Tierschutz beim Fischertag in Memmingen

Hallo liebe Lage,

Ihr habt die Fem Seite gut aufgemacht (Dank und Glückwunsch an die GFF) und die sich daraus ergebende Diskussion in privaten Vereinen und dem Sport kurz aber gut angerissen. Könnte man nochmal bei Gelegenheit gern mehr dazu erörtern und vor allem die extreme Diskriminierung von Trans-Personen thematisieren.

Ich find es aber bisschen schade, dass hier die Tierschutzperspektive gar nicht beleuchtet wird. Es wird lustig Jokes gemacht über tote Fische und Haha und etc. Nach der Youtube Recherche dazu versteh ich nicht wie man so Laissez-faire über diese Tradition reden kann.
Der enorme Stress für die Tiere und die Unnötigkeit wie man hier Fische fängt und tötet zur Belustigung der Gäste kann hier nicht mal mit Versorgung der Bevölkerung oder ähnlichem Quatsch gerechtfertigt werden.

Dieses heteronormative toxische Schauspiel wie diese Männer mit ihren Söhnen unter Kanonenschlag und Kriegsgeschrei in den kniehohen Bach springen um mit großen Keschern um die Fische ein zu sammeln ist nichts als erbärmlich und Tierquälerei, zumal nichts davon mehr irgendeinen Zweck erfüllt.

Und da brauch bitte keiner kommen mit „die Fische haben aber jetzt größere genormte Bottiche und werden mindestens so und so viele Sekunden nach Fang getötet, damit sie nicht leiden“.

Mich hat jedes Interview mit Bürgermeister und Fischertags-Vereinsvorsitzenden nur noch mehr abgeschreckt als die Videos vom „Fischen“ selbst.

Schade, dass die Lage mit so einer rückschrittlichen Tradition nicht kritischer umgeht.

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Bin der gleichen Meinung.

stimmt wir benötigen ein Grundrecht auf ein tierischen Leben.

was wäre ein Bild oder Identität einer positiven Männlichkeit, welche sich nicht ex negativo konstituiert ?

Kann ich grundlegend nachvollziehen, aber nicht wirklich unterstützen, denn damit würdest Du Tür und Tor öffnen um jedwede Tradition und/oder Veranstaltung mit tierischen Beteiligten angreifen.

Was anderes wäre es nur, wenn die Fische zwar getötet aber nicht gegessen werden.

Ich hatte den selben Gedanken wie du Jimmi!

Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Geschlechtergerechtigkeit daraus bestanden hätte, dass gar keine Person mehr unabhängig vom Geschlecht zugelassen wird.

An Olaf: Und das wäre Ihrer Meinung nach schlecht? Ich finde wir müssen uns die Gegenfrage stellen: warum nehmen wir uns das moralische Recht heraus, Tiere immernoch wie Gegenstände zu behandelt, die wir zB auf überfüllten Märkten stundenlang für Bilder posieren lassen, die wir irgendwo herunterschossen, weil es lustig ist, die wir hetzen, jagen und verletzen, weil es als mutig gilt. Es ist Zeit, dass solche Traditionen aussterben. Höchste Zeit!

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Ja wäre es, denn dann müsstest du ebenso jeden Besitz von Haustieren verbieten, jedwede Dressur, jedwedes Nutztier.

Weiß nicht ob du wirklich so weit gehen willst.

All das was du ansprichst ist Tierquälerei, da sollte man was gegen machen.

Aber erste Frage zu deinen moralischen Ansprüchen: ernährst du dich Vegan?

Immerhin ging es eingangs um ein Grundrecht auf tierisches Leben, wenn du dafür kämpfen willst, musst du als erstes um eine vegane Ernährung der Menschheit kämpfen.

Verschiedene Punkte.
Zum einen ja, müssten wir vermutlich zwischen solchen Formen entscheiden, bei denen die (körperliche) Unversehrtheit direkt gefährdet wird bzw. Dinge zum Tod der Tiere führen ohne Ziel diese zu essen (Bsp. Stierkampf) und insbesondere solche, die mit einem Leid der Tiere in einhergehen. Diese sind aus meiner Sicht jetzt schon verboten, werden aber toleriert. Und es werden hier Unterschiede zwischen Tierarten gemacht, die nicht mit dem wissenschaftlichen Stand im Einklang sind (zB wem wie viel Leidensfähigkeit zugesprochen wird).
Dann könnte es um solche gehen, die gegen natürlich Instinkte der Tiere verstoßen. Diese also in ihrem Wohlbefinden deutlich einschränken (zB stark ängstigen, ihren Bewegungsdrang verhindern usw.). Hierzu würde zB zählen Fluchttiere in lauten, bedrohlichen Situationen festzuhalten, Kühe ihr Leben lang anzubinden. Auch die private Haltung mancher Tiere könnte hierzu zählen. Dies ist auch jetzt schon teilweise verboten oder es gibt Richtlinien (nicht bindende Empfehlungen). Und es gibt hier sehr viele Ausnahmen und ein bekanntlich nicht funktionierendes System an Kontrolle (Veterinäramt).
Zur Frage, ob ich Haustierhaltung verbieten würde. Von solchen, denen wir kein artgerechtes Leben bieten können, ja. Ich selbst habe Tiere - alles second Hand. Ich habe lange im Tierschutz gearbeitet und weiß um die Situation der Tierheime und Tierschutzvereine in Deutschland. Die kurze Version: es ging Tieren relativ betrachtet (geschichtlich) nie so gut wie jetzt. Es geht ihnen aber im Verhältnis zu unserem Heutigen Wissen über ihre Bedürfnisse im Mittel deutlich zu schlecht. Bei manchen Tieren ausgeprägter, insbesondere Kleintieren. Es gibt deutlich zu viele Tiere und die Nachproduktion geschieht idR unter schlechten Bedingungen oder/und durch Laien, die Gendefekte riskieren. Wir könnten noch sehr langen Tiere halten, die jetzt gerade noch auf diese Art produziert werden. Ich wäre nicht traurig, wenn die Zahlen dann abnehmen. Auch ich liebe meine Haustiere. Ich versuche es ihnen so schön wie möglich zu machen. Und wenn ich es in meinem Leben noch erlebe, dass die Tierheime und Tierschutzvereine leer sind, dann lebe ich gerne ohne Haustier.
Zur Frage, ob ich mich vegan ernähre. Ja, tue ich zu 90%. Hätte ich auch sonst das Recht, Tierrecht gut zu finden? Klar. In dieser Debatte wird immer eine 100%ige moralische Integrität von Menschen gefordert, die wir an anderer Stelle nicht anlegen. Trägt man Lederschuhe, ist man ein Heuchler (egal ob neu oder second Hand). Versucht man es konsequent, ist man lebensfremder, radikaler Spinner.

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Ich glaube nicht, dass grundsätzlich das Halten eines Haustieres wie eine Katze oder ein Hund damit vergleichbar ist, Tiere zur Belustigung zu töten.

In Zeiten, wo Clean Meat in der Entwicklung ist, ist ja hoffentlich auch der Nutztierhaltung ein Ende gesetzt. Es ist also wirklich dringend an der Zeit darüber nachzudenken, ob wir weiterhin Tiere einfach nur so zum Spaß quälen und töten.

Dieser Fischertag dient ja nicht nur dazu, die Tiere zu töten, um sie zu essen, sondern da haben Menschen sogar Freude daran, diese Tiere zu töten. Muss das wirklich sein? Kann ich nicht nachvollziehen, dass es keine andere Beschäftigung gibt, an der sich die Bewohner*innen in Memmingen erfreuen können.