Diese Rolle wäre mir als Mitglied der Grünen und grüner Kommunalpolitiker etwas völlig neues. Ehrlich gesagt nehme ich den Namen zum ersten Mal bewusst war, auch wenn ich ihre Artikel sicherlich schonmal in der taz gelesen haben. Hier eine Brücke zur Grünen Parteipolitik aufzubauen halte ich doch für sehr weit hergeholt.
Ist eine Meinung die man haben kann. Ist aber definitiv und nachweislich nicht die Meinung der Grünen Partei oder ihrer Spitzenpolitiker.
Sarrazin war tatsächlich ein Mitglied der SPD und hatte als Finanzsenator in Berlin und Vorstandsmitglied der Bundesbank sogar extrem exponierte Ämter inne. Da sehe ich eine tatsächliche Notwendigkeit, sich als Partei zu distanzieren, wenn man mit den Meinungen dieser Person nicht einverstanden ist.
Soweit ich nach einer kurzen Suche feststellen kann, ist Ulrike Hermann nichtmal grünes Parteimitglied, definitiv hat sie keinerlei Amt oder Verantwortung inne. Dann kann ich auch verlangen, dass die CDU sich von meinem etwas rassistischen Onkel distanziert, immerhin hat der mal Kohl gewählt.
Um es erneut zu erwähnen: Das Grüne Partei- und Wahlprogramm umfasst auch ein universelles Klimageld und das wahrscheinlich größte Investitionsprogramm seit der deutschen Wiedervereinigung. Über die Umsetzung kann man streiten, aber grüner Politik vorzuwerfen, sie wäre „Degrowth“ ist lächerlich.
Hier mal das tatsächliche Zitat aus der Pressemitteilung (Hervorhebung von mir, das Transkript der PK finde ich nicht):
Zum ersten Mal überhaupt zeigen die Zahlen: Deutschland ist auf Kurs – erstmals. Wenn wir Kurs halten, erreichen wir unsere Klimaziele 2030. Dann schließen wir die Klimaschutzlücke! Und das mit einer Wirtschaft, die sich wieder erholt.
Hört sich für mich nicht so an, also ob da irgendein Degrowth gefeiert wird.
Zitier doch ruhig mal etwas weiter:
Habeck macht für den Gaspreisanstieg im Sommer die extrem heißen Temperaturen in Asien und Teilen Europas verantwortlich, die dazu geführt hätten, dass dort „die Klimaanlagen die ganze Zeit geballert haben“, zitiert die Welt den Wirtschaftsminister. „Man sieht, dass die globale Erwärmung an ganz unerwarteten Stellen einen preistreibenden Effekt hat.“ Er gehe zwar davon aus, dass der Gaspreis noch etwas sinken werde, wenn das Angebot auf dem Weltmarkt für Flüssiggas steigen werde, es könne jedoch sein, dass “der Gaspreis moderat über den Preisen der Vor-Covid-Jahre liegen wird, weil das Gas aus Russland halt Pipeline-Gas war und jetzt das LNG-Gas noch verschifft werden muss, es muss runtergekühlt und aufs Schiff verladen und über den Ozean geschickt werden und das macht es in der Regel teurer.“
Das macht auf mich den Eindruck einer gut überlegten und ruhigen Analyse der tatsächlichen Faktenlage. Was ist daran „nonchalant“?
Es wird auch hier wieder extrem über angebliche Standpunkte und Aussagen der Grünen geredet, ohne dass die Beteiligten sich die Mühe machen, die tatsächlichen Standpunkte und Aussagen mal zu recherchieren.