Hier gibt’s das ganze auch in kurzer Podcast-Form (von -9:24 bis -5:30).
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Als Grund für die Problematik wird genannt, dass die Baupreise durch Handwerker- und Materialmangel, aber auch stetig wachsende Anforderungen (Dämmung, Lärmschutz, Umwelt, Wärmepumpen usw.) massiv gestiegen sind, sodass die Mieten für neu gebaute Wohnungen zwangsläufig, wenn diese eine gewisse Mindest-Rendite erzeugen sollen, sehr hoch sind. Da die neu gebauten Wohnungen also in der Miete deutlich teurer sind als die Altbestände kommt es durch das zusätzliche Angebot zu keiner effektiven Mietpreissenkung.
Tja, was kann man dagegen tun?
Weniger Anforderungen an Neubauten zu stellen ist eine fragwürdige Lösung, da wir ja durchaus wollen, dass die Standards steigen, also umweltbewusst und emissionsarm gebaut wird.
Einige sehen - das wurde ja in der Vergangenheit auch schon diskutiert - das Problem auch darin, dass Altverträge so viel günstiger sind als Neuverträge, sodass es sich für das Rentner-Ehepaar in der 120 m²-Wohnung, die damals für ihre Kinder angemessen war, nicht lohnt, in eine ausreichende 60 m²-Wohnung umzuziehen, weil letztere ähnlich teuer oder sogar teurer wäre als die bisherige. Eine Anpassung der Mieten von Altverträgen an das hohe, neue Mietniveau würde zwar das Problem der „Fehlbelegung“ ein Stück weit reduzieren, aber zu massiven Härten führen, da die Mieten einiger Menschen plötzlich massiv steigen würden. Und diese Langzeit-Mieter sind in aller Regel nicht in der oberen Mittelschicht anzusiedeln, sondern darunter… Und Rentner nun mit künstlichen Mieterhöhungen aus ihren Wohnungen zu drängen ist generell äußerst fragwürdig.
Ein anderer Ansatz wäre eine Preisbremse bei Neubauten, aber dann droht die Gefahr, dass sich Bauen auch für die Unternehmen nicht mehr lohnt und folglich weniger gebaut wird. Die Frage ist, welche Rendite-Erwartungen Bauunternehmen aktuell haben und ob da ein Spielraum ist, diese zu senken, ohne dass die Zahl der Neubauten zurückgeht.