So ganz versteh ich die Aufregung nicht: In der Betriebswirtschaftslehre nennt man diese Aufteilung eines Gesamtmarktes in Marktsegmente Marktsegmentierung. Sie dient dazu, eines oder mehrerer dieser Marktsegmente „individuell“ ansprechen zu können (nebenbei: im Extremfall erreicht man ein Marktsegment von 1 - dem individuell adressierten Kunden. Genau das, was Apple jetzt im Sinne des Datenschutzes „zerstört“ hat).
FLoC scheint mir nach dem, was Du beschreibst, die technische Umsetzung von Marktsegmentierung im Internet zu sein.
Schleierhaft ist mir nur: Eigentlich braucht jede Branche, besser noch (abhängig von der eigenen Marktpositionierung) jedes Unternehmen, eigene Segmentierungskriterien. Wie da Google jetzt wohl branchenneutrale Meta-Segmentierungskritieren entwickeln konnte, ist mir noch unklar. Vermutlich gibt es unzählige unterschiedliche Segmente (jetzt: Cluster), die sich mehr oder weniger überlappen. Und Werbetreibende suchen sich dann jene Segmente aus, die sie ansprechen wollen.
Eigentlich kann das doch gar nicht anders funktionieren, dass Individuen für jedes der offenbar sehr, sehr vielen Kriterien jeweils ein Ausprägungswert zugeordnet werden, um sie dann bestimmten Segmenten zuordnen zu können. Das erfolgt offenbar im Browser (und nicht über einen zentralen Big-Data-Algorithmus). Wenn nun ein Werbetreibender eine Werbung für ein Segment schaltet, dem das Individuum zugewiesen ist, bekommt er diese Werbung ausgespielt.
Das ist nicht viel anders als Werbung, wie man sie bis heute in analogen Medien macht. Nur dass dort das Individuum den Ort (Zeitschrift, Fernsehsender) besucht, auf dem der Werbetreibende die Werbung schaltet und das Medium über die Inhalte dafür sorgt, dass v.a. Individuen bestimmter Segmente dort aufschlagen.
Aber irgendwie muss Google doch die individuellen Ausprägungswerte für die Segmentierungskriterien für jedes Individuum ermitteln. Das muss doch wieder auf individueller Ebene erfolgen. D.h., Google „schnüffelt“ sich vermutlich irgendwie weiterhin durch mein Surf-Verhalten, meine Navigationsanfragen, Gmails (wer das nutzt), u.s.v.m.? Was genau ist daran besser?
Oder habe ich das was komplett falsch verstanden?
Hier noch mehr Infos: Federated Learning of Cohorts – Wikipedia
[prädiktiven Tastatur = Softwaretastatur, die bereits am Wortanfang errät, was der Benutzer schreiben möchte und entsprechende Vorschläge macht]