Russland - Gespräch mit Gesine Dornblüth

Klasse!

Das ist informativ und macht zugleich eine Person und Frau hörbar, die absolute Anerkennung verdient.

Mehr davon bitte!

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Ja, unbedingt und hier möchte ich die Autobiographie des vergifteten Navalny empfehlen: die Justiz und alle Behörden sind eine schlechte Karrikatur ihrer selbst: Patriot – Meine Geschichte – Wikipedia

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Eine sehr gute und informative Folge, ich habe vieles gelernt.

Ergänzend möchte ich noch den Arte-Film „Putins Nuklearfalle“ in der ARD Mediathek empfehlen. Frankreichs AKW werden ja gerne von Gegnern der Erneuerbaren als leuchtendes Beispiel herangezogen. Abgesehen von der Unwirtschaftlichkeit und der ungeklärten Entsorgung, schafft Atomstrom aber noch ganz andere Probleme…

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Oder Ein Nobody gegen Putin - Die ganze Doku | ARTE. Zeigt schön die gezwungene Veränderung der Gesellschaft in Russland nach der Umstellung auf Krieg.

Vielen Dank für das Thema. Ich bin selbst Russe und wohne erst seit Dezember 2025 in Deutschland und wollte nur sagen, dass Frau Dornblüth eine wirklich sehr große Expertise und dazu noch ein Gefühl dafür hat, wie die Sachen in Russland passieren. Der Beschreibung von Russland als „Mafia-Staat“ und der Idee, dass man daran nicht wie an einen „normalen“ Staat denken darf, stimme ich völlig zu.

Ich möchte mich nur kurz dazu äußern, warum wir in Russland in den 90ern mit der Demokratisierung gescheitert sind. Ich bin selbst 1991 geboren und kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir damals drei Gartenstücke hatten und so viele Kartoffeln anbauen mussten, um den Winter zu überleben. Und meine Mutter war Ärztin und verdiente den damaligen Zuständen entsprechend „gut“. Wenn die Menschen unter solchen Umständen leben, kann man einfach nicht von ihnen erwarten, dass sie sich mit Fragen wie Demokratie, Gewaltenteilung usw. beschäftigen. Und viele von denen, die Vermögen hatten, haben es nur durch die Zusammenarbeit mit dem Staat verdient. Noch vor 1991 gab es quasi kein Institut des Privateigentums.

Die letzte Chance auf Demokratisierung hatten wir meiner Meinung nach 2011–2012, vor Putins dritter Amtszeit, aber wir haben diese Chance verpasst.

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Vielen Dank für die sehr ausführliche Beschreibung. Ich beschäftige mich auch schon eine Zeit lang mit Russland, hab russland-deutsche Wurzeln. Ich kann wärmstens die Bücher von Masha Gessen zu dem Thema empfehlen.
Ich finde zwei Aspekte sollte man sich nochmal stärker vor Augen führen:

1.: Wir tappen ja, wie auch im Gespräch ausgeführt, oft in die Falle, Putins Handlungen nach unserer Logik zu bewerten und sind dann oft überrascht, wenn er sich in unserer Ansicht unvorhersehbar verhält. Das trifft auch besonders zu, wenn wir über die „menschlichen Kosten“ eines Krieges sprechen. Wir denken oft, Putin müsse doch die vielen hundert tausend gefallenen Soldaten und das menschliche Leid in seinen Planungen einbeziehen. Und er müsse doch irgendwie versuchen dieses Leid zu verhindern, denn das würden wir ja auch tun. Das tut er nicht. Putin zeigt alle Züge eines empathielosen Psychopaten. Das sage ich nicht aus Bosheit, das ist in zahlreichen Publikationen - u.a. von Masha Gessen - dokumentiert. Und er hat in seiner Zeit als Geheimagent, in Tschetschenien (mutmaßlich Wohnhaus in die Luft gesprengt), Syrien (Kinderkrankenhäuser vergast), in der Ukraine wieder und wieder bewiesen, dass menschliches Leid ihm vollkommen egal ist. Wir müssen uns verdeutlichen, dass dieser Mensch pathologisch empathielos ist. Deshalb ist dieser Krieg für ihn quasi „kostenlos“: eine Million tote Soldaten, ermordete Kinder und vergewaltigte Frauen lösen in diesem Menschen keinerlei emotionale Reaktion aus. Das gilt nicht nur für die Ukrainer sondern auch für sein eigenes Volk, egal ob wirtschaftliche Not, Armut, Hunger, Folter, Mord und Totschlag: Es spielt für ihn, solange er selbst nicht betroffen ist, keine Rolle. Das sollten wir bedenken, wenn wir davon sprechen die „Kosten des Krieges“ für Putin in die Höhe zu treiben.

und 2.: Frau Dornblüth hat Putin sehr treffend zitiert mit „wenn wir die Macht abgeben, stellt ihr uns an die Wand“. Das ist der Knackpunkt: Putin weiss, wenn er seine Macht verliert - und ein erfolgloses Ende des Krieges wäre ein großes Risiko für seinen Machterhalt - dann wird er vermutlich auch sein Leben verlieren.

Aus diesen beiden Aspekten - vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber den Kosten des Krieges und der Todesangst vor Machtverlust - ergibt sich der traurige Fakt, dass Putin diesen Krieg bis zur letzten Patrone und zum letzten Soldaten führen wird. Wir müssen uns diese Entschlossenheit vor Augen führen: Der Mann hat Todesangst vor einer Niederlage und keinerlei Rücksicht auf Verluste, auch nicht in der eigenen Bevölkerung.

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