Ich für meinen Teil beziehe mich auf die generelle Möglichkeit ein Angebot zu schaffen mit dem Bürgergeldempfänger durch Arbeit im gemeinnützigen Zusammenhang ihr Einkommen aufzustocken.

Ich bin mir aber bewusst, dass man damit wohl kaum die klassischen Langzeitarbeitslosen erreichen wird.

Ich sähe daher so ein Angebot (ohne Zwang) eher als eine Maßnahme schwierigere Fälle frühzeitig in einen strukturierten Alltag zu bringen und somit einen Einstieg zu regulärer Beschäftigung schaffen.

Das ist in der Regel eine sehr heterogene Gruppe mit einer enormen Bandbreite an gesundheitlichen Aspekten und motivationalen Motiven.
Nach welchen Kriterien trifft man da eine Auswahl? Oder macht ein Angebot?
Wer kontrolliert das es keinen Missbrauch gibt, von welcher Seite auch immer?
Schon komplex

Ich weiß nicht welche Gruppe du überhaupt meinst. Ich meine wie gesagt eben nicht unbedingt Langzeitarbeitslose, sondern andere Bürgergeldempfänger, z.B. Schulabgänger ohne Abschluss, Geflüchtete, Leute die nach überwundenen Problemen wieder in Arbeit kommen wollen, sich aber aufgrund des Lebenslaufs schwer tun.

Ich würde da gar keine Auswahl treffen. Wenn es ein solches Angebot gibt, kann es jeder Bürgergeldempfänger nutzen. Wenn es mehr Bewerber auf solche Stellen gibt, dann müsste man überlegen ob man nach sozialen Kriterien oder nach Fähigkeiten besetzt oder eine Mischung aus verschiedenen Kriterien.

Was meinst du mit Missbrauch?

Da lassen sich ja durchaus Regeln schaffen. Die Ausgestaltung kommt natürlich drauf an auf was man hinaus will.

Es gibt halt verschiedene Gründe, warum jemand im Bürgergeldbezug ist. Um nur eine Gruppe zu nennen. Auch zum Beispiel der 59jährige Arbeitslose Fabrikarbeiter mit ersten gesundheitlichen Zipperlein, den kein Arbeitgeber mehr einstellen will. Dieser könnte ein solches Angebot gemeinnütziger Arbeit auch negativ auffassen. Nur ein Beispiel.

Aber als freiwilliges Angebot ist es ja schon was anderes als ein verpflichtendes Angebot.

Mit Missbrauch meinte ich zum Beispiel den Schutz vor Ausbeutung, das erfordert auch wieder kostspielige Eessourcen der Kontrolle.
Muss man nur mitdenken, um den gesellschaftlichen Wert beziffern zu können

Ich registriere mit Genugtuung, dass mein Beitrag gemeldet wurde, da damit nur die Absurdität dieser Diskussion bestätigt wird.
@pbf85: Arbeitslose sind eine ganz andere Diskussion, die gerne in diversen Threads zum Bürgergeld weitergeführt werden kann.
Hier sollten Arbeitslose nur dazu herhalten, abzulenken, dass der Vorschlag als asylantenfeindlich gesehen werden könnte.

Und der beanstandete Begriff findet sich so ähnlich ebenfalls im Eröffnungspost:

Wenn der aber wirklich so perspektivlos auf dem Arbeitsmarkt ist, dass er ins Bürgergeld rutscht, dann wäre die Option sich z.B. als Schulweghelfer zu betätigen und dafür jeden Monat etwas mehr Geld zur Verfügung zu haben doch vielleicht eine bessere Option als diese Möglichkeit nicht zu haben.

Wenn man weg von einem Zwang und hin zu einer Option mit finanziellen Anreizen geht, dann könnte das aber doch auch für Geflüchtete eine gute Sache sein, auch wenn die Intention des threads eine andere sein kann.

Menschen sind manchmal seltsam. Da ist Stolz oder ein bestimmtes Gerechtigkeitsgefühl auch mal höher im Kurs als Geldvorteile. :wink:

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Ich habe verlinkt, dass das bereits möglich ist.
Ehrenamt steht hoch in Kurs und bietet viele Möglichkeiten.

Ich glaube es ist einfach entscheidend wie man es verkauft.
Ob es bei den Betroffenen eher als offeneres Angebot wahrgenommen wird mit sinnvoller Tätigkeit und finanziell ernsthaftem Benefit,

Oder als eher sinnfreie Zwangstätigkeit mit Almosen, weil man demjenigen keine „richtige“ Arbeit geben will.

Ich hatte vor Jahren in einem Projekt die Aufgabe, solche Tätigkeiten für „Soziale Arbeitsgelegenheiten“ finden zu dürfen.
Da gab es tatsächlich diesen 59jährigen Handwerker. Der klar sagte: „Einen vernünftigen Job mit Gehalt will man mir nicht geben, meine Erfahrungen und Qualifikationen sind nicht gefragt, aber für ein Euro mehr soll ich einen Sportplatz pflegen, dann gebt mir doch den Job als Hausmeister und Platzwart. Oder bin ichvdas nicht mehrt wert?“

Diese emotionale Ebene sollte man da nicht vergessen, spielt eine große Rolle.
Auch für die 30jährige syrische Assistenzärztin mit guten Deutschkenntnissen, die Regale einräumen sollte. Wertschätzung kann man so oder so deuten.

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Gibt es denn für Kommunen überhaupt eine Möglichkeit die Ehrenamtspauschale für solche Tätigkeiten auszuzahlen?

Edit:
Das geht wohl. Jedenfalls zahlen wohl in Bayern viele Kommunen Geld für Schulweghelfer aus.

Im Ort wo ich aufgewachsen bin fehlt es aber an solchen (Aussage Stadt), obwohl mir durchaus Leute einfallen die das für Geld sicher machen würden. Ich weiß aber nicht ob dort auch Aufwandsentschädigungen gezahlt werden.

Viele Vereine können aber eben nicht mal einen Platzwart in Vollzeit einstellen. Ich habe zwei Freunde die als Platzwart (nebenberuflich) tätig sind, einer auf Basis geringfügiger Beschäftigung nach Stunden und einer komplett ehrenamtlich ohne Entlohnung.

Und bei Kommunen ist ja das Problem, dass wenn Budgets keinen Raum für neue Stellen bieten, dann wird es auch keine geben. Egal ob die Arbeit gemacht werden müsste oder nicht.
Perspektiven solche Jobs in reguläre Stellen umstellen zu können oder bei der Einstellung wenn eine reguläre Stelle in diesem Bereich frei wird Vorrang zu haben wären da für mich eine Option.

Völlig klar, an den Sachzwängen kann man nicht viel ändern.
Es ging mir um die emotionale Ebene. Man sollte also nicht direkt immer Dankbarkeit und Begeisterung von den Betroffenen voraussetzen, überspitzt formuliert.
Daher, wie gesagt, die Idee müsste sehr gut „verkauft“ werden.

Ich würde hier keine Dankbarkeit als Erwartungshaltung haben.

Ich finde eben zwei Aspekte interessant.

Regelung mit geringer Aufstockung durch Kommunen (1€-Jobs): es könnten arbeiten gemacht werden für die es weder aktuell noch in absehbarer Zeit Budgets gibt und die Vorteil für den Bürgergeldempfänger wäre mehr Geld in der Tasche zu haben und für die Gesellschaft, dass Dinge getan werden für die aktuell kein Geld da ist. Das vermehrt zu nutzen fände ich nicht falsch, solange die Freiwilligkeit gegeben ist und es sich tatsächlich um zusätzliche Arbeiten handelt und nicht darum Vollzeitkräfte oder externe Dienstleister zu ersetzen.

Beim Ehrenamt habe ich gerade gelesen, dass sich schon was getan hat. Freibeträge gelten seit knapp einem Jahr jährlich und sind nicht mehr pro Monat gedeckelt.
Da kannte ich nämlich Fälle wo das problematisch war weil Vereine das oft jährlich auszahlen und dann wurde das immer angerechnet. Da wurde wohl schon nachgebessert.

Da wir diese Aufgaben überall privatisiert haben, heisst das nichts anderes als Arbeitskräfte umsonst für private Firmen um mehr Profit zu machen. Und damit Lohndruck auf die dort Arbeitenden. Genau was wir brauchen.

Wären die Aufgaben privatisiert, würden sie ja gemacht werden?! Wenn ich es richtig verstanden hab, geht es um Aufgaben, die aktuell liegen bleiben.

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Wenn man es tatsächlich als offenes Angebot gestaltet, aus dem die Bürgergeldempfänger entsprechen ihrer Fähigkeiten und Neigungen wählen dürfen, dann könnte die Akzeptanz hoch sein.

Bei einer („Zwangs-„) Zuweisung stumpf nach Bedarf wäre wohl eher mit ablehnender Haltung zu rechnen

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Ich habe nirgends, wirklich nirgends davon gesprochen, dass solche Stellen in privaten Firmen geschaffen werden sollen. Damit wäre auch alles was ich als gesellschaftlichen Nutzen beschrieben habe ja hinfällig! Denn dann hätte man eben nicht für wenig Mehrkosten mehr Leistung sondern müsste die privaten Firmen voll bezahlen.

Deshalb schrieb ich ja von kommunalen Stellen.

Und bei uns sind es mehrheitlich kommunale Betriebe die Aufgaben wie ich sie ins Spiel gebracht habe durchführen. Kenne meine private Firma die Schulwegbegleitung durchführt.

Davon rede ich absolut nicht. Stellen auf die man sich bewerben kann wäre mein Gedanke. Optimalerweise begleitet vom Jobcenter. Wer also z.B. Radwege freischneidet, die aktuell nur 1 mal im Jahr und damit zu wenig gepflegt werden, könnte z.B. vorwiegend entweder perspektivisch voll bei der Kommune angestellt werden wenn eine Stelle frei wird oder in Richtung Gartenbau und Gartenpflege vermittelt werden.
Einzig kurz vor oder während der Rente (Aufstocker) wäre es vielleicht einfach nur ein Weg zur Erhöhung des Einkommens ohne weitere Perspektive.

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Ideal wäre noch, wenn es Tätigkeiten gibt für Menschen die aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht körperlich groß arbeiten können.
Aber solche Tätigkeiten finden sich meist nur in Lohnarbeit, also selten als AddOn.

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Mal naiv gefragt: Existieren diese Strukturen nicht schon in Form von Freiwilligen Sozialen Jahren (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD)?
Was wäre noch der Unterschied?

Ein FSJ geht ja einen bestimmten Zeitraum und braucht mehrere Monate Vorlauf in der Planung.

Ein schneller Ausstieg um in reguläre Beschäftigung zu kommen wäre auch unpraktikabel. Zudem sind die Tätigkeiten die erlaubt sind sehr limitiert.

Wenn es also darum geht Leute schnell in eine Tätigkeit als Sprungbrett zu bekommen und hoffentlich da auch schnell in reguläre Beschäftigung weiterzuvermitteln wäre ein FSJ komplett ungeeignet.

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