Rhetorik in der Lage

Sehr wichtiger Punkt! Das Entscheidende war das, was nach 1989 passierte. Sehr engagiert hat das hier einmal jemand auf den Punkt gebracht: OST FRUST … und Morddrohungen. - YouTube

Ich kenne etliche andere Beispiele, wo Leute nach positivem Selbsttest wieder weggeschickt wurden …

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Muss man drauf beharren und denen den anspruch erklären oder halt vorher anrufen. Gibt ja formulare dafür. Auf der Seite vom BMG steht explizit selbstest. Die bekommen das Geld ja sicherlich erstattet.

Ich möchte noch einen Punkt ergänzen, über den ich immer wieder stolpere. Das Recht ungeimpfte Menschen hier in der Lage pauschal beschimpfen zu dürfen, scheint aus der der angenommenen Unfehlbarkeit der wissenschaftlichen Einigkeit abgeleitet. Gleichzeitig werden Korrekturen von früher getätigten Aussagen aus der Wissenschaft wohlwollend hingenommen. Das Beispiel der Boosterimpfung wird von turnthepage erläutert. Auch Aussagen zur Wirksamkeit der Impfungen wurden immer wieder angepasst. Das sich der Wissenstand verbessert und verändert ist natürlich und stellt kein Problem dar. Aber wenn dieser Wissensstand jeweils als unhinterfragbar und unfehlbar dargestellt wird, steht dem Geist und dem Prozess der Wissenschaft entgegen. Der Ton wurde zwar im Laufe der Debatte immer schriller aber ein offenes Nachdenken über die geeigneten Massnahmen habe ich zu keinem Zeitpunkt erlebt. Der schwedische Weg wurde massiv bekämpft und auch die aktuelle Situation dort (bislang Ausbleiben der 4.Welle bei exakt gleicher Impfquote wir Deutschland) wird nicht diskutiert. Dänemark knapp 10% höherer Impfkote ist bereits in der 4.Welle und fürhrt wieder Massnahmen ein. Welche „Herde“ ist bei dem Begriff einer Herdenimmunität in einer PANdemie gemeint? Für mich sind das Fragen, die nicht schlüssig geklärt sind und ich fühle mich auch nicht grenzdebil wenn ich diese stelle.

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Natürlich kann man diese Fragen stellen, aber mit dem pro und contra von Impfungen haben sie nichts zu tun.

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Danke, dass du mehr oder weniger meine Ideen auf Deutsch ausgedruckt haben und was Interessantes dazu gebracht. Ich möchte von deine letzte (oder vorletzte) Punkt anfang. (nochmal mache ich weiter auf Englisch, aber brauche, wie gesagt, kein Englische antworten. Danke für die Verständnis!!)

This point is quite incisive. The recognition that the moralization of a debate is itself a good sign that the argument is steeped in emotion (as opposed to cold hard logic) is important to point out, not because we want only „cold, hard, logic“ but because it is of paramount importance that we stay honest with each other and ourselves. That emotions are here, and that they are playing a roll in the discourse makes perfect sense given the gravity of the situation. The problem is, as every person who has seriously dated another person knows, emotions can take a debate to often strange, self-alienating and ridiculous places. Now, I’m not here to give relationship advice, but I think it is critical in this instance to look at what precisely the emotions are, where they are coming from, and at whom they are directed.

Here is my shot, but I’d love to hear your take/the take of others here.

What are the emotions? as it is the current topic, I’ll take a guess at the emotions of the educated class (represented here by Ulf and Phillip, however fair or unfair that may be). They seem immensely frustrated, angry and quite honestly hurt by what they see as the moral betrayal of their fellow citizens. Absolutely understandable. I feel often very similar when almost killed by a speeding motorist while riding my bike… „how can he be so selfish and dumb,“ i ask myself. For them, the effectiveness of the vaccination is as undeniable as gravity and therefore, any counter argument comes across as near insanity… a mere selfish excuse.

Where are they coming from?(the emotions) This is difficult, but here is a certainly flawed first attempt. For the educated class, the status quo has worked well for the last, let’s say here, two decades. They have come up in a world well-governed by a given set of truths (gravity here inclusive :wink: ) making steady moral progress: more and more gender equality, longer life spans, better restaurants etc. etc. And yet, this set of truths, while serving as the foundation upon which they have built a good life, has been more and more incessantly sounding alarm bells (see climate change, violence in the middle east, the rise of right-wing populism etc. etc.) The foundational truths of well-regulated progress (and science/technology play a real role in this) are put into question either directly or indirectly by all of these issues. However, that the idea of incremental progress (or at least the idea of incremental progress as instituted over the last two decades) and along with it a scientific status quo may themselves be responsible for the problems which we need desperately to solve seems to rob us of the only tool we have for progress, the only set of tools we have for solving these very problems. Thus arguments which question the statu quo fundamentally irk us, engendering emotional responses, for they appear stupid at best and nihilistic at worst. Frustration and pain, I think, are reasonable reactions to stupidity and nihilism.

And who bears the brunt of the frustration, the anger and the indignation? At least in public discourse, it is obviously the idiots:

But what does that graph actually tell us? We can probably all see our own argument in it. Raw numbers always call for interpretation. I, for instance, see a very clear tendency: those aligned with the political/cultural mainstream (the status quo) are all vaccinated, while the closer one gets to the fringes of society, people are less vaccinated. Now, it is quite easy, as many do to chalk this up to „fake news“ and the accompanying dialog (see Lage neudeutsch zitat „zu viel Bullshit“) or

these explanations are undeniable. I am certainly no expert, and the impacts of social media obviously need much more scrutiny. However, can one honestly make the argument that the scientific community has done nothing over the last two years (or last two decades) to damage their own credibility? Can one honestly say that the political class has done everything in its power since 1990 to understand the plight of drying-up villages in Saxony in order to gain credibility there in the first place? Can one honestly say that the media has behaved as an unbiased observer, judging and reporting on peoples’ ideas (and not the quality of their moral character) over the last two years? There is more than enough blame here to go around, but to shove the vast majority of the blame to the fringes of society, (groups which, I might add, often have very large cultural and financial disadvantages) doesn’t strike me as the behavior of a gracious ruling class. I at least, when dreaming of gracious democratic leaders, define gracious, in part, as seriously considering one’s own fallibility before that of those less fortunate.

und auch hier darauf zu antworten:

klar, aber bitte achten auf eigenen Regeln:

Konstruktive Kritik ist erwünscht, aber kritisiere Ideen, nicht Menschen.

sind Namensnennung, intellektuelle oder moralische Beleidigungen wirklich nötig, Konstruktiv zu sein?

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stimmt zwar, aber die Kirchen und viele Vereine sind an ihrer zu nehmenden gesellschaftliche Irrelevanz auch selbst schuld. Es ist ja nicht so als gäbe es nicht massiven Bedarf an kulturprojekten, polit. Bildung, ermöglichen von frei Räumen etc. die Kirchen und Vereine haben daran allerdings wenig Interesse, wenn es über Traditionspflege hinaus geht, mal ganz davon abgesehen dass viele Bereiche dieser Zivilgesellschaft bestenfalls „unpolitisch“ schlimmstenfalls offen reaktionär sind. Die müssen ja keine Falken werden aber bissle offener könnte man schon sein. So notwendig ihr einhegende Funktion ist, so verdeckten sie doch eigentlich nur das grauen, dass das deutsche Landleben ist. Oder wie man neuerdings in Bautzen sagt: Ey, bist du geimpft oder was ?

auch richtig. die Debate (wie ich es unter dem title „Rhetorik in der Lage“ verstehe) ist aber nicht nur über Impfen or nicht Impfen, sonder über die Frage, und die ganzen Fragen die damit verbunden sind, wie eine Gesellschaft darauf reagiert und diskutiert. Damit hat die beiträge von Podcastnerd viel zu tun, glaube ich. Oder lese ich etwas hier falsch/etwas überlesen?

Ich habe ein wenig das Gefühl du suchst nach einem rationalen Kern in etwas das zu tiefst Ideologisch ist. Dabei entsteht ein wenig der Eindruck einer Projektion in der Suche nach Verständnis für die Leute. Ich möchte wirklich betonen das die Tonangeben Leuten aus dem bereich der Leute die sich nicht impfen lassen rechte sind.
Man sieht auch an dem schieren konstruktionsaufwand der in diesem Thread betrieben wird, um legitime Gründe zu und jene Argumente zu vermeiden die all zu oft auftauchen und all zu ortenbar sind.

Deshalb empfinde ich das auch weniger als Betrug in Sachsen ist das eher ein langsamer Unfall dem man zuschaut. Es war am anfang der Pandemie genauso wie jetzt absehbar dass bspw. die Erzgebirgsler (ich muss hier übrigens korrigieren die haben jetzt eine inzidenz von 1000. es dauert wohl noch einen vielleicht zwei Monate bis ganz Sachsen durchgeseucht wurde ^^) vielleicht nicht so begeistert sind von den Coronaregeln. Trotzdem hat man seelenruhig dabei zugesehen wie das Erzgebrige Stück für Stück ganz Sachsen infiziert hat im letzten Herbst. Diesen Herbst selbes Spiel… Was in diesem Fall sinnbildlich für die Menschen in der Pandemie und das hiesige Management dieser steht.

Ich will den Punkt der Transformationserfahrungen in der Post-DDR nicht abtun, aber selbst wenn es nur ein Problem in ostdeutschen Bundesländern wäre (was es ja nicht ist), wäre es doch ein gesamtgesellschaftliches Problem - genau so wie die AfD. Daher verstehe ich Deinen Punkt nicht ganz.

Es ist nicht kein exklusiv ostdeutsches Problem, was ich ja auch nicht behauptet habe.

Mein Punkt ist, dass wenn wir von Impfverweigerern reden, wir uns in gewisser Weise auf der Symptomebene bewegen. Wenn wir uns sinnvoll mit dem Problem beschäftigen wollen, müssen wir uns allerdings (auch) auf die Ursachenebene begeben. Warum verhalten diese Menschen sich so?

Damit zu sagen, „dieses Verhalten ist irrational“, ist ja nichts erklärt. Meine These ist, dass die Mehrheit der Ostdeutschen sehr prägende Merkmale in ihren Biographien hat, die sie mehr mit anderen Osteuropäern teilen als mit Westdeutschen und dass diese Merkmale Impfskepsis begünstigen.

Ich will da jetzt keine Spaltung des Landes herbeireden. Eigentlich finde ich es gut, dass die Tagesschau die Arbeitslosenzahlen nicht mehr getrennt nach Ost und West angibt (tut sie nicht, oder?!). Eine Gesellschaft kann schlecht zusammenwachsen, wenn man ständig auf dem Trennenden herumreitet anstatt ein gemeinsames Narrativ zu entwickeln, aber ich glaube man muss sich diesen Unterschieden schon stellen, falls man Ursachenforschung betreiben möchte (wie auch beim Thema Rechtsextremismus btw).

In Westdeutschland werden im Schnitt andere Ursachen dazu führen, dass Menschen sich nicht impfen lassen wollen. Wenn wir Impfskepsis aber nur als gesamtgesellschaftliches Problem betrachten, dann geht uns mit dieser Differenzierung auch die Möglichkeit verloren, zielgerichtete Lösungen zu entwickeln.

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Das glaube ich auch. In Sachsen hat sich die Verwaltung aus der Fläche schlicht komplett zurückgezogen. Kurz: Vorher gab es viele kleine Landkreise, jetzt gibt es wenige und dafür riesige.

Nehmen wir mal den Erzgebirgskreis, eines der größten Landkreise. Die hatten für wenige Monate nur zwei kleine Impfzentren. In Stollberg am nördlichsten Zipfel und in Annaberg-Buchholz am südöstlichsten Zipfel. Der ganze große Raum dazwischen: Da gab es genau nichts! Und die Leute haben auch keinen Hausarzt, da Sachsen seit mindestens 10 Jahren unter eklatanten Ärztemangel leidet. Selbst in Chemnitz ist es nahezu unmöglich bei einem der noch wenigen Hausärzte als Patient unterzukommen!

In Chemnitz gab es aber über lange Zeit ein großes Impfzentrum im Zentrum in einer großen Sporthalle. Da konnte man schon ab April ohne Termin hin, weil es sehr gut aufgebaut und organisiert war. Folge: Impfquote von rund 70% in der Stadt. Im Erzgebirge gibt es eine Impfquote von unter 50%, wie gesagt - weil dort nie eine wirkliche Infrastruktur entstand dahingehend. Und seit der Kreisreform 2008 wurde in den ländlichen Regionen allgemein viel städtische Infrastruktur abgerissen. Auch mobile Impfangebote gibt es ironischerweise nur in den Städten, nicht aber in den Dörfern und Gemeinden.

Und der ÖPNV sieht katastrophal aus. Gerade ältere Menschen, die ja in den kleinen Dörfern zurückbleiben, haben häufig gar nicht (mehr) die Möglichkeit noch groß Auto zu fahren. Entweder aus Altersgründen oder was sehr viel häufiger ist: Man kann sich den Unterhalt eines Autos schlicht nicht mehr leisten. Bei kleiner Rente ist das das Erste was weg kommt. Der Herbst 2021 sieht so aus, dass alle (also die wenigen im Freistaat) Impfzentren geschlossen wurden und der Ärztemangel immer noch nicht gelöst und sehr, sehr viele Menschen keinen Hausarzt haben. Diese ganzen Statistiken sehen nur deswegen besser aus, weil die sächsische Landesregierung seit 30 Jahren einseitig Politik für Dresden und Leipzig macht. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen Dresden, Leipzig und den Rest. Ich kann es ja auch noch nicht mal den Ärzten verübeln, dass sie sich dort nicht ansiedeln. Will man halt mit seiner Familie auch nicht hin, wenn man nicht will, dass sich Kinder dann sehr schnell langweilen. Warum gibt es nicht in jeder Kleinstadt eine dauerhafte Impfstelle für jene Kleinstadt und den Dörfern rundherum? Denn natürlich fahren die Leute für Lebensmittel nicht zur nächsten Großstadt, sondern zum nächstgelegenen größeren Ort. Und DA muss das Impfangebot sein.

Keine Infrastruktur + extremen Ärztemangel = niedrige Impfquote.

Und nun könnt ihr Euch auch mal überlegen, wie sich die Bevölkerung fühlt, wenn Menschen von außerhalb Sachsens, die die Umstände gar nicht kennen, so nen Mist sagen wie „Da leben doch die ganzen Nazis und AfD-Wähler! Natürlich lassen die sich nicht impfen, das Pack!“

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Aber die statistische Korrelation zwischen AfD-Zweitstimmen und Impfquote (und Infektionsgeschehen) ist doch sehr auffällig.

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Oh Please mag das mit der Infrastruktur und den Ärzten auch auch stimmen, aber das Erzgebirge und insbesondere die Sächsische Schweiz waren zuletzt vor den 30ern links danach war das eine massive Nazi Hochburg. Die Leute sind nicht einfach aus Frustration nach rechts abgewandert oder lassen sich nicht impfen. Außerdem verschwinden auch aus Dresden die Leute weil es ihnen nicht geheuer ist was in Dresden passiert. Das konservative Bürgertum am Elbhang hat sich in teilen längst zu einem rechts Intellektuellen hub entwickelt und gegen Pegida hat die Stadt und die TU auch wenig gemacht. Auch an die TU wollen ausländische Dozierende nicht…
Hinzukommt, dass viele rechte auch von den infrastrukturell gut an Dresden angeschlossenen umliegenden Kleinstädten kommen, wie Freital, Heidenau oder Pirna und dann haben wir natürlich noch die Hauptstadt des Vogtlands und ihren regelmäßigen Marsch der grünen Männlein.
Auch ist trotz der Relevanz von Leipzig ist das Verhältnis zwischen der Stad- und der Landesregierung auch sehr ambivalent.

Es geht ja hier nicht nur darum, dass die Erzgebrigsler sich nicht impfen lassen wollen, sondern dass diese das Infektionsgeschehen aktiv anheizen oder wie kommt man sonst bei fehlendner infrastruktur und 300 000 Einwohnern regelmäßig auf Inzidenzen zwischen 400 und 1000.

Aber eine kleine Anekdote zur sächsichen Infrastruktur noch, ich glaube es war letztes Jahr, da ist das Unternehmen dass die Bahn nach Görlitz betreibt pleite gegangen, davon wusste aber keiner und Görlitz ist nicht an den Fernverkehr angeschlossen. Also kam man nur noch über Polen nach Görlitz :smiley:

Natürlich ist es ein Riesenproblem dass Heidelberg nicht auch für seine Burschis bekannt ist oder Bayern für seine Reichsbürger, das ändert aber wenig am am massiven Rechtsextremismus bis Rechtsterrorismus (schließlich reden wir hier oft von bewaffneten Gruppen) Problem in Sachsen.

Ich habs schon in mehreren Threads wiederholt gute Kommunalpolitik ist entscheidend, auch von konservativer Seite. Hier gibts massive Probleme, dass sollte aber nicht dazu führen dass man die darunterliegenden politischen Strömungen kleinredet. Der Mitleidige Blick den man erntet, wenn man sagt, dass man mal in Dresden gewohnt hat ist schon nicht ganz unbegründet :smiley:

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Ich finde die Frage wenig aussagekräftig.
Wäre noch zur Auswahl „falsch gewichtet“, würde das am meisten Stimmen bekommen.
Wer nun täglich mit Schülern zu tun hat, mag den Eindruck bekommen, es wird angesichts voller Discos übertrieben.
Wer täglich im Flugzeug sitzt, mag den Eindruck bekommen, es wird der Ernst der Lage nicht richtig erkannt.

Genauso wäre ich bei jeder Verschwörungstheoretiker-Studie ein Verschwörungstheoretiker.
Denn auf die Frage, ob Medien und Politik absichtlich Dinge uns verschweigen, würde ich mit ja antworten.
Gerade im Hinblick auf hoher Inzidenzen im Migrationsmilieu gab es eine stillschweigende Übereinkunft, darüber nicht zu berichten, um nicht fremdenfeindliche Reaktionen auszulösen.
Mittlerweile gaben manche Medien zähneknirschend zu, dass eine frühe Diskussion ermöglicht hätte, zeitnah gegenzusteuern.

Eine Diskussion über die Ursachen sollte man immer führen, aber mit entsprechendem zeitlichen Abstand. Auch dem Nationalsozialismus hat sich Deutschland erst ernsthaft gestellt, als die entsprechenden Leute in Ruhestand gegangen sind.

Also, ich bin ein junger Mann und ich habe mein Auto voll im Griff. Meine Reflexe sind exzellent. Deshalb möchte ich auch in der Baustelle auf der Autobahn 180kmh fahren. Das beschränkt meine Freiheit, wenn ich da auf 80kmh oder noch schlimmer 60kmh runterbremse.

Außerdem: hat das schon jemand wirklich überprüft, wie die echten Zahlen sind?! Ich bin mir sicher, ich komme schneller an, wenn ich 180kmh fahre. Dass da ein paar Bauarbeiter verletzt werden, sind die Zahlen wirklich verlässlich?? Sind das nicht einfach Arbeitsunfälle mit den Maschinen und so. Ich habe da Bilder auf Facebook gesehen…

Ich finde, bis das nicht zweifelsfrei geklärt ist, sollte ich nicht weiter in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt werden. Ich möchte auch nicht beschimpft werden, wenn ich 160kmh oder schneller in der Baustelle fahre. Das ist eine persönliche Entscheidung. Allein diese Bezeichnung „Raser“, das ist respektlos.

Wie Philipp und @vieuxrenard hier alle mit Raser über einen Kamm scheren, nur weil wir mit 180kmh durch die Baustelle fahren. Die Individualität der Menschen wird gar nicht berücksichtigt: Da gibt es den gehetzten Familienvater, den jungen Besitzer eines neuen, sehr sportlichen Sportwagens und den Manager mit Zeitdruck. Das sind alles ganz verschiedene Personen.

Außerdem könnte man ja mal über Aufklärung sprechen. Warum wird denn nicht mal richtig informiert, ob und, wenn ja, 180kmh in der Autobahn wirklich gefährlich ist?? Ich sehe da für mich kein Risiko. Mein Auto hat viele Airbags.

/Ironie aus
Was für ein Gewese um diese Impfmuffel gemacht wird. Eine Minderheit hält die Mehrheit in Geiselhaft. Mir fehlt jegliches Verständnis.

Und jetzt mach ich mich wieder auf die Suche, eine Booster-Impfung für die Risikofälle in meinen Umfeld zu organisieren.

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Weil wir eine neue Variante haben. Der R-Wert von Delta ist ca. 6 (hab bei einer schnellen Recherche Werte von 5 - 7 gefunden, gerne nochmal selber nachgucken).

Lieber Ulf,

ich schalte mich einfach mal an dieser Stelle dazu, da ich noch einen Gedanken einbringen möchte, der eure Haltung vermutlich nicht ändern wird (wegen eurer klaren Haltung habe ich die Lage immer gerne gehört), aber ich möchte dies einmal loswerden, um wieder mit mehr Leichtigkeit die Lage hören zu können :upside_down_face: Ich bin noch nicht geimpft, und auch ich fühle mich natürlich mit „Schwurblerin“ nicht treffend bezeichnet. Der Grund dafür, dass ich noch nicht geimpft bin, ist, dass ich noch stille und die Empfehlung der Stiko erst vor relativ kurzer Zeit kam. Da ich mich in Elternzeit befand, waren meine Kontakte überschaubar, ich habe mich regelmäßig testen lassen und lasse auch ansonsten Vernunft und Vorsicht walten. Nun lautet die Empfehlung der Stiko aufgrund des „wissenschaftlichen Konsenses“, dass sich Stillende impfen lassen sollen, jedoch „(…) liegen nach wie vor nur wenige Studien mit Daten zur Sicherheit der Impfungen gegen COVID-19 für das gestillte Kind vor. Ferner wurden keine Daten bezüglich der Wirkung der Impfung auf die Milchproduktion gefunden.“ (Epidemiologisches Bulletin 38, RKI 2021, S. 28.) Dies widerspricht zwar nicht zwingend dem Schluss, dass es moralisch nicht vertretbar ist, sich nicht impfen zu lassen, die Bezeichnung aller Umgeimpften als Schwurbler verkennt aber, dass sich einzelne oder womöglich viele Menschen in Situationen befinden, in denen der wissenschaftliche Konsens alleine keine ausreichende Entscheidungsgrundlage bietet, um eine solch klare Entscheidung ohne Unsicherheit zu treffen. Ich bin nun kurz davor, mich impfen zu lassen, jedoch nicht ohne Bauchschmerzen; ironischerweise würde an dieser Stelle eine Impfpflicht vielleicht sogar Erleichterung schaffen. Soweit mein Senf -

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Falls das meinen Post bezogen sein sollte, hast Du ihn gründlich missverstanden. Das Thema Entmündigung habe ich nur erwähnt, um zu demonstrieren, wie fest verankert die Meinung in manchen Fällen ist. Die Aussage war also gedacht in dem Sinn „Reden alleine nützt nichts.“ und in keinem Fall in die von Dir angedeutete Richtung „Wenn sich jemand nicht impfen lassen will, sollte man ihn entmündigen.“ Letzteres widerspricht meinem Rechtsempfinden sehr deutlich.

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Ich würde mal die These in den Raum stellen, dass viele der Ungeimpften auch Genesene sind, deren „offizieller“ Genesenen-Status abgelaufen ist. Von einem Tag wird man dann sozusagen nach eurer Argumentation vom Genesenen zum „Schwurbler“. Dabei sagte auch EU Ethikrat-Mitglied Woopen, dass man darüber nachdenken sollte den Genesenen-Status anders auszulegen.
Beispiel aus meiner Familie: mein Bruder hatte Dez 2020 eine (milde verlaufene) Corona-Infektion, er ist 27 gesund, sportlich. Sein Genesenen-Status ist im Juli abgelaufen. Er sagt - aus meiner Sicht nachvollziehbar - dass er für sich kein Risiko sieht und von ihm auch kein größeres Risiko als von Geimpften (Impfung > 6 Monate her) ausgeht. Nach LdN-Auslegung fällt er somit in die Kategorie Schwurbler und handelt aus eurer Sicht irrational und menschenverachtend. Ich denke das trifft sehr gut auf den Punkt, was die Vorredner zu diesem Thema schon kritisiert hatten. Es darf nicht zu sehr pauschaliert werden. Es gibt sehr viele unterschiedliche Beweggründe für den Verzicht auf eine Impfung. Nicht alle Menschen sind Irre.

P.S. Es gibt in DE 4,8 Mio. Corona-Fälle -100.000 Tote = rund 4,7 Mio. Genesene.

Das ist doch genau das Problem. Er könnte sich jetzt einfach impfen lassen, dann wäre es nicht mehr eine Frage seines Bauchgefühls, sondern dann wäre er tatsächlich für seine Umgebung eine möglichst geringe Gefahr.

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