Vielleicht in dieser Schärfe. Aber ich beobachte z.B. in Talkshows durchaus, dass auch wenn tatsächlich bestehende Probleme diskutiert werden vorwiegend darauf verwiesen wird, dass wir ja Fachkräftemangel haben und Zuwanderung brauchen und dass viele der Leute ja mittlerweile arbeiten.
Dass es z.B. nur schwer gelingt Flüchtlinge tatsächlich auch durch Ausbildungen erfolgreich zu bringen (Voraussetzung zur Fachkraft) höre ich in diesen Diskussionen eigentlich nie. Dabei sehe ich hier ein strukturelles Problem, keine Schuld der Flüchtlinge.
Als Antwort auf Kriminalitätsschwerpunkte kommt schnell dass dies ja nur Ausnahmen seien.
Das sind an sich alles Antworten die der Wahrheit entsprechen. Es ist aber nicht das was Wähler überzeugt, dass Probleme auch ernst genommen werden.
Alles ist super war natürlich etwas übertrieben dargestellt.
Ich würde mir aber wünschen, dass in einer Diskussion über Brennpunkte erstmal ganz konkret geantwortet wird wie man sich Lösungen für diese Brennpunkte vorstellen kann. Dass die Mehrheit der Geflüchteten ganz unproblematisch hier lebt kann man von mir aus in einem Nebensatz mit unterbringen.
In erster Linie wäre das mit dem „einzig logischen Schritt“ gemeint. Nehmen wir das GEG. Ich könnte mir vorstellen, dass sie das anders getimt hätte. Sie hätte wohl schon in der Gaskrise angefangen diese wie auch weitere Maßnahmen als sinnvollen Schritt für eine unabhängige Versorgung sowohl in der eigenen Partei wie auch in der Opposition und der Bevölkerung so zu vermarkten, dass es kaum praktikabel gewesen wäre hier groß dagegen zu sein.
Dabei hatte ich das Gefühl, dass sie insbesondere auch ein sehr gutes Timing hatte wann ein Thema umsetzbar ist und wann nicht.
Und wenn es sein muss, dann wird sogar etwas ermöglicht hinter dem man selbst nicht zu 100% steht („Homoehe“), was aber in der Bevölkerung so hohe Zustimmung hat, dass es eine nächste Wahl beeinfluss könnte und dann vielleicht ohnehin käme.
Ob das tatsächlich das ist was die AfD stark gemacht hat würde ich bezweifeln. Ich glaube die AfD wurde vor allem stark weil viele Leute mit dem starken Wandel überfordert sind. Hier wurden die Fehler bereits in den 90ern gemacht, als man trotz des Wissens zu wenig gemacht hat. Hätte man die Transformation über 60 Jahre gestreckt statt über 30 wäre wohl weit weniger Überforderung entstanden.
Ansonsten finde ich die Punkte die @aarn angebracht hat schon gut zusammengefasst. So ein Vorgehen kann man auch mit einer Vision kombinieren.