Sind die Kommunen ggü. ihren Landesvertretungen im Bundesrat zu leise?

Bezüglich einer fehlenden direkten Vertretung der Kommunen in Berlin, frage ich mich, ob die Kommunen gegenüber ihren Landesvertretungen zu still sind?

Die Kommunen hätten doch alle Möglichkeiten, sich an ihr Bundesland zu wenden und zu sagen, wo denn finanziell der Schuh drückt. Wenn das nahezu alle Kommunen seit Jahren betrifft, frage ich mich, wo da der Aufschrei der Kommunen ist?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesländer das immer ignorieren? Der Investitionsstau für Infrastruktur und hohe soziale Kosten kommen ja nicht überraschend, also muss ich davon ausgehen, dass die Kommunen sich schon länger beschweren. Im Ergebnis wird aber weiterhin an der Schuldenbremse festgehalten, die die Union mehrheitlich so beibehalten will.

Das muss doch ein massiver Widerspruch zwischen Kommune und Bundesland sein?

Jetzt wird in der Tagessschau berichtet, dass man bezüglich der Wohnungsnot die ländlichen Räume attraktiver machen möchte. Unter anderem so: "„Es muss gelingen, die ländlichen Räume durch neue Verkehrswege, wie etwa neue oder reaktivierte Bahntrassen, besser an die Ballungsräume anzubinden und als Wohn- und Lebensräume insgesamt attraktiver zu machen“, sagte er.

Gute Gesundheitsversorgung, erreichbare Nahversorgungsangebote wie Einkaufsmöglichkeiten, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und ein besseres Kultur- und Freizeitangebot könnten dazu beitragen, strukturschwache Regionen für die Menschen attraktiver zu machen.

Für derlei Maßnahmen könnten Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, sagte Berghegger. Ein solcher nachhaltiger Umbau wäre „ein echter Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in ganz Deutschland“." - sagt Andre Berghegger, der lange für die Union im Bundestag saß und vermutlich auch pro Schuldenbremse war. Quelle: Wohnungsnot: Kommunen fordern Konzept für ländlichen Raum | tagesschau.de

Es gibt ja Parteien, die seit Ewigkeiten für genau das eintreten, was Herr Berghegger da anspricht. Aber die restriktive Finanzpolitik steht dem entgegen.

Sind die Kommunen schlecht organisiert oder machtlos gegenüber den eigenen Bundesländern?

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Die Kommunen äußern sich doch regelmäßig dazu via Deutschem Städtetag usw.

https://www.zeit.de/news/2026-09/25/dauerstreit-kommunalfinanzen

Und unzählige weitere Meldungen.

Länder und Bund jucken sich halt nicht daran.

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Es sei denn, man kan mal wieder eine "Debatte " starten, dass die Ausländer das Stadtbild kaputt machen. Aber das kostet natürlich auch weniger Geld.

Scheint dann wohl eine unbequeme Frage zu sein, mit denen sich Bund und Länder nicht auseinandersetzen wollen.

Das Ignorieren des Problems macht es aber auch nicht besser.

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@Mitte schreibt ja schon, dass es von Städtetag usw. viele Meldungen dazu gibt, aber daraus folgendes zu schlussfolgern finde ich zu billig:

Also Bund und Länder sind ja keine eigenen Akteure - sondern die relevanten Entscheidungen werden schon von Politiker:innen in Parteien getroffen. Zum einen wirst du als Bundespolitiker:in kaum gefeiert wenn du pauschal Geld in die Kommunen bringst, weil das erstmal heißt du musst Einnahmen von wo anders weg nehmen. Und dann ist es halt viel attraktiver Geld mit Förderungen zu verteilen, weil man dann mitlenken kann wo das Geld hingeht…

Also solange eine SPD in der Kommune A sagt, Schwesig auf Landesebene B und Klingbeil auf Bundesebene dann C macht bleibt das Problem genauso erhalten wie es ist. (Bei anderen Parteien ähnlich)
Also eigentlich ist es Aufgabe der Parteien eine Vision anzubieten die auf den unterschiedlichen politischen Ebenen zusammenpasst… aber Stand jetzt ist Burkhard Jung als SPD Mitglied Vorsitz des Deutschen Städtetags und widerspricht in dieser Rolle regelmäßig seinen Kollegen auf Landes und Bundesebene…

Ich sehe große Unterschiede. Hessen hat in den 2010ern, als die Zinsen niedrig waren, einen Altschuldenfonds aufgesetzt, womit viele Kommunen sich gesund stoßen konnten. Natürlich klagen die heute über Probleme, weil die Sozialausgaben explodieren, aber das ist tragfähig. Da hat insbesondere Schwarz grün einen top Job gemacht.
In NRW haben die Regierungen in der Zeit gewechselt, die Schulden waren höher und die Probleme tragen sich weiter. Als 2020 das Thema bei der Ampel aufgemacht wurde, hat Hessen, zu recht, gesagt „werden wir für die guten Taten bestraft?“

Das macht die kommunale Entschuldigung so schwer. Kommunen hängen immer hinterden Ländern und die Situation ist sehr unterschiedlich.

Kernproblem ist bei allen, sie müssen Sozialausgaben tragen, die der Bund festlegt. Wurde im Podcast teilweise thematisiert.

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