber die Situation, dass der unbescholtene dunkelhäutige Mensch sich ständig einem latenten Verdacht ausgesetzt und im Rahmen der Kriminologie „etikettiert“ wird, was vielfältige, für die Gesellschaft zu höchst problematische Konsequenzen hat.

Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass die primären Ziele der Waffenverbotszonen sind:

  1. Durch das weitgehende Verbot problematischen Personengruppen „Ausweichmöglichkeiten“ zu verwehren (dh. es werden Messer mit gerade noch erlaubter Klingenlänge verwendet usw.)
  2. Der Polizei im Zweifel Eingriffsmöglichkeiten zu geben, wenn sie problematisches Klientel aus anderen Gründen durchsucht und nichts findet, aber dabei gefährliche Gegenstände feststellt, bei denen sie von einer fragwürdigen Nutzungsabsicht ausgeht (der Klassiker: potentielle Drogendealer werden durchsucht, aber keine Drogen gefunden, dafür aber Gegenstände, deren Mitführen sich nur durch den Zweck, sie als Waffe einzusetzen, erklären lassen)

Wie gesagt bin ich mir nicht sicher, ob die Vorteile die Nachteile überwiegen und tendiere eher zu „nein“, daher „im Zweifel Freiheit vor Sicherheit“, aber es ist definitiv eher eine Grauzone.

Vergiss bei Deiner Aufzählung der gefährlichen Gegenstände bitte nicht die Klobürste, Hamburg hat damit ja dank der Gefahrengebiete von 2014 schon einschlägige Erfahrungen. :grinning:
Wer sich nicht mehr erinnern kann, Wikipedia hat einen Artikel dazu.

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stimmt. das war ja auch schon unter Olaf.