mifr
21
Das ist genau das Problem, sowas hebelt im Zweifelsfall den Mindestlohn aus. Gering qualifizierte freuen sich ggf., wenn sie für den Mindestlohn „die Straße kehren“ können. Diese Jobs fallen dann wenig, wenn 1€ Jobber sowas wieder übernehmen.
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pbf85
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Deshalb schrieb ich ja, dass enge Grenzen gesetzt werden müssten. Also Tätigkeiten, die aktuell weder durch kommunale Angestellte noch durch externe Partner abgedeckt sind. Dort wo ich wohne wäre z.B. das Freischneiden von Radwegen etwas, was seit ich dort wohne so vernachlässigt wird, dass jede Form das zu verbessern einen gesellschaftlichen Mehrwert hätte, wenn man nachweisen kann, dass diese Arbeit zusätzlich zu dem bisherigen Pensum gemacht wird.
Wir kommen aber natürlich dann auch wieder zu dem Problem, dass Langzeitarbeitslosigkeit oft einen Grund hat. Wahrscheinlich wären solche Jobs also eher ein Einstieg für Geflüchtete oder Jugendliche ohne Abschluss als eine sinnvolle Alternative für Langzeitarbeitslose. Aber immerhin auch schon etwas.
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Ja, grundsätzlich kann man das überdenken.
Dann aber kompromisslos.
Zum Beispiel kann man, wenn man zahlungsunfähig ist, Insolvenz anmelden und nach einer Stillhaltephase sind alle Schulden erlassen. Einfach so.
Die Römer hatten da das System der Leibeigenschaft.
Das ist wesentlich fairer.
Dann gibt es auch keine Diskussionen mehr, ob die Rentenversicherung Unternehmen in die Insolvenz führt.
Sie werden einfach übernommen und die Gewinne stehen der Rentenkasse zur Verfügung.
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Twig
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Das ist genau das, worauf ich abgezielt habe. Danke für die Ausformulierung.
Um nochmal auf das Argument Zwangsarbeit zu sprechen zu kommen: sicherlich wird es aufgrund unserer gesellschaftlichen Prägung Menschen geben, die es unfair finden, dass sie der Gemeinde etwas zurück geben sollen dafür, dass ihnen während der Zeit der Arbeitslosigkeit finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Einfach, weil es bisher nicht so war. Tritt man mal aber einen Schritt zurück ist es doch alles andere als absurd. Wo bekommt man denn in unserer Gesellschaft sonst noch etwas geschenkt? Es kommt meiner Meinung nach auf zwei Dinge an:
- das „wie“. Vielleicht sollte der Arbeitslose/Flüchtling in gewissem Rahmen selbst entscheiden können, welche seiner Talente er einbringen möchte. Jeder macht doch irgendwie etwas einigermaßen gerne, was einen Mehrwert bringt für alle. Wird diesen Menschen dann auch Respekt und Dankbarkeit von der Gesellschaft entgegen gebracht, haben beide gewonnen.
- ein gesellschaftliches Umdenken. Es sollte nicht mehr nurnoch ums „Ich“ gehen, und möglichst den Gewinn für uns selbst maximieren, sondern wir sollten alle ein neues „wir“ Gefühl entwickeln. Die Zeit heute ist nicht rosig, aber das war sie auch häufiger nach dem 2. WK schon nicht (man denke an die Kuba Krise, …). Aber damals hatte man das Gefühl, dass wir als Deutschland etwas reissen können. Das wir als Land stark sind. Und dass es auf jeden ankommt. Heute denken wir doch zu oft „solange es mir gut geht, …“.
pbf85
25
Wobei ich hier auch gegen Zwang wäre. Wer nicht in der Lage ist einen Job zu bekommen, der ist in der Regel auch nicht in der Lage einen solchen Job zu bewältigen.
Interessant dürfte das in Fällen sein wo es darum geht sich erstmals zu beweisen um seine Jobchancen zu erhöhen oder in Fällen wo es darum geht Leute wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, z.B. nach langer Krankheit, Haft etc.
In den anderen Fällen müssen erstmal grundlegende Probleme gelöst werden und die löst man nicht mit einem Arbeitszwang.
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Mike
26
Über wen reden wir hier eigentlich genau? Also welche Gruppen von Menschen im Detail?
pbf85
28
Ich für meinen Teil beziehe mich auf die generelle Möglichkeit ein Angebot zu schaffen mit dem Bürgergeldempfänger durch Arbeit im gemeinnützigen Zusammenhang ihr Einkommen aufzustocken.
Ich bin mir aber bewusst, dass man damit wohl kaum die klassischen Langzeitarbeitslosen erreichen wird.
Ich sähe daher so ein Angebot (ohne Zwang) eher als eine Maßnahme schwierigere Fälle frühzeitig in einen strukturierten Alltag zu bringen und somit einen Einstieg zu regulärer Beschäftigung schaffen.
Mike
29
Das ist in der Regel eine sehr heterogene Gruppe mit einer enormen Bandbreite an gesundheitlichen Aspekten und motivationalen Motiven.
Nach welchen Kriterien trifft man da eine Auswahl? Oder macht ein Angebot?
Wer kontrolliert das es keinen Missbrauch gibt, von welcher Seite auch immer?
Schon komplex
pbf85
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Ich weiß nicht welche Gruppe du überhaupt meinst. Ich meine wie gesagt eben nicht unbedingt Langzeitarbeitslose, sondern andere Bürgergeldempfänger, z.B. Schulabgänger ohne Abschluss, Geflüchtete, Leute die nach überwundenen Problemen wieder in Arbeit kommen wollen, sich aber aufgrund des Lebenslaufs schwer tun.
Ich würde da gar keine Auswahl treffen. Wenn es ein solches Angebot gibt, kann es jeder Bürgergeldempfänger nutzen. Wenn es mehr Bewerber auf solche Stellen gibt, dann müsste man überlegen ob man nach sozialen Kriterien oder nach Fähigkeiten besetzt oder eine Mischung aus verschiedenen Kriterien.
Was meinst du mit Missbrauch?
Da lassen sich ja durchaus Regeln schaffen. Die Ausgestaltung kommt natürlich drauf an auf was man hinaus will.
Mike
31
Es gibt halt verschiedene Gründe, warum jemand im Bürgergeldbezug ist. Um nur eine Gruppe zu nennen. Auch zum Beispiel der 59jährige Arbeitslose Fabrikarbeiter mit ersten gesundheitlichen Zipperlein, den kein Arbeitgeber mehr einstellen will. Dieser könnte ein solches Angebot gemeinnütziger Arbeit auch negativ auffassen. Nur ein Beispiel.
Aber als freiwilliges Angebot ist es ja schon was anderes als ein verpflichtendes Angebot.
Mit Missbrauch meinte ich zum Beispiel den Schutz vor Ausbeutung, das erfordert auch wieder kostspielige Eessourcen der Kontrolle.
Muss man nur mitdenken, um den gesellschaftlichen Wert beziffern zu können
Ich registriere mit Genugtuung, dass mein Beitrag gemeldet wurde, da damit nur die Absurdität dieser Diskussion bestätigt wird.
@pbf85: Arbeitslose sind eine ganz andere Diskussion, die gerne in diversen Threads zum Bürgergeld weitergeführt werden kann.
Hier sollten Arbeitslose nur dazu herhalten, abzulenken, dass der Vorschlag als asylantenfeindlich gesehen werden könnte.
Und der beanstandete Begriff findet sich so ähnlich ebenfalls im Eröffnungspost:
pbf85
33
Wenn der aber wirklich so perspektivlos auf dem Arbeitsmarkt ist, dass er ins Bürgergeld rutscht, dann wäre die Option sich z.B. als Schulweghelfer zu betätigen und dafür jeden Monat etwas mehr Geld zur Verfügung zu haben doch vielleicht eine bessere Option als diese Möglichkeit nicht zu haben.
Wenn man weg von einem Zwang und hin zu einer Option mit finanziellen Anreizen geht, dann könnte das aber doch auch für Geflüchtete eine gute Sache sein, auch wenn die Intention des threads eine andere sein kann.
Mike
34
Menschen sind manchmal seltsam. Da ist Stolz oder ein bestimmtes Gerechtigkeitsgefühl auch mal höher im Kurs als Geldvorteile. 
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Ich habe verlinkt, dass das bereits möglich ist.
Ehrenamt steht hoch in Kurs und bietet viele Möglichkeiten.
Mike
36
Ich glaube es ist einfach entscheidend wie man es verkauft.
Ob es bei den Betroffenen eher als offeneres Angebot wahrgenommen wird mit sinnvoller Tätigkeit und finanziell ernsthaftem Benefit,
Oder als eher sinnfreie Zwangstätigkeit mit Almosen, weil man demjenigen keine „richtige“ Arbeit geben will.
Ich hatte vor Jahren in einem Projekt die Aufgabe, solche Tätigkeiten für „Soziale Arbeitsgelegenheiten“ finden zu dürfen.
Da gab es tatsächlich diesen 59jährigen Handwerker. Der klar sagte: „Einen vernünftigen Job mit Gehalt will man mir nicht geben, meine Erfahrungen und Qualifikationen sind nicht gefragt, aber für ein Euro mehr soll ich einen Sportplatz pflegen, dann gebt mir doch den Job als Hausmeister und Platzwart. Oder bin ichvdas nicht mehrt wert?“
Diese emotionale Ebene sollte man da nicht vergessen, spielt eine große Rolle.
Auch für die 30jährige syrische Assistenzärztin mit guten Deutschkenntnissen, die Regale einräumen sollte. Wertschätzung kann man so oder so deuten.
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pbf85
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Gibt es denn für Kommunen überhaupt eine Möglichkeit die Ehrenamtspauschale für solche Tätigkeiten auszuzahlen?
Edit:
Das geht wohl. Jedenfalls zahlen wohl in Bayern viele Kommunen Geld für Schulweghelfer aus.
Im Ort wo ich aufgewachsen bin fehlt es aber an solchen (Aussage Stadt), obwohl mir durchaus Leute einfallen die das für Geld sicher machen würden. Ich weiß aber nicht ob dort auch Aufwandsentschädigungen gezahlt werden.
pbf85
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Viele Vereine können aber eben nicht mal einen Platzwart in Vollzeit einstellen. Ich habe zwei Freunde die als Platzwart (nebenberuflich) tätig sind, einer auf Basis geringfügiger Beschäftigung nach Stunden und einer komplett ehrenamtlich ohne Entlohnung.
Und bei Kommunen ist ja das Problem, dass wenn Budgets keinen Raum für neue Stellen bieten, dann wird es auch keine geben. Egal ob die Arbeit gemacht werden müsste oder nicht.
Perspektiven solche Jobs in reguläre Stellen umstellen zu können oder bei der Einstellung wenn eine reguläre Stelle in diesem Bereich frei wird Vorrang zu haben wären da für mich eine Option.
Mike
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Völlig klar, an den Sachzwängen kann man nicht viel ändern.
Es ging mir um die emotionale Ebene. Man sollte also nicht direkt immer Dankbarkeit und Begeisterung von den Betroffenen voraussetzen, überspitzt formuliert.
Daher, wie gesagt, die Idee müsste sehr gut „verkauft“ werden.
pbf85
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Ich würde hier keine Dankbarkeit als Erwartungshaltung haben.
Ich finde eben zwei Aspekte interessant.
Regelung mit geringer Aufstockung durch Kommunen (1€-Jobs): es könnten arbeiten gemacht werden für die es weder aktuell noch in absehbarer Zeit Budgets gibt und die Vorteil für den Bürgergeldempfänger wäre mehr Geld in der Tasche zu haben und für die Gesellschaft, dass Dinge getan werden für die aktuell kein Geld da ist. Das vermehrt zu nutzen fände ich nicht falsch, solange die Freiwilligkeit gegeben ist und es sich tatsächlich um zusätzliche Arbeiten handelt und nicht darum Vollzeitkräfte oder externe Dienstleister zu ersetzen.
Beim Ehrenamt habe ich gerade gelesen, dass sich schon was getan hat. Freibeträge gelten seit knapp einem Jahr jährlich und sind nicht mehr pro Monat gedeckelt.
Da kannte ich nämlich Fälle wo das problematisch war weil Vereine das oft jährlich auszahlen und dann wurde das immer angerechnet. Da wurde wohl schon nachgebessert.
Da wir diese Aufgaben überall privatisiert haben, heisst das nichts anderes als Arbeitskräfte umsonst für private Firmen um mehr Profit zu machen. Und damit Lohndruck auf die dort Arbeitenden. Genau was wir brauchen.