Robert Habeck mit neuem Job

Nach dem Ende der Ampel ist Robert Habeck in die Wissenschaft gewechselt und das klang ja folgerichtig. Jetzt ist er bei einer Investmentfirma gelandet, die auch in deutschen Städten nennenswerte Vermögen hält. Natürlich steht in der Nachricht taz das er da an Themen der Stadtentwicklung forschen soll. Das klingt gut oder nach Green-Washing, ganz nach Gusto. Geschmäckle hat es m.E. schon, wenn da zu seinen Kollegen gleich mehrere ehem. Politiker gehören. Ich meine, seine Nachfolgerin war ja auch in der Wirtschaft - nach ihrer ersten Runde in der Politik. Friedrich Merz wird seine Blackrock Zeit auch nachgetragen. Daher die Frage, welche guten, glaubwürdigen Berufswege kann es nach der aktiven Spitzenpolitik geben (insbesondere wenn es am Ende nur eine Zwischenstation ist)?

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Ich finde auf die Schnelle keine Quelle um das zu prüfen, aber für mich wäre der springende Punkt, wie glaubwürdig die Behauptung des Unternehmens ist, sich um sozial- und umweltverträgliche Immobilienwirtschaft zu bemühen. Es gibt den Laden ja schon seit gut 20 Jahren, also müsste sich das doch prüfen lassen. Da hoffe ich auf weitere Berichterstattung in den nächsten Wochen. Wenn sich die Behauptung bestätigen würde, würde ich da schon einen erheblichen Unterschied zu bspw. Blackrock machen. Meine Vermutung: Weder bei Reiche noch bei Merz würde ein Hahn nach früheren Arbeitgebern krähen, wenn sie in ihren politischen Ämtern weniger lobbyverdächtige, rechtstreue Politik machen würden.

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Für mich ist das nicht die Frage. Sondern wie offen geht man damit um, was wofür für welche Interessen man gearbeitet hat. Wie offen geht man damit um, wenn man sich wieder in die aktive Politik begibt. Und vor allem wie verhält man sich dann? Lädt man nur die Vertreter der Firmen ein, für die man mal gearbeitet hat und lässt sich Argumentationshilfen von ihnen schreiben oder lädt man zu politischen Projekten alle Akteure gleichwertig ein? Setz er/sie sich grundsätzlich für Transparenz ein?

Dass ein Politiker vor oder nach der Politik in die Wirtschaft/Wissenschaft/etc. geht finde ich erstmal nicht verwerflich.

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Zum einen ist er nicht wie manch andere direkt in eine Branche gewechselt, wo er kurz zuvor noch dafür gesorgt hat, dass diese von einem Großprojekt, Subventionen oder ähnlichem profitiert. Zum anderen ist es mehr als fraglich gleich mit einer Unterstellung des Green-Washings anzukommen. Klar, man kann Wechsel kritisch sehen, aber was mich verwundert, dass in Deutschland selbst die taz nur auf diesen Job schaut.

Neben dem Beraterjob fängt er auch an der CBS in Kopenhagen als Professor of Practice an: Former German Vice Chancellor Robert Habeck joins CBS as Professor of Practice | CBS - Copenhagen Business School. Ich habe da zumindest keine Meldung gesehen, wo das auch erwähnt wurde. Das macht zumindest den Forschungsteil eventuell für die ein oder andere Person glaubwürdiger. Auch wenn es eigentlich eher um geopolitische Aspekte geht.

Insgesamt klingt es für mich eher nach einem deutlich überhöhten moralischen (schon fast nicht zu erfüllenden) Anspruch an einen grünen Politiker. Schon allein dadurch, dass ein Teil seiner neuen Jobs nicht mal erwähnt wird.

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Es geht tatsächlich um die Frage des Verdachts. Ist es unverdächtig, ein Vermögen von 250 Mrd. „gemeinnützig“ zu verwalten? Ist es unverdächtig, wenn zum Invest-Geflecht 1Komma5 gehört, wo der heutige Angestellte als Minister auch schon mal vorbeigeschaut hat? Es muss an allem Nix dran sein, aber kann man sich da sicher sein?

Also das Geraune alleine, ist mir, so ganz ohne irgendwelche konkreteren Anlässe doch schon arg dünn und nebulös.

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War auch erst skeptisch, aber das Unternehmensprofil passt ziemlich gut zu Habecks Werten. Es ist auch nicht vergleichbar mit Blackrock, dem größten Asset manager der Welt, sondern im Vergleich eine kleine Klitsche, die sich dafür einsetzen dass Städte grün und fußgängerfreundlich werden.

Also für mich hat das überhaupt kein Geschmäckle. Und Stadtentwicklung und -forschung ist ja genau das Kerngeschäft dieser Firma.

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Wie hoch sind die Anteile? Hätte er nicht mit 1Komma5 sprechen sollen? :smiley: Was soll konkret der Vorwurf sein…

Andere Medien bringen das gleiche Argument mit der Viessmann Carrier Übernahme, die nach Habecks Zeit dort eingestiegen sind.

Habeck soll also damals schon gewusst haben, dass er einen Posten an einem Investitionsfond übernehmen möchte und hat deshalb Firmen unterstützt, die teilweise nach seiner Amtszeit dort eingestiegen sind?

25 Mrd.

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Die Firma verwaltet 25 Mrd. Euro. Mir wäre neu, wenn man aus der Begründung von Straßen eine passende Kapitalrendite finanzieren könnte. Bzw. wenn das geht, wären da sicher eine ganze Menge Leute sehr interessiert dran.

Was ich aber herauslese, es gibt schon einen Persönlichkeits-Bias. Ob jeder PolitikerIn so wohlwollend eingeschätzt wird, wäre mal eine längerfristige Beobachtung wert.

Edit: vertippt

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Wenn von deiner Seite nun auch noch falsche Zahlen kommen, dann frage ich mich ob das nicht einfach trollen ist. Erbringe doch bitte wenigstens einen fundierten Grund, wenn du schon eine Diskussion haben willst. Wo sind die konkreten Anhaltspunkte, dass er hier direkt von seinen politischen Entscheidungen profitiert. Das hier ist nichts andere als geraune auf Basis von Halbwahrheiten.

Du wurdest hier auf die richtigen Zahlen hinwegiesen. Das sind die 25 Mrd. Euro des Fonds. Das steht so in diversen Medien (Robert Habeck: Ex-Politiker berät künftig eine dänische Investmentgesellschaft - DER SPIEGEL, Ex-Wirtschaftsminister Habeck wird Berater bei Investmentgesellschaft | tagesschau.de, und auch auf der Unternehmenswebseite https://urban.partners/). Der neue Urban Partners Regeneration Fund, der zum Teil auch in Deutschland investtieren umfasst 650 Mio. Euro (man kann sich mal vertun, wer aber so starr auf seinem Punkt beharrt, sollte das schon richtig nachschauen).

Wenn da also nichts mehr sinnvolles kommt, dann schlage ich vor, dass die @Moderatoren die Diskussion so lange zu machen, bis es wirklich eine sinnvolle Grundlage gibt, um sich an der Person Robert Habeck anbzuarbeiten.

Meine noch persönlichen 5 Cent: Wer anfängt diesen kleinen Fond, der maximal 0,2% des Vermögens von Blackrock verwaltet und dazu noch gesellschaftlich positives Ziele verfolgt, der macht nicht viel anderes als Dog Whistling. Gerade weil am Anfang diese Aussage gemacht wurde:

Er sitzt aber nun im Kanzleramt und macht und verantwortet weiterhin eine Politik, die sehr stark dazu führt, dass eben jene Gesellschaft davon enorm profitiert (Enteignung von Wohnungskonzernen soll verboten werden, https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/blackrock-groesster-aktionaer-vonovia-aktie-bank-of-america-senkt-vonovia-anteil-auf-null-5501858). Man sollte also unterscheiden zwischen es geht jemand in die Wirtschaft, macht das aus meiner Sicht transparent und auch sonst vom Prozess nicht fragwürdig, oder der fragliche Wechsel vom Amt in gut dotierte Lobby- oder Unternehmenspoitionen, die vorher enorm von der Politik profitiert haben oder umgekehrt im Anschluss von der Politik profitieren.

Ein Nachtrag noch: In dem verlinkten Spiegel Artikel taucht ganz am Ende sein Videostatement auf und sie haben danach auch aufgeführt, dass er auch an der CBS beginnt.

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Der Zahlendreher ärgert mich selbst. 650 Mio war das Investment in Deutschland - keine Absicht. Die Chronologie gefällt mir trotzdem nicht: Viessmann bekommt im Juni 2023 die Genehmigung für den lukrative Verkauf der Wärmepumpensparte, wo sich jeder gefragt hat, warum. Zuvor wurde das Gebäude-Modernisierungsgesetz beschlossen, wo Wärmepumpen eine Schlüsselrolle spielen. Anfang 2025 steigt Viessmann bei Urban Partners ein.

Also Viessmann hat schon kräftig von der damaligen Politik profitiert.

Aber wir können alle nicht in die Köpfe schauen.

Viessmann hätte wahrscheinlich noch mehr profitiert, wenn sie die Sparte nicht verkauft hätten.
Aber die Erben haben das für sich so entschieden und hatten vermutlich ihre Gründe.
Und natürlich hat Habeck den Job, weil er vor kurzem Politiker war, wie Friedrich Merz und andere (vor allem Union) ihre Jobs schon immer hatten, weil sie als Politiker gut vernetzt waren.
edit: Papa lebt wohl noch, nichts desto trotz hatte kurz vorher der Sohn das Ruder übernommen.

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Hat das vielleicht tatsächlich was mit der Persönlichkeit zu tun? Grade weil sich die wenigsten so dumm anstellen, dass sie unter die sehr enge Definition von Korruption im strafrechtlichen Sinne fallen, hängt es am Ende auch davon ab, für wie vertrauenswürdig man bestimmte Personen hält. Klar spielt es also eine Rolle.

Im konkreten Fall ist die „Beweislage“ aber doch arg schmal, verglichen mal mit bspw. den Cum-Ex-Gesprächen von Scholz oder den diversen Maskendeals bei der Union oder ähnlichen Fällen, die sich idR nicht gerichtsfest beweisen lassen werden.

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Mal ne blöde Frage: wo sollen denn Menschen arbeiten, wenn nicht in der Industrie?Klar kann das ein Geschmäckle haben, aber irgendwas müssen sie ja machen?

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Ich bin vorne mit dabei, wenn es um einen kritischen Blick auf Habeck geht, der aus meiner Sicht unberechtigt den grünen Heiland-Status erreicht hat. Dennoch sehe ich hier absolut keinen Grund, ihn zu kritisieren. Meinetwegen kann er auch bei Blackrock oder sonst wem arbeiten. (Fast) jede Firma der Welt wird ihm gerne sein Telefonbuch vergolden. Gehört nun mal zum Geschäft.

Ich kann mich nicht einerseits über Berufspolitiker ohne Ahnung vom Arbeitsleben ärgern und dann anderen ehemaligen Politikern den Einstieg in dieses Arbeitsleben ohne Beweise für ein illegales Fehlverhalten verübeln. Das gilt selbstverständlich dann auch für Habeck.

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Der Bias geht dann in beide Richtungen würde ich sagen. Von Viessmann schreibst du oben erst gar nicht, sondern 1Komma5 mit denen sich Habeck während seiner Amtszeit bestimmt getroffen habe. Jetzt ist es auf einmal Viessmann. Mit wem hat sich Habeck in seiner Amtszeit noch so getroffen?

Wieso sollte das BMWK das nicht genehmigen? Die können ja nicht aus Jux und Tollerei entscheiden sondern brauchen objektive Gründe gegen eine Genehmigung. Was wäre ein Grund gewesen? Eine 10 Jahres Standortpflicht wurde mit der Genehmigung übrigens verbunden.

Also nochmal. Du glaubst, Habeck habe das Heizungsgesetz nicht etwa wegen Klima- oder Gaskriese verabschiedet (zumal es sehr Technologieoffen war und Wärmepumpen/Klimaanlagen vor Habeck auch schon sehr gut verkauft wurden, vor allem außerhalb Deutschlands) sondern um Viessman und 1Komm5 einen Gefallen zu tun, damit diese dann einen flüssigen Käufer finden (mit dem Habeck hinter den Türen geklüngelt hat, damit sie einen überhöhten Preis für Viessman zahlen), um dann 3 Jahre später in einen Fond einzusteigen und die Mehrheit dann als als Anteilseigner überzeugen ihn als Berater anzustellen?

Ein Unterschied zu Spahn sind wenigstens die langjährigen persönlichen Kontakte und Freundschaften der Begünstigten, wo man hellhörig werden kann. Wo sind diese Kontakte hier? Hast du Details zum Einstellungsprozess bei Urban Partners? Wer hat da entschieden? Hat Viessmann Habeck vorgeschlagen? etc. pp.

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