Also wenn du schon mit dem Duden argumentierst…
Grundsätzlich ist die Definition eines GAU bereits erfüllt, wenn ein Ereignis eintritt, welches die Sicherheitsplanung des AKW übersteigt und dadurch Schaden erzeugt. Diese Definition ist schnell erreicht (z.B. beim Three-Mile-Island-GAU).
Ein Super-GAU ist hingegen eben die Steigerung, bei der nicht nur ein oben genanntes Schadereignis eintritt, sondern die ganze Situation vollständig außer Kontrolle gerät (Tschernobyl, eventuell Fukushima).
Ja, sprachlich kannst du gerne argumentieren, dass es keine Steigerung von „GAU“ geben dürfte - aber dann dürfte der Begriff GAU auch wirklich nur beim aller, aller schlimmsten Fall - also quasi der Apokalypse - verwendet werden, weil es eben immer einen noch schlimmeren Fall geben kann.
So lange „GAU“ daher für pauschal für „die Sicherheitsvorkehrungen übertreffende Extrem-Störfälle“ verwendet wird, macht die Verwendung von Super-GAU als Steigerung dessen (z.B. durch die Anforderung, dass eine größere Landfläche langfristig nicht mehr nutzbar ist) durchaus Sinn, ob du es magst oder nicht.
Lies noch mal, was ich kritisiert habe. Das war nicht Japan, sondern Frankreich und Belgien, zwei Staaten, die es mit der Sicherheit auch durchaus Ernst meinen. Und dort zeigt sich eben, dass gerade die hohen Sicherheitsstandards, welche für den halbwegs sicheren Betrieb von AKW nötig sind, eben dazu führen, dass die AKW ständig außerplanmäßig ausfallen, was aktuell dazu führt, dass das Extrem-Atom-Land Frankreich Strom von Deutschland kaufen muss.
Und das würde in Deutschland kein Stück besser aussehen, wenn wir die alten AKW noch länger am Netz behalten würden.