Rechtsterrorismus und AfD

Anlässlich des heutigen Urteils gegen die „Letzte Verteidigungswelle“ rückt der Rechtsterrorismus wieder - ein Stück weit - in die öffentliche Wahrnehmung.

Obwohl hier kein direkter Bezug zur rechtsradikalen AfD öffentlich geworden ist, sieht selbst die konservative FAZ zumindest einen ideologischen Zusammenhang:

Gegen wen diese jungen Menschen sich ultimativ „verteidigen“ zu müssen meinten, geht aus den Taten hervor. Sie richteten sich gegen Asylbewerber, „Linke“, vermeintliche Pädokriminelle. Besonders die Erzählung von der Überfremdung und der angeblich letzten Chance, sich dem entgegenzustellen, wird von identitären und völkischen Gruppen verbreitet.

Junge Menschen auf der Suche nach Orientierung und Halt sind anfällig für solche Narrative, und „rechtsextremistische Akteure“ (wie es im Verfassungsschutzbericht heißt) adressieren sie gezielt: in sozialen Medien, aber auch mit vermeintlich harmlosen Freizeitangeboten. Von solchen „Vordenkern“ ist ein bestimmter Flügel der AfD nur einen Handschlag entfernt. Oder sogar noch weniger? Das ist in der immer wieder aufflackernden Debatte über ein Verbotsverfahren zu untersuchen.

Zum Zusammenhang vergleiche auch:

In der Vergangenheit gab es auch schon jede Menge Rechtsterrorist:innen mit direktem AfD-Bezug (Übersicht der Amadeu-Antonio-Stiftung, die allerdings nur bis 2024 reicht):

2025 gab es dann noch einen Fall des Verstoßes „gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz“:

Es wäre wirklich mal an der Zeit, diese Zusammenhänge in einem reichweitenstarken Medium von Expert:innen aufarbeiten zu lassen.

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Aufhorchen lassen auch folgende Kontakte:

Eine Recherche des Nachrichtenmagazins Der Spiegel rückt die Kandidaten der AfD für die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in ein scharfes Schlaglicht. Ausgerechnet zwei Politiker aus der Altmark spielen dabei die Hauptrollen: Sebastian Koch und Simon Lansmann, die in den beiden Wahlkreisen des Altmarkkreises Salzwedel für die Partei antreten.

Der Spiegel berichtet von einer Sommersonnenwendefeier am 20. Juni auf dem Hof des Rinderzüchters Simon Lansmann in Ipse. Laut dem Magazin kontrollierte die Polizei die Zufahrt zum Grundstück und stellte dabei Besucher aus dem Umfeld der im September 2023 verbotenen Neonazi-Gruppe „Artgemeinschaft“ fest. Zudem sei an jenem Abend ein Kampflied der Hitlerjugend ertönt.

Die 1951 gegründete und im September 2023 vom Bundesinnenministerium verbotene „Artgemeinschaft“ galt als eine der ältesten und am straffsten organisierten neuheidnisch-völkischen Gruppierungen in Deutschland. Unter dem Deckmantel einer religiösen Glaubensgemeinschaft vertrat die Organisation ein rassistisches, antisemitisches und den Nationalsozialismus verherrlichendes Weltbild.

Gefährlich ist die Artgemeinschaft vor allem aufgrund ihrer Netzwerkfunktion. Mitglieder von „Blood & Honour“ sowie „Combat 18“ finden sich hier zusammen. Auf der Mitgliederliste der Artgemeinschaft tauchte auch der Lübcke-Mörder Stephan Ernst auf. Beate Zschäpe, Terroristin des NSU, nahm 1997 an einer Schulung der Artgemeinschaft teil. Auch NSU-Helfer André Eminger und sein Bruder Maik nahmen an mindestens einer der Sonnenwendfeiern teil. Die Artgemeinschaft ist eine Vorfeldorganisation des Rechtsterrorismus.

Auch zum Neonazinachwuchs von „Deutsche Jugend Voran“ bestehen zumindest informelle Kontakte (S. 25 f.):

Der zu Funk gehörende Kanal „tatsache“ hat kürzlich noch einen Beitrag veröffentlicht, der das Aggressionspotenzial dieser Leute ganz gut veranschaulicht:

Natürlich auch hier AfD-Bezüge.

Interessant ist vielleicht noch:

Schade, dass die AfD gekniffen hat, sonst hätte man die Bezeichnung „politische[r] Arm des Rechtsterrorismus“ auch gerichtlich bestätigt gehabt.

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