"Schulöffnungen"

Hallo zusammen!
Ich störe mich an dem Begriff „Schulöffnungen“, der seit dem Ende der Februarferien überall in den Medien die Runde macht und aus meiner Sicht ein völlig falsches Bild der Lage zeichnet.
Ich arbeite selbst im Schuldienst und bin an meiner Schule auch u.a. für die Stundenplanung zuständig - in einem Bundesland mit insgesamt niedrigen Inzidenzwerten - in einer Stadt, die bislang dauerhaft unter jedem in den letzten Monaten gültigen Grenzwert lag. Bei uns war die Schule „zu“ nur an ein paar Tagen vor Weihnachten. Ab Januar bis zu den Februarferien waren die Abschlussklassen da und das sind sie auch jetzt - sonst niemand.
Ab der zweiten Märzwoche wird es dann sogenannten „Wechselunterricht“ (niemand hat bisher irgendwo verbindlich festgehalten, was das eigentlich sein soll) für alle anderen Klassenstufen geben. Bei den Vorgaben, die wir bzgl. der Abstände in den Räumen haben, heißt das aufgrund der Raumgrößen, dass in vielen Räumen nur ca. 7-9 Schüler:innen gleichzeitig in Präsenz in einem Raum sein dürfen. Das würde wiederum bei einer Klassenstärke von 28 Schüler:innen (bei uns keine Seltenheit) bedeuten, dass die Schüler:innen u.U. alle 4 (!) Wochen in Präsenz in einem Fach am Unterricht teilnehmen dürfen. Egal, wie man das organisiert (die ganze Woche oder jede Gruppe an einem Tag, der dann von Woche zu Woche durchwechselt). Es gibt an vielen Schulen keinerlei Raumreserven, weil Schule in Deutschland nunmal häufig „Massenhaltung“ ist, bei der jede Abstellkammer noch umfunktioniert wird, wenn das aufgrund der Schüler:innenzahlen nötig ist.
Von einer „offenen“ Schule, in die die Schüler:innen regelmäßig gehen, um dort etwas zu lernen, sind wir also in jedem Fall meilenweit entfernt.

Abgesehen davon ist auch überhaupt nicht geklärt, wie die Betreuung der dann zum Teil 75% einer Klasse, die nicht in Präsenz in der Schule sind, eigentlich ablaufen soll. Bisher kann man das als Lehrkraft über den Distanzunterricht gewährleisten - wenn man dann aber wieder in Präsenz die Schüler:innen in der Schule betreut, kann man sich ja nicht zerteilen. Ein „Streaming“ der Präsenzstunde zu den Schüler:innen im Distanzunterricht ist technisch unmöglich (bei uns laufen dauerhaft den ganzen Tag 40 Unterrichtsstunden gleichzeitig in der Schule - keine Leitung der Welt hält das aus, unser Schulnetz schon gar nicht) und pädagogisch auch nicht sinnvoll. Aufgabenformate für den Distanzunterricht müssen sich von denen im Präsenzunterricht unterscheiden - das bedeutet im „Wechselunterricht“ dann schon doppelte Vorbereitung für jede Unterrichtsstunde (Präsenz- und Distanzversion) + die schon angesprochene noch nicht geklärte Frage, wenn die Distanzschüler:innen betreut werden sollen. Der Tag einer Lehrkraft, die wieder „normal“ im Unterricht steht, ist entgegen aller Klischees jetzt nicht so leer, dass man da dann noch alle Unterrichte des Tages digital nachbetreuen kann.

Wir sind also aus meiner Sicht noch lange nicht bei etwas, das auch nur annähernd nach einem „Normalzustand“ aussieht, wie es in der öffentlichen Debatte häufig suggeriert wird, wenn von „Schulöffnungen“ gesprochen wird.
Dazu fehlt mir aktuell auch jede Fantasie, wenn ich ehrlich bin. Ich lese immer nur von Lehrpersonal, das nun vielleicht bevorzugt geimpft werden soll. Das mag gerechtfertigt sein (möchte ich gar nicht bewerten), ändert aber an der Lage in den Schulen überhaupt nichts, weil davon ja nicht mehr Schüler:innen in die Schule dürfen. Ich kenne bisher kein Szenario, in dem mal über Impfungen bei Schüler:innen gesprochen wird, weil dies ja mit den bestehenden Impfstoffen offenbar nicht zulässig ist. Das wird die Situation also nicht verbessern.
Unterm Strich bleibt aus meiner Sicht ausschließlich die Möglichkeit, an jedem Morgen vor der Schule einen Schnelltest zu machen, damit man für die nächsten 8-10 Stunden eine Ansteckungsgefahr minimieren kann. Wenn man das übrigens vorschlägt, bekommt man von Seiten der Kommunalpolitik gesagt, dass das nicht möglich sei, weil es das Recht auf körperliche Unversehrtheit gebe (Bei einem Spucktest?)… Mag ja sein, bin kein Jurist. Für mich trotzdem kein Argument. Dann sollen die, die sich nicht testen lassen wollen, weiter die Möglichkeit erhalten, über Distanzunterricht zu lernen. Ich behaupte, dass das nicht mehr als 10% der Schüler:innen betreffen würde - und damit wäre das die deutlich bessere Alternative im Vergleich zu den nach der „Schulöffnung“ immer noch bis zu 75% der Schüler:innen, die nach derzeitiger Lage im Distanzunterricht verbleiben müssen. Und es wäre eine Perspektive, die mir ansonsten völlig fehlt, weil sich an dieser Gemengelage ja auch in 6 Monaten nichts geändert haben wird (wenn wir mal davon ausgehen, dass die Inzidenzzahlen nicht gen Null gehen).

Habe ich ein falsches Bild der öffentlichen Debatte oder nehmt ihr auch wahr, dass „Schulöffnung“ vielfach mit „die meisten Schüler:innen kommen wieder in Präsenz zur Schule“ gleichgesetzt wird?

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Diese Aussage ist schlicht falsch. Kenne mich nicht mit allen Streaming-Clients aus, aber ich weiß, dass man bei Skype (for Business) bei schlechterer Qualität eine Bandbreite von 400kbit/s benötigt… Selbst wenn man mit 1MBit rechnet, ist man da nur bei 40Mbit.
Die braucht man natürlich im Upstream (was meist das Problem ist). Aber das ist aber nicht viel… Habe ich hier zur Verfügung.

Und meiner Meinung braucht jede Schule heute einfach eine Gigabit-Anbindung - so wie das in anderen Ländern auch üblich ist. Technisch überhaupt kein Problem, aber Deutschland ist, was den Netzausbau angeht fast Schlusslicht in der EU.

Warum?

Das ist das Hauptproblem! Auch hier prangere ich die Politik an! Man hört immer und immer wieder die ständig gleiche Leier „Zurück zum Normalzustand“.
Das ist aber der falsche Ansatz. Der Satz „Weil wir das schon immer so gemacht haben“ war noch nie ein gutes Argument.
Wir hatten jetzt ein Jahr Zeit, uns neue Schulkonzepte zu überlegen, einen NEUEN „Normalzustand“ zu definieren. Passiert ist nichts.

Warum?

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Also wir haben eine Gigabit-Anbindung in meiner Schule und trotzdem funktioniert sowas (Erfahrung aus dem letzten Herbst) nicht. Mal abgesehen davon, dass die Schulgeräte überhaupt nicht darauf ausgelegt sind. Die Computer, die in den Klassenräumen stehen, werden nahezu überhaupt nicht gewartet, weil es niemanden dafür gibt. Es gibt zwar zwei Lehrkräfte, die ein paar Stunden weniger unterrichten, um sich um die „IT“ kümmern zu können, aber die kommen der Meldung und Reparatur (meistens eher „Flicken“) von Defekten nicht hinterher. Wenn man dann eine Videokonferenz bei egal welchem Anbieter starten will, passt immer irgendwas nicht: fehlende Updates, fehlende Plug-Ins, fehlende Software, defekte Hardware - für keines dieser Probleme gibt es die notwendigen Berechtigungen für die Nutzer (Software) oder die notwendigen Mittel (Hardware). Das läuft also i.d.R. über ein Ticket-System bei einem externen Anbieter und wenn man da Glück hat, bekommt man eine Woche später eine Antwort. Also greift man auf sein Privatgerät zurück, weil dort alles funktioniert - obwohl das natürlich eigentlich nicht gestattet ist. Und das WLAN reicht für sowas dann leider nicht aus (und strahlt auch gar nicht in alle Räume aus).
Aber mal abgesehen davon halte ich es auch für pädagogisch überhaupt nicht sinnvoll, Präsenzunterricht nach Hause zu streamen - Distanzunterricht kann nicht so laufen, dass Schüler:innen 8-10 Stunden auf einen Monitor starren und dem Unterrichtsgeschehen an einem anderen Ort folgen.

Wenn ich von „Normalzustand“ rede, meine ich damit ausschließlich, dass der überwiegende Teil der Schüler:innen wieder in Präsenz die Schule besuchen kann. Ich erhoffe mir auch eine Veränderung der Unterrichtskultur durch die Distanzunterricht-Erfahrungen, würde da aber zunächst auch nicht zu viel erwarten wollen. Ich habe an meiner Schule versucht anzustoßen, dass wir uns schon jetzt mal Gedanken über genau solche Weiterentwicklungen für die Zeit nach dem Distanzunterricht machen. Das wurde zwar wohlwollend aufgenommen, gestaltet sich aber in der Praxis als kaum umsetzbar. Ich bin ledig und habe keine Kinder - das gilt für die meisten Kolleg:innen so nicht und die sind nach Distanzunterricht, Vorbereitung ihrer Unterrichtsstunden, Nachbereitung der durch die Schüler:innen eingereichten Arbeitsergebnisse und dem Kümmern um ihre eigenen Kinder einfach durch mit dem Tag. Mal abgesehen davon, dass eine Schule mit ungefähr 90 Lehrkräften einfach ein riesiger Tanker ist, den man so einfach nicht umsteuern kann.
„Neue Schulkonzepte“ ist immer so ein Schlagwort. Ohne Rahmenbedingungen (Klassengrößen, Raumgrößen, Raumanzahl, Ausstattung, Zeitmanagement) zu verändern, wird es da zu keinen großen Sprüngen kommen - leider. Und ein neues Konzept macht auch noch lange keine neue Schule. Ich weiß nicht, wie viele Konzepte ich in meinem noch relativ jungen Lehrerleben (7 Jahre) schon schreiben durfte/musste - verändert haben die wenigsten davon etwas.

Habt Ihr als Schule einen hauptamtlichen ITler?
Wenn nicht: Auch hier wieder die Frage: Warum?

Halte sowas für absolut notwendig. Gibt ja in der Regel auch einen Vollzeit-Hausmeister.
Eine Schule mit 500 Schülern ist wie ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern. Da gibt es in der Regel nicht nur einen ITler sondern eine ganze IT-Abteilung.

Nein, es wurden genügend innovative Konzepte vorgestellt, die funktionieren… Umgesetzt wurde keines
Hier mal weitere Info:

Und genau DAS ist der Denkfehler, den gerade alle machen…

SCHON jetzt…“???
Bitte nimm mir meinen Sarkasmus nicht übel…
Aber meinst Du das ernsthaft…?

Die Sache mit dem Internet haben wir uns vor fast 40 Jahren eingetreten… Seit 30 Jahren ist es im Mainstream angekommen… Und vor spätestens Seit dem Jahr 2000 müsste auch der letzte Hinterwäldler mitbekommen haben, dass das nicht wieder weg geht…

Das Thema hätte man sprichwörtlich schon vor jahrzehnten anfassen sollen… ALLER-ALLER-spätestens aber letztes Jahr im Sommer, als die erste Welle vorbei war… Man hätte genügend Zeit gehabt… Aber nö… Nix passiert… Und jetzt… oooopsie… Eine zweite Welle im Winter… Wie konnte das passieren? Konnte ja niemand wissen. Wie hätte man das auch ahnen können, dass alle Virulogen Recht haben.

[quote=„Admiratio, post:3, topic:6053“]
Mal abgesehen davon, dass eine Schule mit ungefähr 90 Lehrkräften einfach ein riesiger Tanker ist, den man so einfach nicht umsteuern kann.[/quote]

Sorry, auch da kann ich nur müde drüber lächeln… Ich arbeite in einem Unternehmen mit 18.000 Mitarbeitern und weltweit 60 Standorten - in vielem hat unser Laden da total versagt, was Corona angeht (anderes Thema). Aber wir haben es in einem halben Jahr auf die Kette bekommen die Infrastruktur für HomeOffice zu schaffen…
Andere Unternehmen mit 300.000 Mitarbeitern haben das auch geschafft…

Wenn mir dann einer erzählt, dass eine Schule mit 100 Mitarbeitern und vielleicht 1000 IT-Endgeräten ein „Tanker“ ist, kann ich mir das Lachen nicht verkneifen.

Ist auch nicht Dein Job! Natürlich kannst Du als kleiner Lehrer nix dazu.
Aber nimms mir nicht übel: Die konservative und altmodische Grundhaltung die bei Dir (trotzd Deinem jungen Jahren) durchkommt, herrscht eben auch bei Politikern vor.

Und daran scheitert es in Deutschland… Wir bilden uns immer so viel auf unser Know-How ein in Deutschland, und dabei sind wir gerade dabei auf allen Ebenen den digitalen Zug zu verpassen…

Mach Dir mal den Spaß und googel mal danach wie das Schulsystem in Dänemark aussieht…

Wir in Deutschland kriegen es nichtmal auf die Kette, dass jeder Schüler Zehn-Finger-Schreiben beherrscht. Von Dingen wie IT-, und Medienkompetenz mal ganz zu schweigen…

Sorry, wenn ich hier etwas emotional schreibe, aber das regt mich auf, ich finde das einfach ARM was wir hier erleben… Was Pädagogik angeht, kann ich das was unsere Politik da gerade abzieht, nur als ein absolutes Totalversagen bezeichnen.

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Nein, haben die allermeisten Schulen nicht. Manchmal teilen sich mehrere Schulen einen ITler, aber auch das ist selten. Im allermeisten Fall machen das einige Lehrkräfte nebenher und bekommen dafür etwas weniger Unterrichtszeit.
Warum ist das so? IT kostet extra Geld, und man konnte bisher anscheinend darauf verzichten, zumindest grösstenteils. Wenn es nicht funktionierte hat man mit den Achseln gezuckt, denn Lehre war und ist offline, an der Tafel, in Büchern, vor der Klasse.

Ja, ist altmodisch, und es wird sich vielleicht auch ab jetzt ändern.

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Wohlwissend, dass deine Warum-Fragen rhetorisch zu verstehen sind, versuche ich mich trotzdem mal an einer Antwort:

Die Endgeräte der Schüler werden nicht durch die Schule gewartet, sondern unterliegen der Wartung im privaten Umfeld (wo sie auch herkommen). Ob das jetzt besser oder schlechter ist, lass ich mal offen.
Und ja, natürlich müssten Schüler eigentlich Geräte von der Schule gestellt bekommen.

Wie von @Admiratio beschrieben wäre es natürlich bereits für die wenigen in der Schule vorhandenen Geräte notwendig, jemanden zu haben, der sie wartet.

„Tanker“ würde ich nicht nur an der Anzahl der Geräte und der Größe der Instituation festmachen, sondern auch am tatsächlich gelebten Mindset. Wie vom OP (und an diversen anderen Stellen) schon ausgeführt, scheitert es im Bildungswesen genau daran.

zur Ursprungsfrage:
Diese überflüssigen Schulöffnungen sind reine Symbolpolitik, weil mit einer offenen, „funktionierenden“ Schule der Staat seine Handlungsfähigkeit beweist - oder das zumindest versucht.
Nachdem jetzt auch dem/den kurzsichtigsten MinisterpräsidentIn klar ist, dass ein herkömmlicher Schulbetrieb in voller Klassenstärke nicht verantwortbar ist (ich vermeide mal das Wort „normal“), macht man eben so etwas, um irgendwie noch von erfolgten „Schulöffnungen“ reden zu können.

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Sieht gerade nicht so danach aus…

Hihi, das Problem ist doch eher, dass eine Schule mit 100 Mitarbeitern eben keine 1000 IT-Endgeräte besitzt, sondern vielleicht 20 oder maximal 50. ^^

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Ich bin mir nicht sicher, ob wir ein Gespräch führen oder du mir nur mitteilen möchtest, was du schon immer mal über das Bildungssystem loswerden wolltest - denn ich erkenne mich in deinen Antworten nicht wieder.

  1. Natürlich haben wir keine ausgebildeten IT’ler, obwohl bei uns im Normalfall täglich 1.000 Menschen auf dem Gelände sind. Warum nicht? Na weil sie niemand bezahlt. Wir haben als staatliche Schule kein Budget - das ist Sache des Schulträgers. Und der macht das entweder sehr langsam selbst (in der Kommune gibt es glaube ich 2-3 Leute für die IT in allen Schulen + sonstigen öffentlichen Gebäuden) oder hat das, wie bereits geschrieben, an einen externen Dienstleister ausgegliedert, der auch nicht wesentlich schneller ist.

  2. Den Podcast kenne ich. Das ist kein Konzept, sondern eine Sammlung von Ideen, die ich zu großen Teilen unterstütze. Das ist alles schön und gut, aber ich kann mir ja keine Gegenwart backen. Die Schule, die dort gezeichnet ist, muss sich entwickeln und die Schnelligkeit dieser Entwicklung wird durch das Spannungsfeld Mittel (Geld, Zeit), Personal und Wille beeinflusst. In keinem der Bereiche ist der Stand so, dass das in Richtung einer schnelleren Entwicklung tendieren würde. Mittel und Personal habe ich bereits angesprochen - aber auch der Wille für eine solche Schule ist auf vielen Ebenen nicht gegeben. Unterhalte dich mal mit Eltern über den Einsatz digitaler Endgeräte in der Schule - du wirst erstaunt sein, auf wie viel tatsächlich konservative Ansichten du dabei treffen wirst. Von politischer bzw. Verwaltungssicht mal ganz abgesehen.

  3. Naja, die Erfahrungen aus der Pandemie konnte man ja schlecht vor der Pandemie in die Zeit danach weiterdenken!? Da geht es auch überhaupt nicht um Dinge wie „das Internet“ - ganz im ernst: wir leben doch nicht hinterm Mond!
    Schön, wenn du im Lockdown viel Zeit hattest - oder in der Zeit nach dem Schulstart. Wir hatten diese Zeit leider nicht, weil wir gearbeitet haben…
    Und alle Gedanken, die wir uns in der Schule nebenbei trotzdem machen, machen wir halt nicht im luftleeren Raum. Wir sind Teil eines großen Apparats und vielfach das letzte Glied in der Kette. Zum Thema „genügend Zeit“ übrigens noch soviel: seit einem Jahr haben wir, wenn ich das richtig überblicke, nicht ein einziges Mal vor Freitagmittag die ab dem darauffolgenden Montag gültigen Verordnungen bekommen. Das hieß also jedes Mal: das Wochenende durcharbeiten (neben den Arbeiten, die am Wochenende sowieso anstehen), damit am Montag Schule nach Maßgabe der Verordnungen überhaupt stattfinden kann.

  4. Freut mich für dich, dass ihr das in deinem Unternehmen alles schnell auf die Reihe bekommen habt. Du scheinst aber nicht zu wissen oder nicht zu verstehen, dass nicht wir als Schule irgendwas beschaffen können. Könnten wir das, wären unsere To-Do-Listen zwar noch voller, aber die Dinge würden vermutlich deutlich schneller und besser funktionieren. Aber es sind auch hier eben „höhere“ Stellen, die über unser Schicksal entscheiden. Von denen wurde uns beispielsweise angekündigt, dass wir im Sommer (2020) Leihgeräte für SchülerInnen erhalten, die keine eigene Technik zu Hause haben. Gekommen sind dieser Geräte Ende Januar (2021). Lehrergeräte gibt es kein einziges - da verzichte ich auch ehrlich gesagt drauf, weil ich gar nicht wissen will, was ich da für ein Gerät bekommen werde. Wie fast alle arbeite ich da lieber mit einem Privatgerät - momentan gibt es dazu ohnehin keine Alternative.
    Aber davon abgesehen machst du hier aus meiner Sicht einen Fehler, wenn du denkst, dass die Ausstattung mit digitalen Geräten gleichbedeutend mit gutem Distanzunterricht ist. Und da können wir uns beide gern die Hand geben, dass man das alles schon vor Jahren in die Wege hätte leiten sollen (auch die Arbeit mit Lernplattformen usw.) - es ist nicht passiert und wir müssen jetzt damit arbeiten und uns für morgen und übermorgen überlegen, wie wir damit umgehen. Eine ab Mittwoch gültige Verordnung zur Ausgestaltung des Unterrichts kam diesmal übrigens Dienstagabend…

  5. Doch, für die Konzepte bin ich als kleiner Lehrer zuständig - denn es gibt ja keinen anderen, der sie schreibt. Und so weit, wie viele in der Ministerialbürokratie von Schule entfernt sind, ist es im Zweifel auch besser so, dass die keine Konzepte für uns schreiben. Wir müssen Schulentwicklung in unserer Freizeit betreiben - oder wir lassen es und es gibt keine Schulentwicklung. Ich will mich gar nicht beklagen, weil ich das gern tue und interessant finde (aus dem Grund kenne ich natürlich die Systeme v.a. in skandinavischen Ländern, hospitiere in den Ferien an anderen Schulen usw.) - aber ich lese bei dir heraus, dass dafür eigentlich andere Stellen zuständig wären. Die gibt es nicht.
    Manchmal flattert die Aufforderung aus dem Ministerium rein, für bestimmte Bereiche ein Konzept zu erarbeiten (meistens innerhalb weniger Wochen) - lesen tut das am Ende aber niemand. Und auch hier gilt: das beste Konzept nützt dir gar nichts, wenn es nicht umgesetzt wird. Wenn du in einem großen und modernen Unternehmen arbeitest, warst du bestimmt schonmal in Change Management involviert (bewusst oder unbewusst) - das geht nicht einfach mal so und schon gar nicht als Dekret von oben. Leichter wird die Sache übrigens auch nicht, wenn du dank Lehrermangel so eine hohe Fluktuation im Kollegium hast, weil häufig nur monatsweise Vertretungskräfte kommen, dass du dir kaum die Namen merken kannst/willst.

Ich bin immer interessiert daran, wie in anderen Bereichen gearbeitet wird. Es hilft mir aber gar nichts, wenn man die Strukturen aus der freien Wirtschaft einfach so auf die Schule anwenden will - da gibt es nunmal andere Strukturen, die ich nicht gemacht habe, die ich auch nicht ändern kann, mit denen ich aber arbeiten muss.
Genauso wie es mir auch gar nichts hilft, mich jetzt hinzustellen und aufzuzählen, was schon alles vor Jahren hätte angestoßen werden können/sollen - und was wir im Übrigen ja auch schon seit Jahren genau so ansprechen, kritisieren usw. - trotzdem muss ich hier und jetzt Lösungen für Probleme finden, die gewaltig sind. Und die, um nochmal auf das Ausgangsthema „Schulöffnungen“ zurückzukommen, meilenweit von einer Lösung entfernt sind.

So, jetzt muss ich ins Bett - muss in ein 4 Stunden wieder los zur Arbeit. Guten Tag in den Start dir!

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Den Frust teile ich mit dir schon seit Jahren. Dasselbe gilt ja bei den Gesundheitsämtern. Es war ja aber bekannt, dass Deutschland in der Digitalisierung auf Rang 27 innerhalb der EU liegt. Schon seit Jahren. Jetzt fällt die Selbstzufriedenheit den Deutschen brutal auf die Füße.

Allerdings muss ich @Admiratio hier in Schutz nehmen, nicht alle Lehrer sind konservativ. Ja, viele Schüler sind ihren Lehrern weit voraus, und manche haben eine Geisteshaltung, die noch aus den 90er Jahren stammt. Allerdings geht es hier um strukturelle DInge, die einzelne Lehrer nicht beeinflussen können:

  1. Bildung ist Ländersache. Wie mit Konzepten und Softwaresystemen umgegangen wird, geben ja die Kultusminister der Länder vor. Dass das Ganze schon seit Jahrzehnten nicht mehr funktioniert, ist ja ein offenes Geheimnis. Gemeinsame Lehrpläne oder Standards, Umzüge von Bundesland zu Bundesland für Eltern mit schulpflichtigen Kindern ein Graus. Jetzt eben der digitale Unterricht.
  2. Ja, es gab ja vom Bund Milliarden. Allerdings war das nur für INVESTITIONEN. Es wurde schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass das ganze Zeug ja auch gewartet werden muss. Das sollte aus den laufenden Kosten gedeckt werden. Jeder, der in der IT arbeitet, weiß, dass der Investitionsanteil häufig das geringste ist. Insbesondere, wenn ich aufgrund des Datenschutzes für erhöhte Sicherheit sorgen muss. Und Hardware geht auch kaputt. Aber das ist eher ein Problem der lebensfernen Politikergeneration 50+, die Hardware wie eine Art Fernseher ansehen, der halt so vor sich hinläuft. Also machen das halt Lehrer nebenbei.
  3. Die Hardware- und Softwareauswahl ist aufgrund des Föderalismus nicht einheitlich. Jeder kocht sein eigenes inkompatibles Süppchen. Selbst auf Landesebene. Jeder ITler weiß, dass das die Wartungskosten immens erhöht, verschiedene Systeme zu fahren.
  4. Dann kommt die Haltung der Bedenkenträger: Datenschutz als Catch-all-killer für jede Lösung oder wie @Admiratio schreibt, „Recht auf Unversehrtheit“ bei Tests. Entweder knicken da die Entscheider schon ein aus Angst vor Shitstorm oder das Ganze zieht sich quälend hin.
  5. Punkto Datenschutz: Wird höher bewertet als Funktionalität. Google Classroom hätte out of the box funktioniert. Chromebooks sind z.B. erschwinglich und auch an sozial Schwache zu verteilen. Was machen wir? Google böse. MS böse. Cloud böse. Amerika ganz böse. Und wenn eigene Lösungen gebaut werden, sind das unterschiedliche Lösungen, die aber nicht die Funktionalität bieten und untereinander inkompatibel sind.

Jetzt kaufen Schulen IPADS. Ernsthaft. Ipads. Keine Tastatur. Die teuerste Lösung ever, aber immer noch keine Infrastrukutur.

Das ist Deutschland 2021. Danke an @Admiratio für den Einblick. Es ist ja bei den Gesundheitsämtern nicht anders, da kann man die Punkte 1 bis 5 genauso durchspielen.
Die Geisteshaltung der Behörden und Politiker, in Teilen der Bevölkerung und der dysfunktional gewordene Föderalismus knallen in der Corona-Krise aufeinander, und die Leidtragenden sind nun alle. Das holst du auch nicht mehr auf.
Aber wenn wir ehrlich sind - viele Deutsche waren doch jahrelang zufrieden wie es war und haben warnende Stimmen wie Lobo überhört. Jetzt kommt halt der Schmerz. Die junge Generation allerdings zahlt jetzt den Preis des Versagens ihrer Eltern und sie tun mir leid. Durch Corona viel früher als ich dachte.

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Ich finde deine Schilderungen interessant - ich habe sie in Punkto „Öffnungen“ nämlich hier in Bremen irgendwie gegenteilig erlebt.
Nachdem die Schlagzeilen kolportierten „Schulen öffnen wieder“ musste ich schon ein wenig schmunzeln. Dadurch, dass die präsenzpflicht aufgehoben war, aber dazu angeraten wurde, Kinder in die Grundschulen zu schicken, waren die Klassen teilweise zu 90% belegt, wie kürzlich ein buten-un-binnen-Artikel (lokaler ÖRR-Sender) gezeigt hat, was sich auch mit den Erfahrungen in meinem Umfeld (viele lehrerInnen) gedeckt hat.
Für mich waren „die Schulen“ die ganze Zeit geöffnet - zumindest wenn man so generalisiert berichtet. Wenn gesagt worden wäre „Sek1 in Schleswig Holstein öffnet wieder“ - ganz andere Nummer. Hier fehlt mir die Differenzierung.

Gleichzeitig wurde noch vor Weihnachten ein iPad für alle SuS und Lehrkräfte in ganz Bremen bereitgestellt. Damit konnte sogar in der Grundschule teilweise echt ordentlicher unterricht gemacht werden. Viele Kids bringen in dem Alter auch schon eine ordentliche Hand voll Medienkompetenz mit (natürlich nicht alle, soziodemografische Unterschiede!), wodurch das lernen durchaus funktioniert. Problem hier natürlich: auch für die 10,20,30…% Kinder die zuhause sind, muss ein extra Unterricht ausgearbeitet werden, was „mal eben“ oben drauf kommt.

Das mit der Ausstattung ist natürlich ein Problem und war es hier auch - bis auf einmal Dinge innerhalb von Tagen bewilligt wurden, die bis dato fünf Jahre oder länger lagen.
Seis drum, insbesondere ein ordentliches mobiles endgerät für jedeN SuS hat den Vorteil, dass sich in diesem Punkt die soziale Ungleichheit mal nicht so durchschlägt, in der auch in der pandemie Kinder aus sozio-ökonomisch Schwächeren Haushalten offensichtlich malwieder schlechter wegkommen.

Grundsätzlich gehe ich in vielen Punkten mit, dass das Konzept Schule IMO grundsätzlich einer grundüberholung bedarf, was Inhalte Struktur etc. Betrifft. Aber das Erörtere ich hier mal nicht.

Btw finde ich die Diskussion hier wirklich interessant! Danke für eure Einblicke.

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/schule-bremen-kritik-corona-100.html

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/grundschueler-zwei-drittel-schule-bremen-100.html

Ich verstehe natürlich was du meinst, aber du darfst hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Du kannst ein Unternehmen nie mit einer staatliche Einrichtung, besonders einer Schule gleich setzen. Dort können eben keine schnellen Entscheidungen getroffen werden, geschweige denn neue Posten geschaffen werden, z.B. die des ITlers. Ich muss dabei immer an Asterix erobert Rom denken und das Haus das Verrückte macht. Denn das beschreibt den bürokratische Wahnsinn dahinter.
Hinzu kommt das kompetente Personen aus diesem Berufszweig sehr viel Geld kosten oder warum sollte so jemand für einen staatlichen Job auf Gehalt verzichten? An den Schulen wurde von der Politik seit Jahren gespart, weil das eben keine Wähler sind. Leider muss man auch sagen, dass die CDU/CSU seit knapp 16 Jahren nichts anderes will als sparen und leider sind Eltern und besonders Lehrer keine Wählergruppe dieser Partei und somit am Ende des Tages auch weniger wichtig als andere Gruppen. Das ist eben die harte Realität in dem Deutschland mit der Regierung, die wir uns ausgesucht haben über viele Jahre.

Und es wurde im Sommer durchaus über Möglichkeiten nachgedacht, aber es gab eben weder Geräte noch Personal, da im Sommer auch eben große Unternehmen mit sehr viel Geld den Vorzug hatten. Das ist eben Angebot und Nachfrage. Man hätte diese Entwicklung natürlich schon vor Jahren anstoßen müssen, was übrigens manche Bundesländer auch getan haben ohne wirkliche finanzielle Hilfen. In Rheinland-Pfalz lief nämlich schon vor Corona eine Kooperation mit Webex und es gab Konzepte., Ich selbst machte mein Abitur mit Schwerpunkt Wirtschaft auf einer öffentlichen Schule mit einem Laptop in 2006, auch in RLP. Also sollte man auch deutlich unterscheiden welche Länder mit welcher Führung wo versagt haben und wie viel Hilfe seit Jahren vom Bund kommt, oder besser nicht kommt.

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Sehe ich anders. Ich weiß, das in staatlichen Organisationen alles drei mal so lange dauert, aber rein strukturell ist eine Schule nicht mal ansatzweise so komplex wie in Unternehmen.

Und mein Vorwurf ging auch weder an die Lehrer noch an die Schulen, sondern an die Politik!

Auch das ist ein Grundproblem an das man ran muss, aber keines das andere staatliche Institutionen nicht auch hätten (ich hatte mich nach dem Studium auch bei einer staatlichen Stelle bewirben, um dann doch einen Job in der Wirtschaft angenommen, weil dort das doppelte(!) verdient habe).

Pädagogen, Lehrer, Forscher haben darüber nachgedacht… Aber niemand in der Politik (zumindset niemand der was zu sagen hat).
Ansonsten ist nämlich im Wesentlichen auch beim „Nachdenken“ geblieben.
Man hätte zumindest mal bundesseitig irgendeinen Leitfaden für Schulen und Lehrere entwickeln können, den man einfach an alle verteilt. Empfehlung wie Wechselunterricht aussieht, praktische Anleitung wie man ein Online-Meeting aufsetzte etc.
So dass Lehrer sich das nicht alles selbst anlesen müssen…

Ganz genau… Aber gemessen daran, dass wir seit Neujahr in der Politik gefühlt über nichts anderes diskutieren, als darüber, ob und wie man die Schulen öffnet, ist das einfach ein Armutszeugnis.

lg, Dave

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Wie immer bei Bildung: drüber diskutieren kostet nichts, alle können (zumindest glauben sie das) mitreden und man täuscht vor, das Thema auf dem Schirm zu haben und bereit zu sein um Probleme zu lösen.

Im Prinzip sind wir uns da beide ja schon einig, dass vor allem die Politik völlig versagt hat. Allerdings finde ich es zu kurz gedacht dies nur auf die Pandemie zu beschränken. Das was wir jetzt in Schulen, Behörden und anderen staatlichen Einrichtungen an Problemen durch absolut rückständige IT sehen ist das wahre Erbe von Angela Merkel. Sie hat eben nie wirklich etwas getan in fast 16 Jahre Kanzlerschaft. Dazu hat gestern Sascha Lobo einen sehr schönen Kommentar im Spiegel geschrieben. Hier der Link:

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/angela-merkel-in-der-corona-pandemie-verfahren-auf-sicht-kolumne-a-4587b945-d861-4325-86d5-ca19f64440d2

Er beschreibt finde ich sehr treffend unser heutiges Problem. Merkel hat sich während ihrer Kanzlerschaft auf den guten Wirtschaftsdaten ausgeruht, die maßgeblich durch Schröders Agenda ermöglicht wurden. Die CDU/CSU hat aus dieser wirklich starken Basis einfach weniger als nichts gemacht. Keine sinnvollen Investitionen, keine Entwicklungen für die Zukunft. Der Bund hätte den Netzausbau massiv beschleunigen müssen mit viel Geld. Außerdem hätte Gelder für die Länder viel früher bereit gestellt werden müssen, um die Schulen grundlegend aufzurüsten. Zusätzlich muss dringend die Ausbildung der Lehrer an den Unis um ein eigenes Pflichtmodul digitales Lernen erweitert werden. Ich hoffe einfach die jüngeren Wähler erinnern sich im Herbst, welche Partei maßgeblich seit 16 Jahren in diesen Ministerien saß.

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Nun, genau dieser Vergleich ist es ja, den man nicht ziehen darf. Eine Schule ist Teil eines Riesenunternehmens, zu dem tausende weiterer Schulen gehören. Finanzierung, Ausstattung, Personal, Infrastruktur hat die einzelne Schule nur sehr eingeschränkt unter Kontrolle.

Das ändert aber nichts daran, dass Du mit dem Rest größtenteils recht hast.

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Ich glaube ihr seid euch recht einige dass eigentlich eine bessere IT-Infrastruktur nicht allzu schwierig wäre, dass sich allerdings jemand darum kümmern müsste. Mit einigen Stunden pro Woche kann man auch hundert Mitarbeiter und Tausend Endgeräte nicht in den Griff bekommen wenn man das nur nebenberuflich macht.

An meiner alten Schule waren die verantwortlichen Personen eine Informatiklehrerin und zwei Leute aus dem Leistungskurs. Es ist schon recht seltsam anzunehmen dass eine Schule jetzt mal soeben Dinge umstellen könnte… Dazu muss echtes Fachpersonal ran und man kann mir nicht erzählen dass die qualifiziertesten ITler Informatiklehrer werden. Ohne jemandem nahetreten zu wollen hat man damit eben nicht unbedingt Leute, die dazu quaifiziert sind solche Netzwerke zu warten.

Und mal abgesehen davon macht billige vs. vernünftige Hardware auch einen riesen Unterschied. Ich habe neulich an einem Institut gearbeitet das Netzwerkswitches von einem Anbieter hatte, der 2014 aufgekauft wurde und den Support einstellte. Das kriegt man mit den besten Kräften der Welt nicht in den Griff das ist einfach sch… Das kriegt aber in unterfinanzierten Schulen mal als Argument durch wenn es doch funktioniert…

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Die Rente ist in der Pandemie zuverlässig geflossen. :wink:
(Bevor jemand kommt: ja, alle staatlichen Leistungen und Gehälter wurden wohl recht zuverlässig weiterbezahlt. Und ja, die Corona-Hilfen wurden nicht zuverlässig gezahlt.)

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Okay, da kenne ich mich zu schlecht aus um das zu 100% bewerten zu können. Aber afaik sind Schulen da relativ autark, wie sie ihre IT gestalten. Das Szenario, dass man sich mit anderen Schulen in irgendeiner Form vernetzen müsse sehe ich gerade nicht als sonderlich relevant an…
Und natürlich funktioniert da einiges anders. Aber, das die Gehälter z.B. vom Land gezahlt werden, nimmt ja noch eher Komplexität
Das einzige was man bräuchte, wäre Kapital für Mitarbeiter

Man könnte doch beispielsweise sagen: Pro 1000 Schüler gibt es die Kohle für eine Vollzeitstelle. Hat eine Schule weniger Schüler, muss sie sich halt eine Kraft teilen. Dazu noch eine Monatspauschale (30 Euro oder so) pro Schüler für Infrastruktur - und das Problem ist gelöst.

Ich befürchte dann geht das Gerangel los wer die Stelle zahlt. Wenn sie keine Lehrkraft ist, dann ist sie Verwaltung, sprich so etwas wie ein Hausmeister, das zahlt dann die Kommune. Die sind bekanntermaßen ohnehin knapp bei Kasse. Ich kann nicht einschätzen ob man das beim Land aufhängen kann, so rein rechtlich.

Hinzu kommt, dass dann überall etwas anderes aufgebaut wird. Unterschiedliche Netzwerke, unterschiedliche Geräte, Verwaltungstools, Software, Videokonferenz-Software. Das müsste zumindest auch über das Land wenn nicht sogar vom Bund bereitgestellt werden. Ich verstehe auch nicht wieso man den Internet-Anschluss der Schulen ans Internet nicht ausschreibt und von einem Anbieter machen lässt. Vielleicht sogar bezahlt vom Bund.

Wie bei so vielen Projekten verderben einfach viele Köche den Brei.

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