Eines der Probleme in der aktuellen Krise ist ja, dass die Banken gleichzeitig Investoren aber auch Geldverwahrer sind und wenn der Investment-Teil der Bank schiefgeht, dann sind die Einlagen aller Kunden in Gefahr. Das wird zwar teilweise durch Maßnahmen zur Einlagensicherung verhindert, aber das Grundproblem bleibt.
Ich finde es daher sinnvoll, mal darüber nachzudenken, ob man diese beiden Institutionen nicht trennen sollte. Also reine „Geldverwahr“-Banken zu haben, die in keiner Weise mit den Einlagen arbeiten, keine Zinsen auszahlen aber quasi 100% für ihre Einlagen garantieren können.
Auf der anderen Seite könnte man dann quasi „Investitions-Banken“ haben, bei denen es zwar Zinsen gibt, aber die eben nicht oder nicht in voller Höhe für die Einlagen bürgen können.
Das klingt vielleicht erst mal komisch, aber so etwas wie Banken ohne Zins-Geschäfte gibt es tatsächlich, nämlich die Banken, die nach den Vorgaben des Islam arbeiten:
Islamisches Bankwesen - de.wikipedia.org
Kurz gefasst dürfen u.A. Islam-Banken:
- Keine Zinsgeschäfte machen, also keine Kredite usw. vergeben
- Kein Glücksspiel betreiben, also z.B. keine Derivate kaufen
- Nicht Spekulieren d.h. kein Day-Trading oder Leerverkäufe
Auch Deutschland gibt es solche Banken, wenn auch nur als Nische und eher für Mitbürger mit islamischen, also z.B. türkischen Wurzeln (Artikel von 2015):
Die Bank gibt es auch immer noch und man kriegt dort auch das übliche kostenlose Giro-Konto mit EC-Karte usw. Also von der Funktion her eine ganz normale Bank:
Dementsprechend kamen diese Banken bei der großen Bankenkrise von 2008 glimpflich davon (Artikel von 2008):
Die BPB hat auch was dazu:
Bankwesen - bpb.de
Ich will jetzt niemand von so einer Islambank überzeugen, sondern mir geht es um das Prinzip. Man kann offenbar Banken betreiben, die auf einen Großteil der riskanten Geschäfte der „normalen“ Banken verzichten, aber ansonsten normal funktionieren.