Du hast Recht. Bzw. hab ich mich einfach verlesen. Bioethanol wird in Benzinern verwendet. Das Verhältniss von Benzinern zu Dieseln ist laut statista aktuell 2:1. Daraus folgt man könnte durch ein Tempolimit 1,13 Milliarden Liter Benzin und 566 Millionen Liter Diesel Sparen. 1,13 Milliarden Liter Bioethanol entsprechen immer noch 15% des Weizens das die Ukraine exportiert oder Brot für 150 Millionen Menschen.
Um sich das ganze jetzt für Diesel anzuschauen:
Es waren rund 1,5 Milliarden Liter Ethanol und rund 3,5 Milliarden Liter Biodiesel. Für das Ethanol muss man so viel Weizen verarbeiten, wie auf etwa 500.000 Hektar wächst. Das ist mehr als das Fünffache der Fläche von Berlin. Und für den Diesel so viel Raps, wie auf 2,5 Millionen Hektar wächst.
– FAZ
Also könnten wir durch das ersparte Diesel 566 Millionen Liter Rapsöl sparen (Wenn so viel Rapsöl tatsächlich in Biodiesel in Deutschland steckt).
Rund 3,9 Millionen Tonnen Sonnenblumenöl exportierte die Ukraine im vergangenen Jahr, wie aiz.info schreibt. Das sind 57 Prozent des weltweiten Handels.
– bauernzeitung.ch
Das entspricht 4,24 Milliarden Liter. Das heißt, wenn man sagt, man kann Sonnenblumenöl durch Rapsöl ersetzen, könnten wir nochmal 13% der ukrainischen Sonnenblumenöl Exporte durch Rapsöl ersetzen.
Würde man zusätzlich noch Tempolimit 80 auf Landstraßen einführen, könnte man angeblich insgesamt 2,3 Milliarden Liter Sprit einsparen. Das würde dann 1.53 Milliarden Liter Benzin entsprechen, also sogar der Gesamtmenge an Bioethanol. Damit wären wir dann wieder bei dem Einsparpotential an Weizen, was ich oben genannt habe. Und bei Biodiesel wären es dann ein Potential von 766 Millionen Liter Rapsöl, was 18% des ukrainischen Sonnenblumenölexportes entspricht.
Übrigens aus dem FAZ artikel, wo ich die Zahlen her habe stammt auch noch das hier:
Nur woher sollen die 1,5 Milliarden Liter Benzin und 3,5 Milliarden Liter Diesel kommen, wenn sie nicht mehr in Bioraffinerien aus Getreide, Raps und anderen Agrarprodukten hergestellt werden? Russland, dem wichtigsten Öl-Exportland der Welt, wird kaum jemand mehr Geld als unbedingt nötig in die Kriegskasse überweisen wollen.
und
„In Zeiten der Knappheit müssen wir davon wegkommen, Ackerland für die Kraftstoffproduktion zu nutzen. Dafür sollten am besten Reststoffe wie altes Speiseöl genutzt werden. Oder zumindest Pflanzen, die nicht essbar sind, zum Beispiel trockenresistente Gräser.“ Das wäre die Lösung des Konflikts. An der Technik wird gearbeitet. Nur sind die Mengen, mit denen sie zum Einsatz kommt, noch überschaubar. Bis zum 13. Juli, wenn das Kabinett sich mit dem Thema beschäftigen will, wird sich daran ganz bestimmt nichts mehr ändern.
Während dort noch an der Technik gearbeitet wird, wäre ein Tempolimit direkt verfügbar.
Ich bin kein Fan davon, so lange Sachen gegen die Wand werfen bis irgendwas stecken bleibt. Wenn, dann sollte man auch wirklich überzeugt von seinen argumenten sein. Der Titel des Threads war leicht provokant gewählt und natürlich kann ein Tempolimit nicht den Welthunger besiegen. Und würde man die Biodiesel und Bioethanol Anteile reduzieren, dann würde das Tempolimit auf der anderen Seite auch weniger CO2 einsparen. Ich fand aber die Überlegung mal ganz interessant, wie sich das so Verhält mit Tempolimit und Biosprit. Es zeigt auch einfach in wie vielen Facetten Verbrenner schädlich sind. Und irgendwie hab ich auch die Befürchtung, dass diese Biosprits irgendwann als CO2-neutrale eFuels deklariert werden, damit Lindner dann „CO2-frei“ seinen Porsche mit der Nahrung anderer Menschen betanken kann.
Und was ich finde, was nicht angehen kann, ist, dass wir den Biosprit-Anteil nicht reduzieren, weil man nicht weiß, wo man den Ersatz herbekommen soll und man dann so eine einfache Lösung direkt vor den Füßen hat.