US Wahlkampf 2020 - Trump vs Biden -

Die Repräsentation des amerikanischen Wahlkampfes in den letzten Folgen der Lage der Nation, ist im besten Fall nur oberflächlich gewesen. Generell wird dieses Thema in den deutschen Medien nur schlecht abgedeckt und so war es für viele Deutsche ein Schock, als Donald Trump 2016 zum 45. Präsident der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Die Frage nach dem warum, wurde nur geringfügig beantwortet und ähnliches lässt sich nun auch in 2020 wieder beobachten. Trotz der aktuellen Umfragewerte, die allerdings auch 2016 nicht umbedingt zutreffend waren, lässt sich erneut ein mehr oder weniger eindeutiger Trend erkennen, dass Donald Trump die Wahlen dieses Jahr gewinnen wird. Die Gründe für diese Annahme lassen sich grob in die politischen Erfolge von Präsident Trump der vergangenen vier Jahre und seinen Wahlgegner Joe Biden bzw. die Democratic Party unterscheiden.

Die politischen Erfolge von Präsident Trump sind zu Teilen umstritten und es scheint vielen amerikanischen Politikern und Reportern schwer zu fallen, Trump überhaupt Erfolge anzuerkennen. Umtritten ist zu aller erst, ob man Trump den wirtschaftlichen Erfolg und die historisch niedrige Arbeitslosigkeit zuschreiben kann und welche Vorarbeit die Obama Administration geleistet hat. Der wirtschaftliche Erfolg und seine Innenpolitik führen dazu, dass Trump ungewöhnlich hohe Zustimmung von African-Americans und anderen minorities erhält. So wählten 8% der African-Americans Donald Trump 2016. In den Umfragen erzielte er jedoch historisch hohe werte Werte von bis zu 36% (vgl. Trump approval rating with blacks now at 36%, Rasmussen poll says).

Auch seine Außenpolitische Erfolge sind nicht zu missachten und sind in ihrer Tragweite medial unterrepräsentiert. Zu seinen Erfolgen gehört das zerschlagen des islamischen Staates, der wenn auch nicht komplett verschwunden, doch deutlich an Macht verloren hat. Die Annäherung von Serbien und Kosovo ist ebenfalls beachtenswert (vgl. Von Trump vermittelt: Annäherung zwischen Serbien und Kosovo - YouTube). Auch die Friedensverhandlungen und Verträge zwischen Israel, UAE und Bahrain sind ein historischer Moment und erster Schritt für Frieden im Mittleren Osten (vgl. Israel, UAE & Bahrain sign historic deal, Trump says more want to join - YouTube).

Der deutlich entscheidendere Faktor im amerikanischen Wahlkampf sind jedoch die politischen Gegner von Donald Trump. Das Clinton/Kaine Ticket 2016 war eine politisch sehr schlechte Entscheidung von den Demokraten. Biden/ Harris ist kann den Clinton in ihrer Unbeliebtheit tatsächlich die Stirn bieten. Die Nominierung von Harris als Running Mate war nach den Angriffen von ihr gegen Biden in den Primaries zumindest überraschend. Auch ihre politischen Positionen, wie z.B. Abtreibung bis in den neunten Monat, sowie ihre Vergangenheit als attorney general von Kalifornien, helfen nur wenig die unentschiednen Wähler zu überzeugen. Die Position der Democrats am Anfang der Pandemie, im besonderen Biden und Pelosi passen auch nicht umbedingt zu dem Narrativ, dass Biden bessere Entscheidungen getroffen hätte ( dazu interessant: Rep. Dan Crenshaw: Fortitude | Real Time with Bill Maher (HBO) - YouTube). Auch die Vorwürfe sexueller Belästigung gegen Biden werden mehr oder weniger unter den Teppich gekehrt. Als VP soll Biden die Frauen der Secret Service agenten belästigt und angefasst haben, was angeblich dazu geführt hat, dass keine Weihnachtsfeiern mehr mit den Familien statt fanden. Dazu passend ist es mehr als bedenklich wie Biden Frauen und Kinder vor laufender Kamera anfasst und an ihnen riecht (Watch Joe Biden give an endless hug to Hillary Clinton - YouTube). Auch Bidens kognitive Verfassung, das ständige Aussetzen des Wahlkampfs und keine kritischen Interviews oder Fragen bei Pressekonferenzen sprechen nicht umbedingt für ihn (vgl. Joe Biden 'sounding increasingly vague and confused' - YouTube). Ein weiterer Punkt der immer wieder aufkommt ist, ob Joe Biden nach fast 50 Jahren in der Politik und 8 Jahren als VP tatsächlich in der Lage ist etwas zu ändern. Auch die durch BLM aufgezeigten institutionellen Probleme finden sich vermehrt in von Demokraten regierten Staaten und Städten wieder, was die Frage aufwirft wie der ehemalige VP lösen möchte, wozu Obama schon nicht in der Lage war.

Aufgrund all dessen würde es mich nicht wundern, wenn Trump wiedergewählt wird und wäre an einer kritischen Auseinandersetzung mit beiden Kandidaten interessiert.

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