'Solidarität' als Strategie

Ich denke das Wort Solidarität wird von einigen Menschen intuitiv im strategischen Kontext verwendet. Im Kampf zwischen ‚Kapitalisten‘ und ‚Arbeitern‘ ist das mit abstand schärfste Schwert der ‚Arbeiter‘ der Generalstreik. Die Bewegung hinter Gandhi kämpfte mittels gewaltlosen Widerstand gegen das Empire. Beide Strategien funktionieren ausschließlich in Geschlossenheit - in ‚Solidarität‘.

Wenn bei einem Generalstreik der Teil der Arbeiter wieder weiter in die Fabrik geht, die keine Kinder ernähren müssen, dann verliert die Aktion ihren Druck.

Aktuell steht die Regierung unter immensen Druck, ich kann mich nicht erinnern, wann der öffentliche Diskurs schon jemals so kritisch gegen die deutsche Regierung war. Und zwar durch alle politischen Spektren hindurch. Es ist sicherlich kein Zufall, dass das genau in einer Zeit passiert, indem beinahe alle Menschen, in unterschiedlichen Maße, unter den politischen Entscheidungen der Bundesregierung gelitten haben.

Wenn nun plötzlich ein großer, schnell wachsender Teil der Bevölkerung von den Maßnahmen befreit wird, dann lässt der Druck auf die Regierung sofort nach. Man muss sich nur mal die Hartz IV Krise anschauen, die in Deutschland seit Dekaden Millionen von Menschen die Würde abspricht.

Oder umgekehrt gedacht: Welches Argument spricht dafür, dass der gesellschaftliche Diskurs und politische Druck für Hilfe für die irgendwann verbleibenden letzten paar Millionen Menschen, nicht nicht auf das selbe wirkungslose Niveau zusammen bricht, wie z.B. die Debatte über Hartz IV?