Das Problem ist hier, dass es eben nicht um autonomes fahren geht. Der Autopilot ist ein Assistenzsystem auf Level 2+, also permanent überwachungspflichtig. Es gibt genug Medienberichte darüber, dass Nutzer dennoch ihre Funktion als Überwachung nicht ernst nehmen und sich einfach schlafen legen. Und das ist (problematischerweise) auch nachvollziehbar. Funktioniert ein System so gut, dass es einen ernstzunehmenden Fahrkomfort darstellen kann, so ist man geneigt dem System mehr vertrauen entgegen zu bringen, als man sollte.
Wenn auch oben schon erwähnt finde ich, dass dieser Artikel (ich würde sagen bewusst) mit Unschärfen spielt.
Was ist denn ein „Unfall“? Der Leser hat hier mit dem Zusatz „Assistenzsystem“ sicherlich direkt einen schweren Unfall mit Todesfolge im Kopf, wie man es aus dem ein oder anderen Artikel kennt, in denen angeblich der Autopilot gefahren sei. Das ist hier aber nicht näher spezifiziert. Es könnte auch einfach ein Blechschaden im 1000$ Bereich sein.
Das ist gar nicht so einfach zu sagen, schon gar nicht bei Tesla. Als Annäherung können wir uns dazu die sog. Disengagement-Reports ansehen, die die Kalifornische Verkehrsbehörde bei den Unternehmen, welche Autonome Fahrfunktionen testen, erhebt:
Aus meiner Sicht klingen 150.000km pro erforderlichem Disengagement nach echt viel, wobei Disengagement hier durch die Hersteller selbst definiert wird (siehe auch Artikel)
Meines Erachtens bietet Tesla hierzulande auch einfach viel Motiv für einen solchen Artikel/Leak. Ein Unternehmen, dass die deutschen Hersteller gerade komplett vorführt, bessere Autos zu geringeren Preisen bietet und dabei alles was im Autosegment polarisiert, auf sich vereint. Elektromobilität, Autonomes Fahren, KI, US Hersteller.
Will damit nicht sagen, dass die Daten an den Haaren herbeigezogen sind, aber viel Angriffsfläche bieten sie meines Erachtens auch nicht. Wäre sowas über VW, Mercedes oder BMW rausgekommen, wäre es sicher nicht so aufgeblasen worden.
Meine Daten sind in dem Leak übrigens nicht enthalten.