Subventionen mit der "Gießkanne"

Was mir in der aktuellen Debatte das erste Mal auffällt, aber gerade bei Steuervergünstigungen eigentlich immer der Fall ist:

Die Subventionen mit der „Gießkanne“ sind manchmal (häufig?) ein völlig schiefes Bild. Subventionen wie mit einer Gießkanne sind doch eher sowas wie das Klima- oder Mobilitätsgeld. Jeder kriegt gleichviel.

Das, was häufig „Subvention mit der Gießkanne“ genannt wird, so auch der Tankrabatt, der von Lindner vorgeschlagen wird, ist eher eine „Der Teufel scheißt auf den dicksten Haufen“-Subvention: Wer hat, dem wird gegeben. Wer die Subvention weniger braucht (weil er etwa reich genug ist, zwei Autos zu fahren), bekommt besonders viel davon.

Wenn wir immerhin nur Subventionen mit der Gießkanne machen würden (alle kriegen gleichviel), wäre schon viel gewonnen.

Ich wollte euch nur an der Schiefe der Gießkannen-Metapher und meinem Erkenntnis-Gewinn teilhaben lassen.

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Das Gießkannenprinzip passt schon, wenn man es konsequent zu Ende denkt:
Das erste was bei unerwarteter Bewässerung aus dem Boden treibt sind die (schiessenden) Pilze.
Diese nehmen dann vielleicht den kleineren im Umkreis liegenden Samen das Wasser weg, bleiben aber meist nicht lang.
Bei weiterem Guss setzt sich irgendwann der Mittelstand der Pflanzen durch.
Bei einheitlich einströmendem Wasser werden die Höchstwachsenden Blackrockbäume der Welt irgendwann die Gießkanne erreichen und diese direkt anzapfen.

Jetzt kann man- wie du- interpretieren dass die Gießkanne doch den Einstrahlwinkel ändern sollte um die Riesenbäume und Pilze zu umschiffen.

Oder man kann- und so denke ich- hinterfragen warum es eine künstliche Bewässerung in der jetzigen Form gibt und diese konsequent zusammenstreichen auf ein minimales Level.

Beim Klimageld passt das Bild aber nur halb. Denn die Idee war ja, dass alle für ihre individuelle CO2-Erzeugung über Steuern und Abgaben bezahlen und daraus eine einheitliche Kopfpauschale wird, die, sobald man ausreichend wenig CO2 verbraucht, einen Gewinn bedeutet.

Da ist er schon wieder, der nicht totzukriegende Bezug zur Natur. Der Vollständigkeit halber: Was ist denn das natürliche Level, der Naturzustand an Bewässerung?

eine hohe Staatsquote von jenseits der 50% (Deutschland liegt bei etwa 52%) spricht für einen hohen Staatsinterventionismus und geringes Wirtschaftswachstum. Es wird also eine Rezession oder Finanzkrise in diesen Ländern erwartet.
„Gesündere“ Staatsquoten sind da z.B. Irland, China, UK, Schweiz, Spanien - die alle im Korridor von 30-40% Staatsquote liegen.
Eine hohe Staatsquote bedeutet ja unter anderem, dass private Investitionen nicht gemacht werden wollen oder dürfen - was zumeist ja auch mit an der Politik liegt. Solang die StartUpPolitik in Deutschland steuerlich so unattraktiv ist wie sie ist muss man sich nicht wundern dass in Großbrittannien soviel StartupFinanzierungsgeld eingesammelt wird wie in Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen.
An vielen Stellen ist der deutsche Staat auch nicht Unterstützer sondern Konkurrent zur Privatwirtschaft - und das ist dann insbesondere problematisch, weil es Privatinvestitionen verhindert. Ein Beispiel ist die deutsche Post, die ihr unprofitables Paketgeschäft durch das Briefgeschäft voraussichtlich illegalerweise subventioniert und mit nicht marktgerechten Preisen die privaten Paketboten aus dem Markt drängt (der kein Markt ist solang ein Akteur staatlich bevorteilt wird).

@moderat könntest du bitte den Thread schließen? Es gibt wenig zu meinem eingangspost zu sagen, da er ja nur eine sprachliche Kuriosität behandelt. und entsprechend wird stattdessen über die Steckenpferde der Forumsmitglieder gesprochen. @ alleanderen: Macht doch nen Thread zu euren Themen auf.

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