Ob es einen anderen Kontext geben könnte, wo dieses Zitat stimmt, weiß ich nicht, aber im Kontext der Schließung der SVB (und Signature auch) ist das einfach faktisch inkorrekt. Punkt. Direkt vom oben angegebenen Link, also direkt von der Pressemitteilung der Treasury, Federal Reserve, und FDIC:
After receiving a recommendation from the boards of the FDIC and the Federal Reserve, and consulting with the President, Secretary Yellen approved actions enabling the FDIC to complete its resolution of Silicon Valley Bank, Santa Clara, California, in a manner that fully protects all depositors. Depositors will have access to all of their money starting Monday, March 13. No losses associated with the resolution of Silicon Valley Bank will be borne by the taxpayer.
Es steht da, im Schwarzweiß: keine Verluste werden von Steuergeldern bezahlt. Da ist nichts zu verbergen, nichts zwischen den Zeilen versteckt. Es stimmt so, und zwar nicht nur direkt, sondern auch indirekt.
Die SVB an sich gibt’s nicht mehr. Die wird gerade von der FDIC liquidiert. Die FDIC ist ein öffentliches Versicherungsunternehmen, die, unter anderem, Banken übernimmt wenn es eine Bank Run gibt. Die Gelder der Einleger:innen werden von der FDIC für die Einleger:innen verfügbar gemacht. So gut wie alle Banken in den USA kaufen sich bei der FDIC Versicherung ein. de jura ist das keine Pflicht, aber de facto ist es, weil es für eine Bank so gut wie unmöglich ist, Kundschaft zu gewinnen, wenn sie keine FDIC Versicherung hat. Das ist einfach Teil des Geschäfts einer Bank in den USA.
Also, wir haben diesen großen Versicherungstopf der FDIC. In diesen Topf rein gehen die Versicherungsprämien der Banken. Und jetzt, von diesem Topf raus, kommen die Gelder, die für Einleger:innen der zwei geschlossenen Banken verfügbar gemacht werden sollen. Nullkommanix kommt von Steuergeldern.
Die Kollateralschaden, die dabei passieren könnten sind, dass die Versicherungsprämien der Banken erhöht werden könnten, weil dieser Topf normalerweise nur so groß ist, um die ersten $250kUSD jeder Einleger:innen zu versichern. Soweit ich weiß ist das aber jedoch noch nicht passiert. Würde es passieren, dann könnte man eventuell erwarten, dass das bedeuten würde, dass die Zinsraten der Einleger:innen mit savings accounts ein bisschen langsamer steigen würden als vorher, um die Margen der Banken gleich zu behalten. Das hat aber nichts mit direkten oder indirekten Steuern zu tun, und, im Gegensatz zu Sparkonten hier in Deutschland können US Savings accounts sowieso schon eine relativ gute Zinsrate haben. Zum Beispiel, eins von meinen hat eine aktuelle APY von 3,6%.