Trump: wirklich zurechnungsfähig?

Also bei solchen Aktionen macht mir dieser Herr Trump, Oberbefehlshaber der stärksten Armee der Welt mit Drang zur Autokratie, schon konkrete Sorgen:

Versteht er überhaupt wirklich was in der Welt vor sich geht? Gibt es noch genug kompetente Berater (wie ein Rubio) die ihn da in der Realität halten können?

Er will halt der unberechenbare mad man sein… für Chaos und Verzweiflung sorgen um dann aus jeder Quelle Geld abzuschröpfen. Und dabei immer so absurde Sachen machen, dass er sich aus allen Konsequenzen jeder schlechten Entscheidung rausreden kann. Bidens Schuld ist’s sowieso eigentlich, hab ich zumindest mal gehört.

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Sein „Buddy“ Putin hat ja grad die Poseidon medienwirksam vorgestellt. Eine Waffe die nicht nur schwer zu verteidigen ist, sondern eine ganze Küstenregion atomar verstrahlen kann. Die Waage der Abschreckung kippt grad. Tatsächlich wirkt es, wie eine der rationalsten Entscheidungen von Trump.

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Wieso „kippt“ diese Waage denn? Sowohl USA als auch Russland haben nach wie vor genug Atomwaffen für die absolute Zerstörung. Dass Russland jetzt eine noch krassere neue Atomwaffe hat, ändert daran doch nichts.

Im Gegenteil, das Brechen von Abrüstungsverträgen (in der Regel durch Russland) ist eine der schlimmsten Nebeneffekte der Entwicklung der letzten Jahre und Trump schürt das jetzt noch weiter. Für die Verlängerung von New START nächstes Jahr oder einen neuen Vertrag für Mittelstreckenraketen (siehe INF-Vertrag) sieht es damit schlecht aus.

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Abschreckung ergibt sich aus dem Risiko, dass ein Erstschlag durch einen Zweitschlag beantwortet wird. An diesem Risiko hat keine der von Russland in den letzten Jahren vorgestellten Waffen irgendwas geändert. Keine dieser Waffen kann beispielsweise in irgendeiner Form die strategische U-Bootflotte der USA, UK, China oder Frankreich bekämpfen und sicher ausschalten. Diese Staaten werden also immer die Möglichkeit zum (für Russland katastrophalen) Zweitschlag haben.

Für Russland sind diese Waffen (so sie denn tatsächlich einsatzfähig sind) in erster Linie ein Ausbau des eigenen Abschreckungspotenzials. Darum auch die martialische und sehr öffentliche Rhetorik. Hätte Russland eine neue Kapazität für den Erstschlag entwickelt, dann würde man die wohl nicht hinausposaunen, denn dann kann man Gegenmittel entwickeln.

Atomwaffentests sind durch die moderne Technik völlig unnötig geworden und werden auch von Russland und China nicht durchgeführt. Die Funktion eines Sprengkopfs lässt sich auch ohne nukleare Bestückung testen. Und die Wirkung einer Atomexplosion ist von Physikern problemlos simulierbar.

Interessant im Sinne der Entwicklung neuer militärischer Fähigkeiten sind vor allem die Trägersysteme. Davon sind auch in den USA diverse in der Entwicklung, dass ist nichts neues.

Für die Verschiebung des nuklearen “Gleichgewichts” wäre aber insbesondere ein technischer Fortschritt im Bereich Raketenabwehr interessant. Das würde nämlich sowohl das Erst-, als auch das Zweitschlagspotenzial des gegnerischen Landes massiv einschränken. Hier stellt die Physik aber haushohe Hürden, die sich mit aktueller Technik nicht überwinden lassen, selbst wenn wir annehmen würden, dass US-Amerikanische Forscher im geheimen dem öffentlichen Stand der Technik 10 Jahre voraus sind.

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Weil sich alle einig sind, wenn alle Atomwaffen eingesetzt werden, bleibt kein menschliches Leben übrig. Damit sind diese Atomwaffen „machtlos“ um politische Ziele umzusetzen und verrotten weiter. Die neue Gefahr besteht in den Waffen, die soviel Zerstörung anrichten, dass es sehr schmerzt. Die Zerstörung aber so „klein“ ist, dass deswegen kein Nuklearer Winter angezettelt wird.

Ja das ist die Idee hinter taktischen Atomwaffen in Abgrenzung zu strategischen Atomwaffen. Die USA besitzen doch aber beides schon, oder nicht? Und „eine ganze Küstenregion verstrahlen“ ist in meiner Wahrnehmung auch ziemlich nah dran an den großen strategischen Waffen.

Ich glaube außerdem, dass die interne Logik hinter den taktischen Atomwaffen eine etwas andere ist, als du sie beschrieben hast: Die großen strategischen Atomwaffen werden nicht als normaler Teil konventioneller taktischer Kriegsführung verwendet, sondern dienen ausschließlich der Abschreckung. Das kann zu einem Glaubwürdigkeitsproblem führen: Wenn die einzige atomare Möglichkeit salopp gesagt die Vorstufe der Apokalypse ist, steigt die Hürde, die Atomwaffen auch wirklich zu nutzen, was effektiv ihren Abschreckungseffekt senkt. Kleinere taktische Waffen sollen das lösen, da sie eine kleinere Hemmschwelle haben und ihr Einsatz daher wahrscheinlicher ist. Das Ziel wäre demnach auch hier die Abschreckung.

Das Problem liegt hier in dem bewussten Senken der Hemmschwelle der Nutzung von Atomwaffen. Auch kleine Atomwaffen bleiben Atomwaffen und ein neues Arms Race kann in niemandes Interesse sein.

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