Das scheint mir aber eher dieses wagenknecht’sche Links zu sein. Also für mehr Gleichheit aber eben nicht für alle.

Die Idee, Defizite in der frühkindlichen Betreuung/Bildung politisch statt mit besserer Ausstattung der Bildung lieber mit restriktiverer Migration lösen zu wollen, setzt meines Erachtens ein gewisses rassistisches Denken voraus.

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Gutes Beispiel: Meine Forderung in so einer Situation wäre die Kitas mit ausreichend qualifiziertem Personal auszustatten und so auszurichten, dass bei der Einschulung alle Kinder gut deutsch sprechen und nicht, bestimmten Kindern (anhand welcher Kriterien?) den Besuch der Kita zu verunmöglichen. Und wenn es einen Mangel an Ressourcen und qualifiziertem Personal gibt - was sicherlich der Fall ist - sind daran bestimmt nicht Kleinkinder schuld, die nicht genügend deutsch sprechen.

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Erstens, niemand hat gesagt es sollte ein Kind keinen Kitabesuch bekommen. Für diese Interpretation braucht man schon viel negatives Denken. Stattdessen geht es darum Zuwanderung Mengen mäßig zu steuern.

Es sagt auch keiner, dass mehr Personal in den Kitas nicht der richtige Weg wäre. Es ist nur kein Ansatz, der ad hoc möglich ist. Und für die Eltern, die sehen wie ihre Kinder eben keine Vorschule bekommen oder die aktuell nur verwahrt werden, da es für den sprachbedingten Förderbedarf zu wenig Personal gibt, braucht es eben akut Lösungen, nicht erst in 5 Jahren.

Das Problem ist natürlich, dass Schwarz-Rot und seit 2021 nun auch Rot-Grün-Gelb in diesem Bereich viel zu wenig tun bzw getan haben. Da sind wir uns einig. Aber wie hilft das jetzt bei der Lösung des akuten Problems?

Wir können uns doch keine Realität nach Wunsch backen. Die von euch präferierten Lösungen brauchen mindestens 3-5 Jahre bis sie wirken. Damit gebt ihr aber eine Kita-Generation auf. Die Eltern werden es euch danken.

Diejenigen, die diese strukturellen Probleme bekämpfen wollen, indem sie auf Abschiebung und Abschottung setzen, sind diejenigen, die sich die Realität nach Wunsch backen möchten.

Die Infrastruktur zu stärken ist der machbare, sinnvolle und pragmatische Ansatz.

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Die Darstellung, dass Defizite bei Vorschul- oder anderen Bildungsangeboten in KiTas durch und nur durch Migrationspolitik kurzfristig behoben werden kann, erscheint mir etwas weit hergeholt. (Menschenrechtliche Apskekte mal ausgeklammert)

Es ist hingegen so, das Kinder Geflüchteter offenbar weniger an Vorschulangeboten teilnehmen als die anderen Kinder, obwohl sie mehr davon profitieren würden.

https://www.waxmann.com/artikelART104377

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Ich sehe keinen Widerspruch. Niemand hat behauptet, dass Migrationspolitik der einzige Hebel sei oder sein solle. Mir scheint einige User legen mir hier bewusst (?) Bedeutungen in den Mund.

Ich sage nur, dass Migrationspolitik ein relativ schnell wirkender Hebel ist um eine akute Lage zu verbessern. Parallel darf man natürlich keine Zeit verstreichen lassen und muss weiter Infrastruktur aufbauen.

Wir hören ja auch nicht damit auf Windparks zu bauen nur weil ein Sommer mal nicht zu den Top 3 seit 1880 gehört.

Und auch das sollte nicht so sein. Jedes Kind im entsprechenden Alter in Deutschland hat Anspruch auf einen Kitaplatz. Wie wir aus Studien wissen ist die Förderung in diesem Alter ein unheimlich wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit. Fehlender Spracherwerb im Kitaalter korreliert stark mit schlechteren Leistungen in der Grundschule und diese mit der Chance ein Studium aufzunehmen.

Was passiert nun wohl aber wenn Kitas der Förderung nicht mehr gerecht werden können weil Gruppen zu komplex werden? Einkommensstarke gehen dann zu einer privaten Kita wo die Kinder noch Förderung bekommen. Einkommensschwache Familien bleiben zurück.

Gemein ist dann aber beiden Gruppen das Gefühl durch den Mangel zu verlieren. Der Einkommensstarke verliert Geld und der Einkommensschwache Bildungschancen.

Und den Grund identifizieren diese entweder in der Unfähigkeit der verantwortlichen Parteien (SPD, Grüne, FDP, CDU/CSU) auszubauen oder in der Zuwanderung oder in beidem. Unabhängig davon, jede der Optionen ist Wasser auf die Mühlen der Populisten.

Mir erscheint die Idee, dass man mit strengeren aber rechtstaatlichen menschenrechtskonformen Maßnahmen die angesprochenen 75%, die kein Deutsch sprechen signifikant reduzieren kann (wennüberhaupt), extrem weltfremd. Es erscheint mir sogar eher so, dass mit diesen Argumenten, die eigentlich notwendigen Maßnahmen in der Bildungspolitik verschleppt werden.

Mein Vorschlag: jetzt sofort den Personalschlüssel für mehr sprachförderungs und vorschul Zusatzangebote erhöhen. Also wirklich ontop und nicht zum ausgleichen von Personallücken mit Burnout-Garantie

Was ist konkret Dein Gegenvorschlag, der schneller wirksam werden soll. Was soll wer genau tun, damit die Geflüchteten nicht bis zur KiTa kommen und was sollen die Geflüchteten und ihre Kinder stattdessen tun und wo genau?

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Das Problem ist also, dass wir die KiTas schlecht ausstatten und dann die Opfer dieser Bildungspolitik gegen die Opfer von Kriegen ausspielen. Der Reiche macht übrigens Plus, da er die Angebote nur für sich selbst bezahlen muss und nicht mit seinen Steuern für die Ärmeren mit.

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Was ich nicht verstehe, ist, was KiTas mit Flüchtlingsströmen zu tun haben.
Schwangere dürften unter den Flüchtlingen sehr wenige sein, im Gegenteil hört man vor allem von jungen Männern.
Gerade letztere müssen also erst mal sich einen Partner suchen oder den dank Familienzusammenführung nach ziehen lassen. Beides geht nicht von heut auf morgen.
Eine restriktivere Flüchtlingspolitik wird auf keinen Fall schnelle Auswirkungen auf den Migrantenkinderanteil in KiTas haben.

Lass mich hier ganz klar sein. Das ist nicht was ich will. Für mich muss das Hand-in-Hand gehen. Es ist nicht so, dass ich mich über eine Begrenzung von Asyl freue. Es ist für mich ein notwendiges Übel, um für die Infrastruktur für eine vernünftige Aufnahme zu sorgen.

Hach wenn ich könnte wie ich wollte… Mein Vorschlag wäre

  1. Kassensturz. Lasst uns überprüfen wieviele Menschen wir mit unserem aktuell defizitären System aufnehmen und integrieren können. Und gleichzeitig muss der tatsächliche Bedarf bestimmt werden, gruppiert in MUSS-Aufnahme und KANN-Aufnahme. Den Muss-Teil müssen wir aufnehmen, das ist nicht verhandelbar.

  2. Die wichtigen Ministerien müssen zusammenkommen und verbindliche Pläne machen wieviel Infrastruktur man in 1, 2, 5 und 10 Jahren ausbauen kann. Diese Ziele haben oberste Priorität, im Fall von nötigem Bau auch vor Interessen von Berufsverhinderern wie Umweltaktivisten und Ausländerfeinden.

  3. Abgleich der Minister-Pläne mit den Fallzahlen. Die KANN-Aufnahme entspricht dann der Differenz zwischen MUSS-Aufnahme und aufgebauter Infrastruktur.

  4. Parallel zu 1-3 muss das Justizministerium zusammen mit dem Arbeitsministerium den Stock aus dem Hintern ziehen. Aufgenommene Flüchtlinge müssen zumindest in angespannten Regionen sofortigen Zugang zur bezahlten(!) Mitarbeit in in den angespannten Bereichen bekommen.

    Warum sollte ein Flüchtling nicht als Helfer in einer Kita oder Schule arbeiten. Warum sollte er nicht im Baugewerbe helfen, sofern es der Körper mitmacht. Warum sollten Flüchtlinge mit besonderen Sprachkenntnissen nicht als Dolmetscher für die übrigen arbeiten? Alles natürlich nur im begrenzten Rahmen (20 h pro Woche?) um sicherzustellen, dass sie genug Zeit für Spracherwerb, Bürokratie, Berufsanerkennung und so weiter haben.

  5. Bessere Verteilung von Menschen. Viele ländliche Gebiete, vor allem im Osten, in Niedersachsen, in NRW, haben viel Platz und Leerstand und könnten viel mehr Menschen aufnehmen. Der Bürgermeister meiner Heimat aus Kindheitstagen (SPD) hat vor 2-3 Jahren gesagt er würde gern doppelt soviele Flüchtlinge aufnehmen, um im Abbau befindliche Infrastruktur erhalten zu können.

    Nur leider verließen viele Flüchtlinge die Stadt so bald wie möglich Richtung der Großstädte. Daher wäre hier eventuell eine restriktivere Verteilung nötig (vielleicht über eine Reduktion der Wohngeldübernahme).

Was meinst du sollte getan werden?

Sehr guter Punkt, @der_Matti. Du hast vollkommen recht. Wenn wir mal von den ukrainischen Flüchtlingen absehen, flüchten natürlich quasi keine sehr kleinen Kinder oder Schwangere nach Deutschland. Daher wirkt eine Begrenzung bei der Aufnahme natürlich auch nicht morgen oder übermorgen, sondern eher in 2-3 Jahren, frühestens und begrenzt. Das ist für mich allerdings was ich im politischen Rahmen kurzfristig nennen würde.

Ich fürchte nur der Aufbau/Ausbau von Infrastruktur wird noch deutlich länger dauern. Ich sehe nicht, dass wir überhaupt schon angefangen hätten. Weder im Bau von Gebäuden, noch in der Intensivierung der Ausbildung. Gleiches gilt für Wohnungsbau, den Bildungsbereich und mehr. Das ist auch logisch, denn man kann nicht einfach die Ausbildung verdoppeln, da man auch Ausbilder (und Job-Interessenten) braucht.

Das musst du mir erklären. Müssen Haushalte mit bspw. 80.000 € Haushaltseinkommen keine Steuern zahlen? Ich dachte die zahlen wir alle. Hinzu kommt in vielen Bundesländern ein Elternanteil, den man sowohl in der kommunalen als auch in der privaten Kita zahlen muss (in letzterer meist deutlich mehr).

Einfach weil die Eltern, die ihre Kinder auch auf eine Super-Privat-KiTa schicken können, mehr steuern zahlen und in einem steuerfinanzierten System auch für die mitbezahlen müssen, die wenig oder gar keine Steuern zahlen. Mit einer schlechteren Förderung für Arme sparen also Reiche.

Es ist doch in vielen Bereichen für Reiche attraktiver für sich selbst zu sorgen als über eine Solidargemeinschaft.

Und schwupps hast auch Du eine KiTa-Generation aufgegeben.

Man muss doch mal ehrlich sein. Dass Bildung/Erziehung schlecht ausgestattet sind ist kein Schicksal sondern politischer Wille. Uns als Gesellschaft sind Kinder offenbar nicht mehr wert. Aber was uns offenbar noch weniger wert ist, sind Geflüchtete.
Obwohl beides uns schadet, geben wir unser Ressourcen lieber für andere Dinge aus.

Und zu den Scheinlösungen am Grenzzaun: Wenn weniger Kinder kommen, werden die KiTas nicht besser sondern bekommen weniger Personalstunden oder machen zu.

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Noch ein anderer Punkt, wo Familien, die ihre Kinder in Privatkitas stecken, sparen, ist, dass öffentliche Kitas bzw. Gemeinden (abgesehen von freien Jahren, wie z.B. das letzte in NRW) die Gebühren aufgrund des Familieneinkommens festsetzen, Wenn also gut Verdienende ihre Kinder aus dem öffentlichen System ziehen, kommt weniger Geld in die Kasse (analog zur ges. Krankenversicherung).

Was ich auch ganz wichtig finde, es wählen nicht „Kreise oder Bundesländer“ sondern Menschen. Also nicht FLÄCHE sondern INDIVIDUEN.
Dazu gibt es auf X (ehemals Twitter) basierend auf einem Projekt eines französischen Forscher (?) ein Projekt, das Karten zu Wähleranzahl „morphen“ kann. Der liefert interessante neue Ansichten.
Ja viel Fläche hat „blau“ gewählt, aber nicht viele Wähler.

Natürlich ist dies problematisch für die Region aber (noch) nicht auf Bundesebene.

Quelle auf X
https://x.com/chrispahm/status/1801150781363482979?s=46&t=517b4V-RWze_ebmJdPaESg

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Das stimmt so allgemein auch nicht. Bei mir ist K1 in einem städtischen Kindergarten und da gibt es eine feste Gebührentabelle. Wenn ich die Diskussion um die Kitagebühren in München richtig verstehe, dann ist das Thema Kitagebühren nicht nur von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt, sondern dann auch nochmal von Kommune zu Kommune.

Zudem gibt es neben öffentlichen Trägern ja auch noch freie Träger und Elterninitiativen, die das oft auch mit festen Tabellen regeln. Deutschlandweit sind nur ca. 1/3 der Einrichtungen mit einem öffentlichen Träger und 3% mit einem gewinnorientieren privaten Träger.

Wir müssen also bei Kitas weder davon sprechen, dass Kinder von Geflüchteten das System sprengen, noch davon, dass Reiche die ihre Kinder auf eine andere Kita geben als in die eines öffentlichen Trägers dem System schaden.

Da in der Regel Kitaplätze auch von freien Trägern und selbst von gewinnorientieren Trägern pro Platz mit einem Betrag x gefördert werden ist es für die Kommune dann auch fast egal ob das Kind zu einem privaten Träger mit Gewinnabsicht, zu einem gemeinnützigen Träger oder in eine kommunale Einrichtung geht.

Und fehlende Plätze kenne ich auch aus kleinen Orten in denen keine Flüchtlinge leben.

Die Frage bei Kitas kann also völlig unabhängig vom Thema Rechtsruck und Flüchtlingsströme behandelt werden. Hier ist es einzig und allein der Politische Wille der einen Einfluss auf die Entwicklung hat.

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Die Kita-Diskussion hier ist ein gutes Beispiel dafür, wwrum mMn inzwischen immer mehr Menschen AfD wählen: die beste Lösung des Kitaplatzmangels (und Wohnungsnot, etc) ist natürlich nicht Abschottung, sondern eine proaktive Gestaltung der Infrastruktur und Investitionen. Die Millionen+ Menschen, die 2015/2016 ins Land gekommen sind, sind weitestgehend noch hier (vermute ich). Dass konnte man schon 2015/2016 erahnen, da ja die Rechtslage bekannt, Erfahrungen gemacht und die Sicherheitslage in Syrien und Co. erwartbar schlecht bleiben würde.

Die logische Schlussfolgerung ist also, dass man vor 8 Jahren damit angefangen hätte, die Bedarfe für Kita-Plätze (und inzwischen Schulen) neu zu berechnen und entsprechend die Infrastruktur gestärkt hätte, damit (außer im kurzen Schock-Moment) die zusätzlichen Menschen gut integriert werden können.

Hat man das gemacht? Nein. Weder von Merkel III noch Merkel IV. Und auch von Scholz hört man dazu nichts. Ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass auch bzgl. der rund 1,16 Millionen Ukraine-Flüchtlinge niemand eine Studie zum Bleibeverhalten beauftragt hat um die Infrastrukturplanung an die grundlegend neue Situation anzupassen.

Die Aussage: „Wir müssen nur mehr Investieren, Stellen schaffen und Wohnungen bauen, dann sind wir sogar alle Gewinner der Migration!“ ist zwar wahr und es wäre die richtige Strategie, ich habe aber (leider) inzwischen sowas wie Verständnis dafür, dass viele Menschen nicht daran glauben, dass solchen Worten (die zudem viel zu wenige gesagt werden) auch glaubwürdige Taten folgen.

Was der AfD das Wasser abgraben würde wäre glaubwürdige Politik.

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Also erst hast du im Kontext von Kitas von einer

gesprochen. Das haben einige so interpretiert, dass es darum geht, Kinder vom Kitabesuch abzuhalten oder auszuschließen. Dem hast du widersprochen und gesagt, es gehe darum

und kritisierst an der Forderung einer Aufstockung von Kita-Personal, dies sei

Du sagtest, es brauche

und später fügst du an,

Auf Nachfrage, was das denn konkret bedeuten soll, also welche migrationspolitischen Maßnahmen denn die „akute Lage“ schnell verbessern können, schlägst du dann eine Reihe von Maßnahmen vor. Du sprichst von Menschen, die aufgenommen werden können versus welchen, die aufgenommen werden müssen, aber gleichzeitig auch von einer „Begrenzung von Asyl“ als einem „notwendigen Übel“. Nun wissen Leute, die ab und zu mal die Lage hören, dass eine schnelle Verringerung der Zahl von Menschen, die sich aufgrund eines rechtlichen Schutzstatus in Deutschland auffhalten, gar nicht möglich ist und auch mittelfristig nur, wenn Deutschland aus der Genfer Flüchtlingskonvention und anderen vergleichbaren internationalen Verträgen aussteigt. Alle anderen Pläne beziehen sich auf mittelfristige Planungen und den Widersruch in deiner Argumentation, was die zeitlichen Rahmen angeht, hat ja @Friedolino schon deutlich gemacht. Ich würde ergänzen, dass du auch inhaltlich keinen Punkt genannt hast, der deiner eigenen Behauptung einer „schnellen“ Lösung entspricht.

Ich spiel mal des Teufels Advokat. Was ich für richtig halte, habe ich oben bereits geschrieben.

Man könnte z.B. Asylsuchende die lediglich subsidiären Schutz haben (oder sogar solche, die „nur“ nach § 3 Asylgesetz aufgenommen wurden) sowie alle, für die die Entscheidung noch aussteht, zentral unterbringen und in solchen Unterbringungen die Kinderbetreuung aus den Reihen der Geflüchteten organisieren.

Eine Eigene Wohnung könnte dann als großen Bonus gewährt werden, wenn man entsprechende Bringschulden erbracht hat (tadelloses Verhalten, Abschluss Integrationskurse und Sprachkurse, Arbeitsaufnahme, …)

Man könnte (z.B.) auf Lesbos sich das Technische Hilfswerk austoben lassen und mit wenig Geld die Kapazitäten und Lebensqualität vervielfachen. Dann hätte man auch einen zumindest grenznahen Ort, an den man abgelehnte Asylbewerber verbringen könnte. Einmal im Monat fragt man dann: willst du bleiben oder sollen wir dich nach Hause fliegen?
Die Kosten für Flüchtlingsunterbringung sind 55 mal höher als das Gesamtbudget des THWs…

Die Möglichkeiten sind groß, wenn man eh der Meinung ist, dass man die Leute nicht dauerhaft hier haben will.
Sehr populistisch formuliert: die Meinung, dass das GG unter Menschenwürde versteht, jedem, der seinen Fuß auf deutschen Boden gesetzt bekommt, eine Wohnung und ein bedingungsloses Grundeinkommen zu bezahlen, wird nicht von allen Menschen in Deutschland geteilt.

Welche Partei hat „Bildung/Erziehung schlecht ausstatten“ im Parteiprogramm zu stehen? Keine einzige. Wir haben die Situation, dass eine Seite keine Lösungen anbietet und/oder sie seit Jahrzehnten nicht umsetzt. Die Andere Seite bietet populistische Scheinlösungen an. Wie gesagt: Was der AfD das Wasser abgraben würde wäre glaubwürdige Politik.

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Die Debatte ist mindestens 30 Jahre alt, das wurde (und wird?) immer wieder gemacht, ist aber meistens tatsächlich eher teurer als eine dezentrale Unterbringung.

Wenn es Geflüchtete mit entsprechender beruflicher Qualifikation aus dem Ausland und den passenden Sprachkenntnissen für die Kinder, die betreut werden müssen, ist das sicherlich eine Option. In der Praxis ist aallerdings die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland kompliziert und langwierig. Oder plädierst du dafür, die geltende Gesetzgebung zur beruflichen Qualifikation in der Kinderbetreuung, für die Fachkräfte jahrzehntelang gekämüpf haben, für Menschen mit einem bestimmten Aufenthaltstatus auszusetzen?

Auch diese Idee, also dass andre EU-Staaten, ob nun direkt oder mittelbar durch von ihnen finanzierte Organisationen, in Ländern wie Griechenland so etwas tun, ist nicht neu. De facto hat es noch nicht einmal dazu geführt, dass die Bedingungen etwa in den Lagern auf Lesbos auch nur menschenwürdig sind. Von den regelmäßigen Übergriffen vonseiten griechischer Sicherheitsorgane ganz zu schweigen. Kurz: Das mag ein Vorschlag nach dem Motto „Aus den Augen - aus dem Sinn“ sein, aber keiner der mit geltendem Recht vereinbar ist.

Es hat ja Gründe, warum bestimmte Grundrechte aka Menschenrechte im Grundgesetz so verankert sind, dass sie nicht von einer Mehrheit der Bevölkerung einfach aufgehoben werden können und ich würde noch hinzufügen, erst recht nicht von einer „gefühlten Mehrheit“. Daher weiß ich nicht, wozu dieses Argument führen soll, außer noch mehr Ressentiment zu schüren.