Re: Senken — Regeneration des Bodens

Zwar nach meinem Geschmack etwas amerikanisch-dick aufgetragen, aber sehr interessant und hoffnungsvoll:

„Kiss the Ground“ (Netflix)

https://www.netflix.com/title/81321999?s=i&trkid=14170032

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und noch mehr Info dazu:

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Und noch eine Rezeption

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Und jetzt habe ich Zeit, einmal die zentralen Aussagen der Dokumentation „Kiss the Ground“ zusammen zu fassen:

Regenerative Landwirtschaft, d.h. eine Landwirtschaft, die systematisch auf die Regenration von Mutterboden setzt, verringert nicht nur die CO2-Emission der Landwirtschaft, sondern macht landwirtschaftliche Flächen zu sehr effektiven CO2-Senken. Daneben verbessert es Bio-Diversität, Wasserkkreislauf und Tierschutz. Sie integriert Konzepte aus ökologischer Landwirschaft, Permakultur, Humus-Management, Agrarökologie, Agrofortwirtschaft und Renaturierungsökologie. Lauter nett klinge Schlagwörter, hinter denen aber deutlich mehr steht. Zudem ermöglicht sie es Landwirten, die Erträge ihrer Höfe offenbar sehr deutlich zu verbessern und sich damit unabhängiger von Subventionen zu machen.

Diese Bild versinnbildlich das sehr schön:

„To good to be true?“ Ja, das ist die Frage, die sich auch mir stellt. Insbesondere, weil die Dokumentation hier einen fast religiösen Pathos an den Tag legt („den Planeten heilen“). Und deretwegen ich dieses Thema hier vorschlage. Um genau diese Fragen beantworten zu können.

Der Film postuliert, regenerative Landwirtschaft, massenhaft angewendet, wirke sich direkt auf die Gesundheit des Bodens und damit auf den globalen atmosphärischen Kohlenstoffgehalt und das Tempo des Klimawandels aus. Durch die Ausübung der regenerativen Landwirtschaft, eines chemiefreien Direktsaat-Systems zur Stärkung und zum Schutz der Bodengesundheit, könnten wir gesündere Pflanzen anbauen, mehr Kohlenstoff binden und letztendlich den Klimawandel umkehren.

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Lieber TRq, das ist ein fantastisches Thema. Ich möchte gerne noch einige weitere Prinzipien und Erweiterungen zur regenerativen Landwirtschaft anbringen.

  1. Permakultur:
    Das Konzept der Permakultur versucht, Symbiosen der Natur künstlich nachzubauen und Arbeitsaufwände zu vermeiden.

Es ist möglich, mit sinnvollen Designprinzipien sogar Arten anzubauen, für die unser Klima eigentlich nicht gemacht wäre (Stichwort Wärmefalle). Ich empfehle sich dort mal einzulesen oder weiterführende Recherche zu betreiben. Diverse Musterbeispiele zeigen, dass extensive Landwirtschaft, Permakultur und Bodenregeneration mittelfristig nicht weniger Gewinn zur Folge hat. Landwirte, die wechseln wollen, sollte man unterstützen, da die ersten Jahre durchaus schwierig sind.

  1. Umstellung der Vielhaltung auf Weidehaltung
    Wir alle haben es gehört: Tierhaltung ist ein hartes Pflaster. Landwirte sind auf immer grössere Mengen an Tieren angewiesen, um mit den geringen Erträgen ihre Kosten zu decken. Dabei gibt es verschiedene Aspekte und Themen, die es zu ändern gilt. Heute möchte ich mich auf den Aspekt der Bodenregeneration konzentrieren. Und es gibt genau diese Alternativen zur bestehenden exzessiven Landwirtschaft und sie funktionieren. Man könnte „einfach“ die Flächen, die für die Produktion für Viehfutter benutzt werden verwenden und darauf extensiv Weidehaltung betreiben. Die Kühe würden langsamer wachsen, wären aber in der Summe gesünder. Ich beziehe mich hier übrigens auf die Doku „Food, inc.“, die ich jedem ans Herz legen möchte. Die Doku ist zwar im Grundsatz sehr USA-lastig, zeigt aber, dass es eben auch anders geht. Hier in der Schweiz etwa gibt es mittlerweile einige Höfe, die sich spezialisiert haben und regenerative Landwirtschaft mit ihrer Vieh- / Weidewirtschaft verbinden. Da weiden dann die Rinder unter den Obsbäumen und werden immer mal wieder weitergeschickt, wenn die vorhandene Weide kahl ist.
  1. Weitere Vorteile der regenerativen Landwirtschaft
  • Besseres und nachhaltiges Pflanzenwachstum auf dem betreffenden Landstück
  • Robustere und Stabilere Feldfrüchte
  • Weniger Desertifikation (die in Deutschland bereits beginnt problematisch zu werden, z. B. Franken)
  • Geringere Ernteausfälle durch (zunehmende) Dürreperioden
  • Überschwemmungen können vermieden werden, da der Boden mehr Wasser aufnimmt und erst langsam wieder abgibt
  • Weniger Dünger nötig
  • Weniger Abfälle und unverwertete Ressourcen
  • Mehr Biodiversität
  • Weniger Ausgaben für Bauern (Maschinen, Pflanzenschutzmittel, Fungizide, Wachstumsbeschleuniger, Bewässerung etc.)
  • Mehr Treibhausgase werden im Boden gebunden, es muss weniger Treibhausgas für die Produktion verwendet werden

Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Form der Landwirtschaft mittelfristig ähnlich einträglich sein kann, wie die konventionelle LW, diverse Beispiele machen es vor. Ich hoffe sehr, dass sich Regeneration durchsetzen kann.

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Und jetzt haben auch die Medien das Thema entdeckt:

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