Wären die Aufgaben privatisiert, würden sie ja gemacht werden?! Wenn ich es richtig verstanden hab, geht es um Aufgaben, die aktuell liegen bleiben.

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Wenn man es tatsächlich als offenes Angebot gestaltet, aus dem die Bürgergeldempfänger entsprechen ihrer Fähigkeiten und Neigungen wählen dürfen, dann könnte die Akzeptanz hoch sein.

Bei einer („Zwangs-„) Zuweisung stumpf nach Bedarf wäre wohl eher mit ablehnender Haltung zu rechnen

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Ich habe nirgends, wirklich nirgends davon gesprochen, dass solche Stellen in privaten Firmen geschaffen werden sollen. Damit wäre auch alles was ich als gesellschaftlichen Nutzen beschrieben habe ja hinfällig! Denn dann hätte man eben nicht für wenig Mehrkosten mehr Leistung sondern müsste die privaten Firmen voll bezahlen.

Deshalb schrieb ich ja von kommunalen Stellen.

Und bei uns sind es mehrheitlich kommunale Betriebe die Aufgaben wie ich sie ins Spiel gebracht habe durchführen. Kenne meine private Firma die Schulwegbegleitung durchführt.

Davon rede ich absolut nicht. Stellen auf die man sich bewerben kann wäre mein Gedanke. Optimalerweise begleitet vom Jobcenter. Wer also z.B. Radwege freischneidet, die aktuell nur 1 mal im Jahr und damit zu wenig gepflegt werden, könnte z.B. vorwiegend entweder perspektivisch voll bei der Kommune angestellt werden wenn eine Stelle frei wird oder in Richtung Gartenbau und Gartenpflege vermittelt werden.
Einzig kurz vor oder während der Rente (Aufstocker) wäre es vielleicht einfach nur ein Weg zur Erhöhung des Einkommens ohne weitere Perspektive.

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Ideal wäre noch, wenn es Tätigkeiten gibt für Menschen die aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht körperlich groß arbeiten können.
Aber solche Tätigkeiten finden sich meist nur in Lohnarbeit, also selten als AddOn.

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Mal naiv gefragt: Existieren diese Strukturen nicht schon in Form von Freiwilligen Sozialen Jahren (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD)?
Was wäre noch der Unterschied?

Ein FSJ geht ja einen bestimmten Zeitraum und braucht mehrere Monate Vorlauf in der Planung.

Ein schneller Ausstieg um in reguläre Beschäftigung zu kommen wäre auch unpraktikabel. Zudem sind die Tätigkeiten die erlaubt sind sehr limitiert.

Wenn es also darum geht Leute schnell in eine Tätigkeit als Sprungbrett zu bekommen und hoffentlich da auch schnell in reguläre Beschäftigung weiterzuvermitteln wäre ein FSJ komplett ungeeignet.

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Fragt sich, ob es nicht praktischer wäre, dann diese bestehenden Möglichkeiten etwas zu reformieren bzw. den Zugang zu vereinfachen.
Ich denke eine gewisse Mindestzeit ist schon nötig: Wenn ich als Verein jemanden beschäftigte, nehmen wir mal das Beispiel des Platzwartes auf, so brauchen ja auch einfache Hilfstätigkeiten eine Einarbeitungszeit. Am Anfang muss ich dann noch dabei sein und für Fragen bereitstehen. Das möchte ich eigentlich nicht machen, wenn ich damit rechnen muss, dass die Person nach 6 Wochen wieder weg ist.
Das Investment muss sich ja von beiden Seiten lohnen, sonst ist es eine reine Beschäftigungstherapie.

Ich meinte da eher kommunale Tätigkeiten. Ehrenamtliche Tätigkeit ist ja heute mit Ehrenamtspauschale schon möglich. Nur sind die Freibeträge recht niedrig. Gerade wenn dann die Tätigkeit gemessen an der Stundenzahl wenig einbringt wäre es ärgerlich wenn das dann angerechnet wird.

Bei kommunalen Hilfsarbeiten mit einfacher Einarbeitung wäre das aber anders. Und da könnte ein Schulabgänger der keine Ausbildung findet auch im November anfangen.
Das wäre bei einem FSJ ja nicht möglich.

Zudem müsste man im Falle eines FSJ wahrscheinlich aufstocken und es wäre zwingend Vollzeit.

Ehrenamtliche Tätigkeit macht man ja nicht des Geldes wegen, auch wenn bei jedem Ehrenamtstag auf die Frage, wie kann man Ehrenamt attraktiver gestalten als erstes „Steuerliche Vorteile“ vorgeschlagen wird.
Jobs, die vergütet werden sollen, sind immer Jobs, die so unattraktiv sind, dass ihnen kein angemessener Wert gegeben wird.
Wo da die Attraktivität herkommen soll, den für 1€ die Stunde freiwillig zu machen ohne sich dabei ausgenutzt vor zu kommen?
Alle diese Vorschläge zielen vor allem darauf ab, die Wähler zu erreichen, die auf genau diese Leute herabblicken.
Was bleibt, ist, dass sich Unterpriviligierte von den demokratischen Parteien weiterhin nicht wahrgenommen fühlen und etwa gar nicht oder Protest wählen. Was bleibt, ist, dass das Ehrenamt vor allem von der High-Society bespielt wird und der Bürgergeldempfänger und Asylant ziellos und perspektivlos in den Tag hineinlebt.
Die Herangehensweise ist von Grund auf falsch.
Frage müsste sein: wie kann ich diese Leute erreichen und sie motivieren, am öffentlichen Leben teilzunehmen und auf diese Weise sie wieder an ein geregeltes Leben heranführen?
Im beruflichen Kontext gibt es die Form des Praktikums, die leider aufgrund schwarzer Schafe auf Arbeitgeberseite nun stark reglementiert wurden und unbezahlte Praktika fast nicht mehr möglich sind.
Sie sind immer noch der beste Einstieg in das geregelte Berufsleben.
Und wegen Schülerlotsen: hast du das im Jobcenter oder der Ausländerbehörde mal vorgeschlagen, dass sie sich umhören sollen?
Ich kann mir vorstellen, dass das auch Leute ohne Geld dafür zu bekommen machen. Die Schule könnte im Gegenzug dann ein Frühstück spendieren und zum Sommerfest einladen.

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Und hier finde ich es durchaus einen positiven Baustein Tätigkeiten auch durch die Ehrenamtspauschale für Bürgergeldempfänger attraktiv zu machen.

Durch solche Tätigkeiten findet man ja meist auch Anschluss in enstsprechenden Organisationen und über Kontakte auch leichter Jobs.

Wir haben Flüchtlinge in Teilzeit eingestellt, weil wir keine Vollzeit bieten konnten. Für einige war das ein Sprungbrett woanders einen Job zu bekommen. Sie sagten mit der Teilzeit bei uns und dem Wunsch nach mehr wurden sie ernster genommen als zuvor, als sie sich direkt auf Vollzeit beworben haben.

Ich weiß, dass das wohl in Teilen Bayerns vergütet wird. Trotzdem sind die Zahlen Rückläufig. Ob das dran liegt, dass nicht überall vergütet wird oder ob viele das schlicht nicht wissen weiß ich nicht.

Edit:
Nur damit das nicht in Vergessenheit gerät. Mir geht es nicht unbedingt um Langzeitarbeitslose und ich erwarte von mehr solchen Optionen bzw. mehr Werbung für bestehende Optionen auch keine Wunder.

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Ist wohl auch eine Frage der gesellschaftlichen Bewertung.

In unserer leistungsorientierten Gesellschaft zählt im Grunde ja nur wer effektiv und unmittelbar einen Ertrag erwirtschaftet.
Wer nicht „arbeitet“, also vom Bürgergeldempfänger bis zur Mutter in Elternzeit zuhause, von dem wird schon erwartet das er/sie schnell wieder leistet, also Geld verdient.
Wer staatliche Leistungen bezieht, hat erstmal Rechtfertigungsdruck

Das würde ich mittlerweile zum Teil in Frage stellen. Es gibt neben den Menschen die sich wirklich im Arbeit bemühen oder aus gewichtigen Grpnden schwer in den Arbeitsmarkt kommen auch - ein Beispiel aus meinem Umfeld - die gut ausgebildete Kollegin, der - aus welchem Grund auch immer - gekündigt wurde. Sie weiß sie bekommt jetzt ca 9 Monate gutes Geld auf ihr Konto und wird die Zeit auch ausnutzen. Klar macht sie sich hier und da mal Gedanken über ihre Zukunft, ist aber grade extrem froh über ihre freie Zeit und das Geld was jeden Monat auf ihrem Konto ankommt. Das ist eben genau der Punkt: es gibt neben denen, die wirklich einen Job wollen und suchen auch die, die gerne auf Kosten des anonymen Staates leben. Gibt es mit diesem System dann Dankbarkeit dafür, dass sie unterstützt wird? Nein, denn das Geld kommt ja vom Staat, nicht vom Nachbarn der dafür Steuern zahlt. So zumindest der Eindruck. Nochmal: warum ist in unserer Gesellschaft das Bild „Ich bekomme Geld ohne Gegenleistung“ so selbstverständlich geworden?

Ich denke wir haben hier beide Aspekte.

Einerseits Menschen, die staatliche Leistungen ohne schlechtes Gewissen in Anspruch nehmen.
Was man bei einem Arbeitnehmer, der 30 Jahre lang gearbeitet hat und zum Beispiel in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat und der arbeitslos wird, vielleicht noch übergangsweise akzeptiert, erzeugt bei jemanden der offen sagt er hat keine Lust zu arbeiten sicher andere Emotionen bei Aussenstehenden

Andererseits gibt’s die Frage an die Mutter in Elternzeit „aber du gehst ja nach dem Jahr zuhause wieder arbeiten?“ bis hin zu Menschen, die ggf multiple Vermittlungshemmnisse haben, aber arbeiten wollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, aber der Arbeitsmarkt bietet da keine Tätigkeiten, für die ein Arbeitgeber bereit ist Geld zu zahlen.
Stelle ich in meiner täglichen Arbeit mit behinderten Menschen durchaus mal fest.

Soll heißen, die Bandbreite an Lebenssituationen und Motivationen ist so breit gefächert, das es auch hier keine „allgemeingültige“ Lösung gibt.

Natürlich kann und sollte man Ideen ruhig ausprobieren. Mit Druck sollte man zumindest behutsam und sehr gezielt umgehen.
Motivation ist aus Erfahrung nachhaltiger.:wink:

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