England und Frankreich haben nach Angaben des britischen Premierministers Keir Starmer eine Vereinbarung über die Entsendung von Soldaten in die Ukraine unterzeichnet.
Merz kann “sich vorstellen”, Kräfte für die Ukraine “auf benachbartem Nato-Gebiet” zu stationieren. (Der Vollständigkeit halber: Die Bundesregierung hatte bereits in der Vergangenheit zugesagt, einen Ukraine-Einsatz finanziell unterstützen und/oder sich an der „Ertüchtigung“ der ukrainischen Armee beteiligen zu wollen (Ausstattung, Ausbildung)).
Kann mir mal jemand gute Gründe nennen, warum Deutschland sich drücken darf?
Gute Gründe sind für mich nicht die zu erwartenden erheblichen innenpolitischen und innerkoalitionären Probleme. Merz hatte schon bisher wenig Bereitschaft erkennen lassen, die Bundeswehr für irgendeine Art von Einsatz in der Ukraine bereitzustellen. Die gesellschaftliche Ablehnung wäre wohl groß, und die Mehrheitsfindung im Bundestag wäre angesichts des zu erwartenden Widerstands des linken SPD-Flügels gegen ein Ukraine-Mandat sehr schwierig. Aber “schwierig” sollte eine Regierung mit Führungsanspruch nicht abhalten, oder?
Weitergehende Infos:
„Wird sich Europas größtes Land da raushalten können, wenn Frankreich und Großbritannien Truppen hinschicken?“, fragt ein Regierungsvertreter. Auch der Bundeskanzler selbst scheint das zu wissen – und lässt Türen offen. „Ich will für mich sagen und auch für die Bundesregierung: Wir schließen grundsätzlich nichts aus“, sagte er am Dienstag.
Die US-Regierung hat nach langem Hin und Her zugesagt, sich relativ substanziell an der Überwachung und Sicherung eines Friedensabkommens zu beteiligen. … Merz betonte am Dienstag, dass starke Sicherheitsgarantien der USA entscheidend seien. In diesem Punkt habe sich Washington deutlich bewegt, heißt es in Regierungskreisen. Die US-Vertreter bei dem Pariser Treffen, Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner, bestätigten das. Dem derzeit vorliegenden Plan nach, den Amerikaner, Europäer und Ukrainer ausgearbeitet haben, sollen die USA in erster Linie dafür verantwortlich sein, die Waffenstillstandslinie zu beobachten, die Einhaltung des Friedensabkommens zu verifizieren und eventuelle Verstöße festzustellen. Der US-Regierung käme damit eine Art Schiedsrichterrolle zu. Washington werde wohl überwiegend unbemannte Systeme zur Überwachung der mehr als 1000 Kilometer langen Frontlinie einsetzen, Sensoren, Satelliten und Drohnen etwa, sagen Diplomaten.
Eine europäische geführte „Sicherungstruppe“, an der nach derzeitigem Stand vor allem Frankreich und Großbritannien beteiligt sein werden, soll im Land stationiert werden. Die europäische Truppe wiederum soll Rückendeckung durch die Amerikaner erhalten.
(Süddeutsche Zeitung vom 7.1.26)