In einem anderen Thread wurde vorgerechnet, dass die reichsten 10% bei (ich meine) 2% Vermögenssteuer weit über 10 Milliarden pro Jahr Steuern Zahlen müssten.

Keine Ahnung was du da gerechnet hat, aber bei Steuerklasse 1 komme ich rechnerisch bei einem Jahresbrutto von 100k auf knapp 25% Lohnsteuer. Bei 120k sind wir dann schon bei >28%…

Gerechnet mit dem hier: https://www.brutto-netto-rechner.info

Nicht meine Meinung. Ich habe Unionspolitiker zitiert. Auch Grüne und SPD wollen da ran.

Ich habe nicht geschrieben sie Einkommenssteuer zu senken.

26,3% sind 56 000€ zu versteuerndes Jahreseinkommen

Ich bin mir nicht sicher wo du deine Zahlen her hast, aber die können nocht stimmen.

Mit allem Respekt. Beim Bürgergeld bekommt eine Person etwas vom Staat (Steuer- und Abgabenzahlern). Außerdem wird beim Bürgergeld auch eine Arbeitsvermittlungsaktion beigefügt.
Ich finde und fand den Vergleich immer sehr schief.

Ich verstehe deinen Punkt hier nicht. Wir hoffen das die Grundsteuer funktioniert. Alle Protale weißen schon darauf hin sofort Einspruch einzulegen und Klagen sind schon in Vorbreitung.

Außerdem blendest du dabei aus, dass die Immobilien nur einen Teil darstellen. Kunst, Stiftungsvermögen usw müssten ebenfalls bewertet werden.

Warum wollen hier so viele mit der komplexesten Steuer anfangen? Das verstehe ich einfach nicht…
Erbschaftsteuerreform, Kapitalertragssteuer und Steuerhinterziehung. Weniger Aufwand viel mehr Ertrag, politische Mehrheiten in Greifbarer Nähe

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Natürlich tun sie das. Bei den Steuerseminaren freut man sich immer auf den Schluss, wenn dann wieder die Höhepunkte dessen kommen, mit dem sich die deutschen Finanzhöfe beschäftigen durften. Wir haben nicht so komplizierte Gesetze, weil die Politiker das wollen, sondern weil sofort Leute da sind, die jeden Sonderfall vor Gericht prüfen lassen und dann der Gesetzgeber wieder nachbessern muss.
Edit: die meisten Einsprüche werden übrigens wegen Falscheingaben erwartet, wenn zum Beispiel das Agrargrundstück als Wohngrundstück gemeldet wurde.

Und die Vermögenssteuer ist gar nicht kompliziert, denn wie bei der Einkommensteuer (und der Erbschaftssteuer) ist es Aufgabe des Steuerpflichtigen sein Vermögen zu melden. Wenn die Prüfung zu kompliziert ist, lässt man sie weg. Und wenn auffällt, dass jemand zu wenig angegeben hat, weil er plötzlich stirbt und die Erben eine ganz andere Erbschaftsteuer abgeben oder ein Bild viel teurer verkauft als angegeben, dann wird eben alles geprüft und die letzten 10 Jahre mit Zinsen nachgefordert - und wenn der Staat Lust hat, gibt es noch ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung oben drauf.

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Hat jemand einen Link zu einer Begründung dieser Forderung des BVerfG? Mir ist nicht klar, warum man Vermögensgegenstände gleich behandeln muss. Das ist im Grunde ja kaum möglich.

Denn Werte von vielen Besitztümern sind extrem volatil. Etwa ein Gemälde ist am Ende auch nur so viel Wert, wie ein etwaiger Käufer dafür ausgeben mag.

Das wäre zumindest ein Start (wieso 25% Zinsen auf Geld, das andere erarbeitet haben, gegenüber fast 50% Höchststeuersatz auf selbst erarbeitetes Geld?)

Hätte man das vor 30 Jahren gemacht, wäre die Schere auch nicht so weit auseinandergegangen.

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https://openjur.de/u/178522.html
Letztendlich war es eine politische Entscheidung, weil die (schwarzen) Parteien Grundbesitzern besonders gesonnt gewesen waren.

Das war nicht immer so wie es jetzt ist. Nur wanderte dann das Geld aus (was die Arbeitskraft nicht so einfach kann). Beschlagnahmte Geldkoffer an den Grenzen waren in den Nachrichten wie heute Kokainfunde.
Also hat man Geld geringer besteuert und gesagt: wir geben euch Amnesie, wenn ihr das Geld zurückbringt, dafür fallen weniger Steuern an.
Hätten wir vor dreißig Jahren schon so kooperative und vernetzte Banken wie wir sie heute haben wäre die Kapitalertragssteuer wohl nie eingeführt worden.

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Mit welcher Schwelle wurde da gerechnet? Das müsste dann ungefähr 1 Mio Euro Nettvermögen sein.

Dann sind wir genau beim Mittelstand, von dem @Margarete sprach, und auch bei einem Einfamilienhaus.

Lasst uns mal abwarten, ob und wie die Parteien mit dem Vorschlag wieder an den Start gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPD einen Vorschlag entwickeln wird, wo jeder zweite Landwirt in Niedersachsen der zwei Hallen und drei Landmaschinen besitzt, in Zukunft Vermögenssteuer bezahlen wird. Das reichste Prozent geht bei 1,3 Mio Euro Nettvermögen los. Wenn man an die ran will, trifft man definitiv den Mittelstand. Nur mal als Beispiel: eine GmbH, die 200.000 Euro Vorsteuergewinn erzeugt, wird ungefähr auf 1,5 Mio EUR taxiert (je nach Bewertungsverfahren). Das ist ein Unternehmen mit vielleicht 10 Angestellten. Meiner Definition nach ist das Mittelstand.

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Ne, das waren iirc ~760.000€ pro Haushalt, also meist unter 400.000€ pro Kopf.

Das artet hier gerade in eine Vermögenssteuer-Diskussion aus. Ich glaube, der Punkt des Eingangskommentars ist klar geworden.
Ich mache dann mal zu.

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Das steht zwar im Wahlprogramm von Grünen und SPD und letztere machen damit vor jeder Wahl Wahlkampf, aber sobald es dann um den Koalitionsvertrag geht oder konkrete Gesetztesvorhaben aus der Regierung heraus, wir kein Gesetzesvorschlag eingebracht. Noch nicht mal eine Debatte wird angestoßen.

Das liegt schon an den Parteien selbst: Die Forderung kommt meist vom Linken Flügel oder von der Parteibasis. Wenn man sich dann die Regierungsmitglieder beider Parteien, bei der SPD des letzten Jahrzehnts, anschaut, sieht man eigentlich nur Personen aus dem rechten oder realo Flügel in den wichtigen Entscheidungspositionen. Fakt ist: Niemand der in den letzten zwanzig Jahren etwas in der SPD oder Grünen zu sagen hatte, wollte eine Vermögens oder Erhöhung der Erbschaftssteuer.

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Dem stimme ich zu und würde gerne ergänzen: Die Grenzen dürfen auch deshalb nicht zu niedrig angesetzt sein, um Menschen die Hoffnung auf sozio-ökonomischen Aufstieg zu lassen. In Deutschland braucht es statistisch bestrachtet 6 Generationen, bevor es im Durchschnitt gelingt aus einer ursprünglichen Arbeiterfamilie zum Durchschnittseinkommen aufzusteigen.

Wir sind in Sachen Klassendurchlässigkeit im europäischen Vergleich besonders schlecht aufgestellt. Daher halte ich es für wichtig insbesondere eine Erbschaftssteuer so aufzusetzen, dass die Bildung und Vererbung von Geldadel einerseits beschnitten, der Aufbau und die Weitergabe von intergenerationellen Rücklagen in den unteren Einkommensschichten hingegen zugunsten der Aufstiegsmöglichkeiten der Kinder und Enkel aus kleinen Verhältnissen gefördert wird.

Als fünften Punkt kann man gern die Luxussteuer hinzufügen, diese kann ja insbesondere bei teuren Immobilien Wirkung zeigen.

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Sorry. Versteh ich nicht.

Ich denke, man sollte alles, was sinnvoll ist, fordern. Wenn dann im Rahmen von Kompromissen notwendig ist, von einzelnen Aspekten abzurücken, dann sei es so. Aber von vornherein auf die Vermögenssteuer zu verzichten, ist nicht klug.

Zumal das Verfassungsgericht damals gesagt hat, sie sei zu niedrig (!), also die Bewertung von Immobilien sei zu niedrig. Nicht wirklich logisch, sie dann ganz wegzulassen, oder @mr.mucki ?

Ich hatte diesen Thread noch einmal geöffnet, weil mich ein Nutzer darum gebeten hatte, möchte ihn dann aber wegen der großen Anzahl von Beiträgen, bald wieder schließen. Wenn ihr noch etwas (Neues) beitragen wollt, gerne jetzt.

Vielleicht nochmals warum ich es aus rein praktischen Gründen für höchst Problematisch halte sich nun für eine Vermögenssteuer einzusetzen.

  1. Es müsste erst einmal ein schlüssiges Konzept erarbeitet werden nach welchen Kriterien Vermögen erhoben (gemessen) wird.
  2. Welche Vermögen besteuert werden sollen. Bsp.: Wenn ich ein Hauseigentümer bin und mein Grundstück und Haus durch Wandel einen Wert von 1Mio€ an Marktwert hat und abbezahlt ist, ich aber nur Mindestrente bekomme, werde ich keine Liquidenmittel haben, um diese Steuer abzuführen. Man kann hier auch Firmenanteile nennen oder Kunst oder bei den Landwirten Boden.
  3. Welchen Netto Ertrag würde diese Steuer einbringen, im Vergleich zu anderen Steuern, die kaum Aufwand haben?
  4. Wie würde eine Umsetzung der Steuer aussehen? Wir sehen das Desaster bei der Kindergrundsicherung, bei der Grundsteuer, beim Klimageld.

Diese Fragen sollten erst einmal komplett beantwortet werden, bevor ich überhaupt irgendwelche Energie einsetzen würde um politische Mehrheiten zu organisieren.

In kurz: Kosten Nutzen Rechnung anstellen, dann mit anderen Vorschlägen vergleichen und mit dem bestbewerteten Vorschlag anfangen.
Das wären nach meinen Recherchen:

  1. Erbschaftssteuer 37 Mrd€/a
  2. Kapitalsteuer auf Lohnsteuer Nievau bringen 35 Mrd.€/a
  3. Klimaschädliche Subventionen streichen 57Mrd.€/a
  4. Stiftungen ordentlich besteuern (keine Zahl gefunden)
  5. Steuerhinterziehung bekämpfen 100Mrd€ Potential

Damit sind schon mal 100 - 200 Mrd€/a mehr im Haushalt, wenn ich die Recherche Zahlen halbwegs gut zumsammen gefasst habe. Bei allen 5 sind die Konzepte fertig. Es ist keine neue Behörde zu schaffen und auch das Personal in den Behörden muss nur bei der Steuerhinterziehungsbekämfung erhöht werden.

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Es wird nicht richtiger, wenn man es 10x wiederholt.
We agree to disagree.