Sehe ich das richtig: Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia lässt sich von den MieterInnen abnicken, in den Wohnungen zu spionieren, ob die genug lüften? Was dann wohl passiert, wenn irgendwann Schimmel im Bad auftritt? :face_with_raised_eyebrow:

1 „Gefällt mir“

Das kommt sehr darauf an, was in der „Einwilligung zur Datenverarbeitung“ genau drinsteht. Aus der Mitteilung geht ja erstmal nur hervor, dass man als Mieter entsprechende Informationen (im Sinne eines Smart Home Sensors) zur Verfügung gestellt bekommt. Ob Vonovia diese Daten auch ansehen, für eigene Zwecke verarbeiten und im Zweifel gegen die Interessen des Mieters einsetzen darf (etwa zum Nachweis von unzureichenden Lüften bei Streit um Schimmelbildung), dazu steht da einfach nichts. Und ob das rechtlich überhaupt zulässig wäre, steht auf einem ganz anderen Blatt.

1 „Gefällt mir“

Dass natürlich sichergestellt werden muss, dass hier Datenrechtlich auch korrekt und nicht zum Nachteil des Mieters gehandelt wird ist klar.

Bei Schäden durch unzureichendem Lüften in Mehrfamilienhäusern dürften Gutachter aber auch ohne Sensor recht einfach herausfinden können ob das Lüftungsverhalten schuld ist, schließlich kann man konkrete Schäden ausschließen und sieht an den umliegenden Wohnungen auch, dass es nicht die Bausubstanz an sich ist die für den Schimmel verantwortlich ist.
So eine Hilfe sehe ich da eher als Chance für Mieter ihr Verhalten anzupassen und Schäden zu vermeiden, die sonst zu Schadenersatzansprüchen führen könnten. Und Vonovia spart sich Gutachten und Prozesse, zum Teil mit Leuten die gar nicht das Geld für den Schadenersatz haben.

3 „Gefällt mir“

Nach dieser Grafik von der Webseite von Vonovia kann man die Zustimmung zur Datenverarbeitung „jederzeit widerrufen“. Da die Daten zum Lüftungsverhalten nicht für die Abrechnung relevant sind, müsste man nach DSGVO eigentlich auch die Löschung aller Daten verlangen können. Eine Nutzung der Daten gegen die eigenen Interessen ließe sich so (mit etwas Arbeitsaufwand) theoretisch verhindern.

Davon abgesehen muss niemand seine Zustimmung geben. Die Installation eines Rauchsensors ist für Vermieter gesetzlich vorgeschrieben und darf nicht von der Zustimmung zu irgendeiner Datenverarbeitung abhängig gemacht werden.

Aber die tatsächliche Datenschutzvereinbarung wäre wirklich interessant, um das in Gänze beurteilen zu können.

Übrigens ist das eingesetzte System von Techem, ich nehme an durch die erfolgt auch die Datenverarbeitung: Techem Smart System

Ich kenne Menschen, die lassen ihre Wäsche im Wohnzimmer trocknen und wundern sich, dass das nach zwei Wintern schimmelt. Für manche ist es „Spionage“, für manche Unterstützung des gesunden Menschenverstands.

Wo lässt man denn die Wäsche in einer Wohnung ohne Balkon oder Garten deiner Meinung nach am besten trocknen?

Im Trockenkeller. Gab es zumindest in den Wohnungen in denen ich bisher gewohnt habe immer.

In Altbauten ist das oft eher ein Schimmelkeller. In Häusern, die vor 1950 gebaut sind, gibt es eher keinen Trockenkeller.

3 „Gefällt mir“

Wobei die meisten Altbauhäuser auch weniger Schimmelprobleme haben als die Bauten der 50er und 60er Jahre. Und der Großteil der Wohnungen von Vonovia dürfte eher nicht Altbau von vor dem Krieg sein.

Ist aber ja letztlich auch egal. Mit ordnungsgemäßem Lüften sollte Wäsche in der Wohnung trocknen ja nicht das Problem sein. Nur dieses Lüften muss dann halt auch gewährleistet sein und da können solche Apps durchaus einen positiven Effekt erzielen.

Das kommt wirklich darauf an, wer die Daten bekommt. Wenn der Mieter die Daten bekommt, ist es eine Unterstützung, wenn der Vermieter Zugang zu den Daten bekommt, ist es eindeutig „Spionage“ im Sinne von „Überwachung“ und Nutzung der Daten in etwaige Zivilprozessen.

Als jemand, der in einem Haus von 1907 wohnt und mehrfach Schimmel-Probleme hatte (vor allem im innen-liegenden Badezimmer, aber auch in anderen Räumen) wage ich das zu bezweifeln. Generell ist Schimmel in Altbauten häufiger ein Problem als in neueren Häusern. Dass die Problematik auch bei alten Häusern nach 1949 ähnlich stark sein könnte will ich dabei nicht bezweifeln, aber Schimmel ist definitiv ein Problem für Altbauten.

Jup, unser Keller (Baujahr 1907) könnte von der Feuchtigkeit her als Sauna fungieren, wenn man ihn etwa 50 Grad aufheizen würde :wink: Dafür haben wir zum Glück einen großen Dachboden, da der aber nur nach Innen gedämmt ist (also der Boden des Dachbodens gedämmt wurde, statt das Dach selbst) hat’s da im Winter auch Minusgrade, sodass wir doch in der Wohnung trocknen müssen.

3 „Gefällt mir“

Ich schloss von denen die in meinem Umfeld Probleme haben und da war es deutlich mehr Nachkriegsbauten bis 60er Jahre als Altbau. Dass es auch im Altbau Probleme geben kann habe ich nicht bezweifelt und das auch nicht so geschrieben.

Ich habe meinen Vermieter bei der Besichtigung gefragt, ob es einen Trockenkeller gibt. Der sah mich mit großen Augen an „im Bad ist ein Anschluss für einen Trockner.“
Hab ich mir halt nen Trockner gekauft. Davon ausgehen, dass ein Trockenraum Standard ist, sollte man wohl eher nicht.

2 „Gefällt mir“