Liebes Lage Team,
mit welchem Recht wird in Ihrer Reportage vorausgesetzt, dass Tierärztinnen ihren Beruf in Selbstaufgabe und vollkommen altruistisch ausüben, dass Gebührenordnungen nicht einem Inflationsausgleich unterliegen oder für Erschwernisse im Behandlungsprozess keine Zuschläge berechnet werden dürfen. Diese Frauen (etwa 4/5 der Veterinärmedizinerinnen sind Frauen) haben ein komplexes und langes Hochschulstudium absolviert und eine i.d.R. unbezahlte Promotion, häufig im Umfeld des Tierschutzes abgelegt. Ihnen das Recht auf eine auskömmliche Gebührenordnung abzusprechen ist anmaßend!
Zuschläge für nächtliche Notdienste oder Wochenendeinsätze sind in allen anderen davon betroffenen Berufsgruppen gängige Praxis und finden als angemessener Ausgleich für zusätzliche Belastungen eine breite Akzeptanz. Was bewegt Sie, eine gesamte Berufsgruppe, die in der großen Mehrheit mit sehr viel Empatie und hohem persönlichen Einsatz, positiv das soziale Gefüge in unserem Lande am Laufen hält, auf eine derart populistische Art zu desavouieren.
Die medizinische Behandlungsqualität hat sich, auch durch technischen Fortschritt, massiv verbessert aber eben auch verteuert, das gilt für die Veterinärmedizin ebenso wie für die Humanmedizin. Es gebietet der Anstandim Sinne des Tierwohls und der Wertschätzung gegenüber der Tierärztin, für die hohe Behandlungsqualität angemessen zu bezahlen und nicht zu erwarten, dass Tierärztinnen die Ausstattung ihrer Praxis zum Nulltarif zur Verfügung stellen
In den von mir aufgesuchten Praxen treffe ich auf sehr viel Empathie, Sachverstand und vor allem nehme ich einen ganzheitlichen Behandlungsansatz wahr, den man in den meisten humanmedizinischen Praxen vergeblich sucht. Maßlose Geldgier ist mir noch in keiner Tierarztpraxis begegnet! Durch derartige Polemik wird die Akzeptanz für Inhaberinnen geführte Praxen schwinden und es werden sich die dann alternativlosen Übernahmen durch Ketten beschleunigen.
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Viele Grüße, Michael