Dieser erhält nach 45 Jahren dann - wie viel?
Interessant ist doch, wie viel müsste er im Durchschnitt verdient haben, um über Grundsicherung in der Rente zu gelangen.
Liegt der darunter, so ist alles was er spart quasi ein Darlehen an den Staat, mehr Rente erhält er dadurch nicht.
Liegt ihr Einkommen so hoch, dass sie über der Grundsicherung landet, ist es ein zusätzliches Renteneinkommen.
Der Geringverdiener hat also nichts davon, die Besserverdienende schon.
Oder hab ich einen Gedankenfehler?
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pbf85
22
Wenn jemand konsequent mit 18 anfängt und nur diese 24,58 € pro Monat bis zum Renteneintritt mit 68 so einzahlt, dann stünden da am Ende bei einer durchschnittlichen ETF-Rendite von 8% 195.000 € im Depot.
Natürlich muss man dann auch Berücksichtigen, dass diese Summe bis dahin real weniger Wert ist und ggf. schon vor Renteneintritt umgeschichtet wird, dafür dürfte sich ja auch die Summe die Jährlich eingezahlt wird im Rahmen der Inflation anpassen.
Gibt es bei Einkommen aus privater Altersvorsorge keine Freibeträge? Ich dachte immer es gäbe einen Anrechnungsbetrag und somit würde auch jemand der mit der gesetzlichen Rente in der Grundsicherung landet dann besser gestellt als jemand der nicht auch privat vorgesorgt hat.
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Matder
23
Dazu habe ich auch nicht wirklich etwas gesagt. Mir ging es eigentlich nur um deine Aussage, dass das Lindner-Depot gut für Geringverdiener wäre.
Aber ohne diese Grenze wären eben noch mehr Menschen mit geringem Einkommen, die nur wenig zurücklegen können, mit den vollen 175 € gefördert worden.
Aber das läuft ja darauf hinaus, das jemand mit geringem Einkommen viele Jahre einen Teil seines (kleinen) Einkommens in private Altersvorsorge steckt, aber am Ende auch nur Grundsicherung bekommt oder zumindest nur einen sehr geringen Zusatzbetrag, der in keinem ordentlichen Verhältnis zu den Beiträgen ins Altersvorsorge-Depot steht.
Ganz ehrlich: Warum sollten Geringverdiener daran ein Interesse haben?
Damit räumst du aber ein, dass es sich bei Linders Vorschlag vielleicht nicht um Reichen- aber mindestens mal um Gutverdiener-Förderung handelt.
Stimmt, aber genau das sind ja die Geringverdiener. Ich sage auch nicht, dass das die Mehrzahl ist. Laut Stat.-Bundesamt sind aktuell 15 % Niedriglohn-Beschäftigungsverhältnisse (der Link von @palatino ist leider hinter einer paywall). Aber gerade für die ist das neue Gesetz mangels größerer Freibeträge mMn halt nichts, dass wollte ich nur anmerken.
Stimmt, aber denen hätte man eben auch besser geholfen, wenn man die Grenze von 26250 € für die Grundzulage (175 €) nicht eingebaut hätte.
Ja gibt es, hatte ich oben auch geschrieben.
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pbf85
24
Eine Kritik die sich in erster Linie an diese Grenze richtet finde ich z.B. durchaus legitim. Ich fände auch ein System welches so gestaltet ist, dass es z.B. grundsätzlich Förderung nur bis zu einem Betrag x gibt, diese aber dafür für alle gleich besser und ab diesem Betrag dann nur eine steuerliche Absetzbarkeit von Beträgen zur Altersvorsorge, analog zur Absetzbarkeit von Riesterverträgen. Auch das kann man natürlich deckeln oder Abschmelzen.
Der Gedankenfehler ist, dass das Guthaben angerechnet wird. Wäre es so, wäre das fatal und abzulehnen. Logischer wäre, wenn das in diesem Topf liegende Vermögen nicht berücksichtigt wird und immer on Top ist. Dann hat der Geringverdiener, der 10€ im Monat gespart hat, am Ende Grundsicherung und 195.000€, mit denen er sich die Rentenjahre versüßen kann.
Daher würde ich mit real 5% rechnen. Dann sind es 65.000€ mit heutiger Kaufkraft.
Matder
26
Was du da beschreibst, ist genau das, was Lindner jetzt als Entwurf gebracht hat.
Am besten wäre es, wenn es einfach einen festen Betrag als Zuschuss zur privaten Altersvorsorge gibt, sagen wir mal 750 Euro pro Jahr und Bürger. Einzige Bedingung ist, dass man das in Aktien, Fonds usw. anlegen muss. Das wäre zumindest sozial gerecht.
Wieso Gedankenfehler? Das die private Altersvorsorge, bis auf einen kleinen Freibetrag, auf die GruSi angerechnet wird, dass ist Tatsache.
Ja, das wäre fair.
pbf85
27
Ich meine, dass es eine Förderung x gibt die unabhängig davon wie viel man dann anspart gewährt wird (z.B. wer mindestens 10 € selbst anlegt bekommt diesen Betrag x) und darüber hinaus dann keine weitere Föderung für jeden weiteren Betrag. Somit mehr Förderung für weniger Einkommen und weniger für höhere Einkommen. Damit aber auch Einkommen darüber hinaus Vorteile von dieser Form der Anlage haben eben die Steuerfreiheit analog Riester.
pbf85
28
Wenn ich das richtig sehe ist der Freibetrag 100 € plus 30% des Betrags darüber hinaus. Das heißt wer 300 € im Monat dazu bekommt hätte immerhin 160 € mehr als Grundsicherung. Das ist in diesen Bereichen für den Lebensstandard nicht unerheblich.
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Matder
29
Laut dem Gesetz oben, sind die ersten 100 Euro komplett raus, dann werden 30 % bis 281 € und über 281 € alles angerechnet. Das heißt bei 281 Euro und mehr privater Altersrente bleiben nur ca. 160 Euro übrig, die zur Grundsicherung dazukommen. Für den Rest hat man umsonst eingezahlt.
Ich verstehe das so: Aktuelle Einkommensgrenze für GruSi ist 1062 € (Quelle: DRV), wer also 1062 € – 160 € = 902 € oder weniger Alters-Rente erwartet, für den lohnt sich das nicht. Sofern ich da nichts übersehen habe.
edit:
Warum sollen Besserverdiener bei der Altersvorsorge mehr gefördert werden, als Geringverdiener?
pbf85
30
Es geht mir darum, dass Altersvorsorge in Riester und in Aktien im gleichen Maß behandelt wird. Sehe keinen Grund das eine zu bevorzugen.
Stimmt, diesen Konstruktionsfehler von Riester hatte ich verdrängt. Vielleicht macht man es hier ja besser. Wobei da bestimmt jemand im Forum zum Klassenkampf aufruft: warum sollte jemand, der 200.000€ hat überhaupt Unterstützung bekommen.
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Matder
32
Dann lass mich meinen Wunsch von oben umformulieren:
Eine pauschale Förderung von 750 Euro jährlich für jeden, ohne Mindest-Eigenbetrag. Man muss nur nachweisen, dass man dieses Geld in eine Riester-Versicherung oder ein Altersvorsorge-Depot steckt. Und dann kann jeder noch dazugeben was er selbst finanziell stemmen kann.
Würde auch weniger Bürokratie bedeuten, weil die Finanzämter keine Günstigkeits-Prüfung (oder wie das heißt) machen müssen.
Das hat dann allerdings nicht mehr viel mit privater Altersvorsorge (Säule 3) zu tun.
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Matder
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Wenn die Leute nichts weiter dazugeben, dann ja. Aber der Grund für Lindners Gesetzesänderung war ja nicht nur private Vorsorge sondern auch kapitalgedeckte Vorsorge.
Und wenn die Leute sehen, wie gut sich ihr gefördertes Depot entwickelt, dann kann das ja auch ein Anreiz sein, um selbst was etwas dazuzugeben.
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Zum Rentenkonzept von Lindner stellt sich mir noch die Frage, was mit dem Kapital und der Forderung bei Ableben vor Erreichen des Anspruchsalters passiert? Verfällt die Förderung?
Kann mir hier jemand weiterhelfen?
Neffets
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Es ist ja gerade der Sinn der Förderung, Menschen zur privaten Vorsorge zu motivieren. Wenn der Staat jedem einfach Geld schenken würde, könnte er dieses Geld auch einfach in das Generationenkapital zahlen, was ja jetzt aufgebaut werden soll.
Ich bin ungefähr bei Beitrag 25 ausgestiegen.
Bis dahin eine interessante Debatte.
Ein, vlt nicht entscheidenden, aber bedenkenswerten Punkt würde übersehen, gerade mit Bezug auf das Ausnutzen von Freibeträgen.
Dieses Depot muss ja nicht die einzige Form der Vorsorge sein. Wie bei vielen Förderungen kann ich auch als Geringverdiener oder Meridianeinkommen oder dazwischen und außerhalb auch soviel einzahlen, dass ich die Zuschläge bestens nutze.
Den Rest, sofern vorhanden, kann ich dann auch anderweitig verwenden, vlt ein Tagesgeldkonto, ein zweites Depot, betriebliche… what ever
Ingfu
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Das würde mich auch sehr interessieren. Auch, ob es einfach an den Ehepartner übergehen kann.