Der Austausch von Fenstern aus den 80ern lohnt sich meistens schon wegen der daraus resultierenden geringeren Heizkosten (eine Pflicht gibt es aber auch nach GEG nicht). Fenster halten bei richtiger Wartung und Pflege grundsätzlich sehr lange, das stimmt, aber ein Hausherr, der „nichts investieren“ will, der wird diese Wartung und Pflege wohl eher vernachlässigen – und die Fenster sind dann eben schon nach 30 statt 40 Jahren undicht.
Zur Dämmung schreibt das GEG nur vor, dass die oberste Geschossdecke bzw. das Dach gedämmt werden muss. Das amortisiert sich in der Regel schon nach ein paar Jahren, lohnt sich also selbst für Eigentümer kurz vor der Rente.
Besonders wer in der Rente günstig leben möchte, sollte die üblichen Dämmungen (Fassade, Dach, neue Fenster) und den Austausch einer alten Heizung eigentlich unbedingt angehen, auch wenn die wenigsten Dinge hier vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Alle dies Maßnahmen amortisieren sich bei älteren Häusern nach zwischen 5 und 15 Jahren über die niedrigeren Heizkosten. Als Bonus steigern sie den Gebäudewert.
Nochmal: Ein Haus ist ein Investitionsgut. Wenn man da 20.000 Euro in eine neue Heizungsanlage steckt, dann ist das Geld nicht einfach „weg“, sondern es steigert den Wert des Gebäudes (zumindest teilweise) und verringert die Kosten des Betriebs (wenn die neue Heizung sparsamer ist als die alte). Wer umgekehrt nichts investieren will, sollte sich nicht wundern dass das Haus immer weniger wert wird.
Andersherum ist und bleibt es Blödsinn zu erwarten, dass man nach dem Bau (oder Erwerb) nie wieder ernsthaft Geld in ein Haus investieren muss. Und wer in den 80ern ein Haus gebaut hat, sollte sich glaube ich nicht zu laut über die aktuellen Preise beschweren. Inflationsbereinigt sind die Baukosten für ein Haus (und seine Komponenten) heute nur um 15% höher und wie gesagt bringen viele Komponenten heute eine erheblich höhere Energieeffizienz und damit Einsparungen im Betrieb.
Hinzu kommt die „Kleinigkeit“ der Finanzierung. Die Zinsen für Hyptohekenkredite waren bis in die 1990er hinein bei 8+ %, die Finanzierung von Baumaßnahmen war unterm Strich also in vielen Fällen teurer als heute.
Ich bin da bei @Hzz : Wer seine Vermögensplanung auf der Annahme aufgebaut hat, komplett „Kostenfrei“ über Jahrzehnte in der eigenen Immobilie zu leben und diese dann noch irgendwann für den Neuwert zu verkaufen, der ist selbst schuld und das sollte man auch so deutlich sagen. Solche Situationen sollte man nicht dadurch „retten“, dass wir das Klima durch niedrigere Anforderungen an Gebäude ruinieren, sondern das muss in extremen Fällen über das Renten- und Sozialsystem abgefedert werden.