Bei ca. 263.000 landwirtschaftlichen Betrieben und einem Volumen von ungefähr 900 Mio € sprechen wir von ungefähr 3.400 € pro Betrieb (Bei Haupterwerbsbetrieben wird dieser Wert höher ausfallen, ist also eine Untergrenze). Bezogen auf den durchschnittlichen Gewinn der letzten 10 Jahre wäre das (ohne Ausgleich) ein Minus von ca. 5,3 %.
Zum Vergleich:
Der öffentliche Dienst bekommt ab November 200 €/Monat mehr, ab Februar 2025 5,5 % mehr und noch eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 €.
Die GDL fordert aktuell ein Lohnplus von 555 €/Monat und eine Reduktion der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden.
Das Bürgergeld wurde zum neuen Jahr um gute 12 % angehoben.
Das passt für viele Landwirte einfach nicht zusammen! Auch für uns Landwirte sind im Privaten viele Dinge durch die Inflation teuer geworden!
Ein Lokführer verdient laut DB zwischen 44.500 € und 53.400 € bei 38 Std/Woche, 30 Urlaubstage, Bonusurlaub für Nachtschichten, ein sicherer Arbeitsplatz und einigermaßen geregelte Arbeitszeiten?
Den Lokführern geht es nicht schlecht.
Im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen steht die Landwirtschaft eher mäßig da.
In dieser Grafik habe ich mal die durchschnittlichen Unternehmensgewinne aller Wirtschaftszweige im Vergleich mit den landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben dargestellt. Im Vergleich schneiden nur „Gastgewerbe“, „Erziehung und Unterricht“ und „sonstige Dienstleistungen“ schlechter ab. Der durchschnittliche Gewinn aller Unternehmen liegt bei 363.621 €
Etwas fairer wird der Vergleich wahrscheinlich, wenn man unterstellt, dass alle Landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe Kleinstunternehmen wären (sind sie nicht
). In diesem Fall lägen die Landwirte 2021 ziemlich genau auf dem Mittelwert aller deutschen Kleinstunternehmen von 81.473 €.
Quelle für beide Grafiken:
http://tinyurl.com/y2sxvfty
Was ich mit all diesen Beispielen zeigen will:
Derzeit stehen selbstständige Landwirte im Haupterwerb im Vergleich mit anderen Kleinstunternehmen durchschnittlich da. Im Vergleich mit allen deutschen Unternehemen liegen Landwirte weit unter dem Durchschnitt. Der Vergleich mit Arbeitnehmern ist immer schwierig, zeigt aber Gründe für die Gerechtigkeitswahrnehmung der Landwirte. Die stumpfe Reduktion der Landwirte auf die betriebswirtschaftlich überdurchschnittlichen WJ 2021/22 und 2022/23 greift dabei aber bei Weitem zu kurz.
Edit:
Hat sich erledigt