Ja. Das schließt nicht aus, dass sie auch Täter sein können und auch Profiteure des Patriarchats sind. Trotzdem sucht sich kein Mann die oben genannten Probleme selbst aus, die meiner Meinung nach auch im Patriarchat begründet liegen.
Dafür gab es den Disclaimer im Eingangspost:
Der Fokus ist hier auf den Problemen von Männern. Genauso wie man zurecht zB in der Diskussion um Gewalt gegen Frauen darauf besteht beim Thema zu bleiben und nicht zu Gewalt gegen Männer zu derailen, geht es hier in diesem Thread eben nicht hauptsächlich um Gewalt gegen Frauen.
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pbf85
13
Würde es niemanden interessieren würden wir es hier nicht thematisieren!
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Als die Lage Feminzide thematisierte, kam sofort die Kommentierung: Aber die Männer können auch Opfer von Gewalt sein. Etc.
Diskutiert gern weiter. Wird Zeit, dass sich auch mal jemand um die Interessen von Männern kümmert 
Am Thread Gewalthilfegesetz haben sich bisher zwei Frauen beteiligt.
Woran machst du fest, dass „es dann anscheinend niemanden“ interessiert? Mich interessiert das Thema Femizide sehr wohl ich äußere mich auch regelmäßig zu dem Skandal, dass wir seit immer zu wenig Frauenhäuser haben etc. Allerdings begegnet mir gelegentlich ein Haltung, die mir auch hier mitzuschwingen scheint: Bei „Frauenthemen“ haben Männer nichts zu sagen, weil sie Männer sind, die sollen sich erstmal selbst reflektieren etc. pp. Und wenn es dann um Männerthmen geht „Solange es Frauenthemen gibt, sollte nicht über Männerthemen gesprochen werden“… Was wäre dein Wunsch, wie hier über Männergesundheit gesprochen werden soll und von wem?
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Ich würde bestreiten, dass meine Interessen sich mit denen von Incels, Afdlern und anderen „klassisch“ patriachalen Männern überhaupt irgendwo überschneiden und wenn sie es tun, sicher nicht wegen unserer Gemeinsamkeit beim Geschlecht. Ich glaube auch nicht, dass es weit hergeholt ist, dass viele, vielleicht sogar die Mehrheit der Männer in einer weniger patriachalen Welt zufriedener und länger leben würden.
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pbf85
18
Ich finde das übrigens schade. Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir dieses Thema hier auch geminsam auf eine Sachliche Ebene bringen könnten. Ich glaube nämlich, dass die die hier mitdiskutieren würden weitestgehend nicht weit weg von deinem Denken sind.
Bei Migranten die zu Tätern werden (egal ob Amoklauf, Vergewaltigung, Diebstahl, Drogenhandel) sind wir uns hier im Forum ja weitestgehend ziemlich einig, dass diese Menschen eben nicht nur Täter sind, sondern auch Opfer. Opfer von Anfälligkeit für Beeinflussung aufgrund der prekären Lage, Opfer der prekären Lage selbst, Opfer der Umstände der Flucht, Opfer im Herkunftsland, etc.
Warum können wir nicht hier im Thread mit einer ähnlichen Sichtweise auf das Problem zugehen. Der Mann der seine Frau tötet weil die sich trennen will tut das ja nicht deshalb weil das rational so richtig ist, sondern weil er so geprägt ist, dass ihm das als richtiger Schritt erscheint. Natürlich sind es Männer die an dieser Prägung schuld sind und es müssen auch allem voran die Männer sein die dafür sorgen, dass sich das ändert.
Ich hatte dazu einen langen Text geschrieben in dem ich allem voran kritisieren wollte, dass es das Gesetz nicht schon längst gibt und dass auch die Gesellschaft viel mehr mit wachem Auge solche Fälle identifizieren muss, damit in späteren Prozessen die Gewalt bezeugt werden kann, habe ihn dann vor dem Absenden gelöscht, weil in anderen Threads die Frauen betreffen kritisiert wurde, dass sich vor allem Männer daran beteiligen. Diese Kritik wollte ich gar nicht erst aufkommen lassen.
Edit: Und ich habe auch in diesem Text geschrieben, dass es vor allem Männer sind, die ihre Mitmänner hier auch auf Spur bringen müssen. Wenn in der Kabine einer erzählt wie er seine Freundin herablassend behandelt, dann finden das die meisten falsch, aber es ist selten, dass jemand da wirklich dagegen redet. Es wird eher drüber gelacht. Das sollte sich ändern, damit falsches Verhalten (die mehrheit sieht es als Falsch) auch als solches offensichtlich wird.
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Ich weiß jetzt nicht, wo du das gesehen hast. Aber das ist natürlich nicht so.
Selbstverständlich braucht es auch Männer, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen.
Mich stört nicht die Thematisierung diese Threads, sondern die gleichzeitige fehlende Reaktion auf die Thematisierung von Frauenrechten (218, Gewalt, Parität).
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pbf85
20
Es ging um die Arbeitszeit von Eltern, vor allem Vollzeit bei Müttern. Aber auch schon in früheren Debatten über Schwangerschaftsabbruch und Femizide gab es diese Kritik.
Das Thema 218 war ja ohnehin erst für die nächste Legislaturperiode auf der Agenda, daher für mich gerade wenig Gesprächsbedarf. Da gab es diese Kommission und die war für eine Legalisierung, wobei Details wie Beratungspflicht offen gelassen wurden. Ich finde es auch falsch, dass sich die Union dagegen wehrt und würde mir wünschen dass es ähnlich wie bei der „Homoehe“ läuft und das dennoch irgendwie voran kommt, auch unter Schwarz-X als Regierung.
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MarkusS
21
Jedem sei seine Ironie gegönnt. Aber ich finde diese Haltung etwas schade. Rollenbilder einer patriarchalischen Gesellschaft schaden natürlich sowohl Frauen, die davon unterdrückt werden, als auch Männern, die diese Rollenvorstellungen nicht erfüllen können.
Sinnvoll wäre es jetzt m.E. zu sagen: hey - hier gibt es doch Synergien. Wenn wir gegen diese Rollenvorstellungen vorgehen helfen wir beiden Gruppen. Dafür ist es zunächst mal völlig egal, welche davon die größeren Probleme hat. Stattdessen wird den Männern, die unter diesen Rollenbildern leiden nun von beiden Seiten gesagt, dass sie sich nicht so anstellen sollen. Am Ende schadet das feministischen Zielen also mehr, als dass es nützt.
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Voraussichtlich werden im nächsten Bundestag die Mehrheiten fehlen.
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Ich entschuldige mich für eventuellen Sarkasmus. Vielleicht kann der ein oder andere trotzdem verstehen, woher der Frust kommt.
Da erarbeiten sich Frauen über Jahrzehnte (Jahrhunderte) mehr Rechte, worauf viele Männer (nicht alle!) mit Abwehr und Reaktionismus reagieren und dann sollen Frauen genau für diese Männer Verständnis haben…?
Ich versuchs.
Zeit, zum Thema zurückzukehren. Die Männergesundheit.
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pbf85
25
Ja, deshalb hatte es mich auch sehr gewundert, dass nach dem Bericht der Kommission nicht direkt ein Gesetz erarbeitet wurde. Das wäre immerhin ein Thema gewesen, welches die drei Parteien hätte einen können. Aber das wurde ja damals schon ausgiebig diskutiert und seitdem gab es keinen neuen Sachstand der zu diskutieren wäre.
Ich fand es auch falsch das zu verschleppen. Ob es stimmte, dass die Zeit zu knapp war um das noch umzusetzen kann ich als juristischer Laie leider nicht beurteilen. Ich hätte mir da auch mehr Entschlossenheit gewünscht.
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pbf85
26
Um ein Problem zu lösen muss man es verstehen. Wie soll den ein Problem gelöst werden wenn man den Ursachen nicht auf den Grund geht.
Das gilt für straffällige Migranten ebenso wie für ungesund lebende Bürgergeldempfänger und eben auch für Männer.
Hinter jedem Problem stehen Ursachen die dieses Problem verursachen. Und diese gilt es zu thematisieren. Der Grund warum ein Mann nicht zur Vorsorgeuntersuchung geht kann z.B. der gleiche sein wegen dem er auch Macht über Frauen ausübt: z.B. ein falsches Bild über Männlichkeit.
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Ja, setzen wir die Diskussion an dieser Stelle fort.
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Ein großer Unterschied zwischen Problemen von Männern und Frauen ist mMn, dass die Männer es, bis auf die abstrakte Größe „Erwartungen der Gesellschaft“ meist selbst in der Hand haben, diese Probleme zu lösen. Und zwar auf individueller Ebene.
Du hast ein höheres Herzinfarkt Risiko? Dann arbeite dich halt nicht zu tode. Geh zu Vorsorgeuntersuchungen.
Du hast Selbstmordgedanken? Mach ne Therapie, das ist keine Schande.
Keine Frau will eine Beziehung mit dir? Akzeptier, dass du darauf keinen Anspruch hast, arbeite an dir selbst.
Du willst enge Freundschaften? Dann pfleg sie. Lies vielleicht mal ein Buch dazu, wenn du nicht weißr wie.
Usw.
Das im Bildungsbereich auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden muss, ist in meinen Augen eine Binsenweisheit, die natürlich auch dafür gilt, dass die hormonellen und entwicklungstechnischen Herausforderungen von Jungen berücksichtigt werden müssen.
(Mir ist die Ironie bewusst, dass die Sicht, dass der Mann seine Probleme selbst lösen muss, teil des Problems ist… aber was soll ich machen, ich bin halt auch nur ein Mann.)
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Das ist immer mein erster Instinkt, aber ich denke er ist falsch. Denn dass das nicht passiert, hat eben etwas mit Sozialisation zu tun. So, wie meine Frau sich auch dann noch verantwortlich dafür fühlt, wie es bei uns zuhause aussieht, oder was die Kinder anziehen, wenn sie in die Kita gehen, egal, wie lange ich mich da schon drum kümmere und deswegen diese „Mental Load“ nie wirklich abwerfen kann. So, wie zu viele Frauen sich unfassbare Unverschämtheiten, Gemeinheiten und Grausamkeiten ihrer Männer bieten lassen, anstatt halt „einfach“ bei der Partnerwahl die Augen aufzumachen und bei Fehlgriffen solche Männer zeitnah zu verlassen. So, wie Frauen eben nicht einfach ihr Familienleben genauso „aufgeben“, wie Männer, um die gleichen Karrieren machen zu können und nötigenfalls die entsprechende Arbeitsteilung zuhause auszuhandeln. Genauso können Männer, die ihr Leben lang auf ein bestimmtes Rollenverhalten vorbereitet und konditioniert werden, nicht nur durch Eltern, sondern durch die gesamte Kultur um sie herum, nicht plötzlich aus eigener Kraft total reflektiert alles anders machen. Zumal das bei Männern zum Teil genauso hart sozial und beruflich bestraft wird, wie bei Frauen, wenn sie sich aus etablierten Rollen heraus bewegen.
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Flixbus
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Ja, ebenso wie die meisten Opfer von Islamismus Muslime sind. Das die Profiteure des Patriarchats zu fast 100% Männer sind, widerspricht dem ja nicht. Und für die „ellenlagen Ausführungen über Männer“ gibt es ja einen konkreten Anlass, der auch im Titel des Threads genannt wird. Der Anlass ist ausdrücklich nicht die Anzahl der Femizide in Deutschland. Die Thematisierung von misogyner Gewalt und von negativen Auswirkungen patriarchaler Strukturen und Denkmuster auch auf Männer schließen sich nicht gegenseitig aus. Bitte nicht Gegensätze konstruieren, wo es keine gibt.
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Aber ist die Sozialisation von Jungen heutzutage nicht überwiegend anders als früher? Ich als Lehrerin würde niemals von Jungen anderes erwarten als von Mädchen. Sie dürfen weinen, werden getröstet etc.
Auch als Mutter/Eltern denke ich, wir haben Tochter und Sohn gleich erzogen. Dieselben Werte vermittelt.
Könnte es zumindest bei jungen Männern nicht auch mit einer allgemeinen Überforderung der jungen Generation zu tun haben und Jungen und Mädchen reagieren dann auf den Druck eventuell unterschiedlich?
Nur so ein Gedanke.
Bei älteren Männern ist es vielleicht eher die unbewusste Angst vor Machtverlust. Oder sagen wir Kontrollverlust. Das trifft es vielleicht besser.