Unabhängig davon ob Russland nun involviert ist oder nicht verdichten sich die Anzeichen darauf, dass es in der Tat eine „undichte Stelle“ gegeben hat. Nachdem Mitglieder des ägyptischen Geheimdienstes, der in Gaza gut vernetzt ist, bereits direkt nach dem Angriff von einer zuvor erfolgten Warnung Netanjahus vor einer bevorstehenden Hamas-Aktion durch Ägypten berichtet haben, erklärt nun auch der US-Kongress, dass es eine solche Warnung gegeben habe. Unklar scheint zu sein, ob diese Warnung bis in die Regierung vorgedrungen ist oder nicht.

Golda Meir wurde 1973 zehn Tage vor Ausbruch des Yom Kippur-Krieges von dem jordanischen König gewarnt, dass Ägypten und Syrien eine Militäraktion planen. Sie hat die Warnung ignoriert - und musste im Jahr darauf zurücktreten.

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Magst du das verlinken? Weder bei SZ noch bei Tagesschau.de finde ich auf die schnelle entsprechende Berichte.

https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-israel-gaza-mittwoch-100.html
17.59

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Hinsichtlich der genauen Timeline unterscheiden sich die Quellen. Netanjahu bestreitet alles.

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Was meine These zu Russland aber nicht entkräftet. Dass Ägypten wie auch andere arabische Staaten Geheimdienste mit guten Verbindungen nach Gaza hat, ist ja recht naheliegend. Ich bleibe dabei: wäre Russland involviert gewesen, hätte Israel gute Chancen auf Infos aus erster Hand gehabt.

Hier spricht ein Ali Baraka, ein hochrangiger Hamas Vertreter, zu den Vorbereitungen und wer Hamas unterstützt:

„Hamas had been secretly planning the invasion of southern Israel for two years, even as it was making it seem like it was busy governing the Gaza Strip. He explained that this is the reason Hamas did not join the Palestinian Islamic Jihad in its previous round of fighting against Israel. He said that Hamas notified its allies in other Palestinian factions, in Hizbullah, in Iran, in Turkey, and in Russia only after the invasion started, and he stated that any prisoner exchange deal should involve Hamas prisoners held in the United States.“

Inwiefern das selbst als Propaganda oder Ablenkung zu werten ist wird sich zeigen.

Dazu noch eine Einschätzung von Gerhard Conrad, eines ausgewiesenen Experten, zur aktuellen Lage:

„Am 29. Juli 2008 erhielt Conrad für seine Vermittlertätigkeit das Bundesverdienstkreuz am Bande. Nach erfolgreichem Abschluss der Verhandlungen um Schalit wurde Conrad sowohl vom israelischen Regierungschef Netanjahu als auch von Staatspräsident Schimon Peres persönlich empfangen, um ihm für seine Arbeit zu danken.Laut Peres hatte Conrad den „Grundstein für das Abkommen gelegt“.“