Rassismusdebatte in Deutschland

Ihr Lieben,
ich höre den Podcast seit kurzem und bin sehr froh, auf ihn aufmerksam gemacht worden zu sein. Ich kapiere noch nicht genau, ob dies der richtige Ort ist einen Hörerkommentar zu einer Sendung abzugeben.
Es geht um die Sendung Rassismuss, Berliner Antidiskriminierungsgesetz …
Ihr erörtert den Missstand, der Polizei, sich gegenseitig zu decken etc. Meiner Ansicht nach fehlt hier eine wichtige Perspektive. Das sage ich vor dem Hintergrund, dass ich weder selbst Polizist bin, noch mich diesen in irgendeiner Weise verbunden oder verpflichtet zu fühlen.
Ich habe aber beruflich bedingt Einblicke in deren Arbeit und Ausbildung, wie in andere Teile der Behörde. So das nur vorweg, jetzt kommt mein Beitrag:
Ich bin sicher, dass es nicht ausreicht, zu betrachten, dass die Polizisten keine „Kameradenschweine“ sein wollen. Folgende drei Punkte sind viel relevanter, behupte ich:

  1. Polizisten werden so geschult, dass sie sich in gefährlichen kritischen Situationen unbedingt aufeinander verlassen können, das Leben kann davon im Extremfall abhängen. Darum darf as Team nicht gestört werden. Eine Denunziation kippt das System, ich denke gerade auch an die Malcom Fox Figur es schottischen Krimiautors Ian Rankin, der als interner Ermittler dieses Thema sehr schön durchexistiert.
  2. Die Poliszisten haben einen beschissenen Arbeitgeber, der sie ständig in Situationen der Überforderung schickt. Chronische Unterbesetzung, schlechte Ausbildung und Witerbildung, anachronistische Hierrarchische Systeme, außerordentlich mangelhafte Personalführung etc belegen dies, der Berliner Schießstandskandal (übrigens ein sehr interessantes Thema für Euch) lässt dies leicht erahnen, so geht es auch mir, der die Polizei nur am Rande kennt. Sie sind daher immer wieder in Situationen, in denen sie ermessen müssen, wie schwer der aktuelle Fall gerade liegt. Sie sind also ständig mit der Frage überfordert, ob das eigene Verhalten und das der Kolleg*innen bzw. des Teams gerade angemessen, ist bzw. wie schwer der Grad der „Verfehlung“ zu bewerten ist.
  3. Die, die sich für die Berufswahl entscheiden, kommen zwar aus unterschiedlichsten Milieus und Schichten. Oft sind es aber junge Menschen, deren Vorstellung von Gerechtigkeit, Moral, Macht, exekutiver Romantik und Respekt sie zu diesem Beruf führt. Selten gehören sie zu den jungen Leuten, denen das Reflektieren gesellschaftlicher Fragen besonders leicht fällt.
    Ich bitte um Verzeihung, wenn ich in der kürze der Zeit, die ich habe, den Brief zu schreiben, auf Pauschalisierungen zurückgreife. Ich will nämlich meinerseits niemanden verletzen oder diskreminieren, aber dies zu sagen ist mir ein großes Anliegen.

Servus,
Das ist eine gefährliche Herangehensweise, wie hier armunetiert wird. Ich sage nicht das diese Perspektive an sich falsch ist. Sie richtet sich nur auf das falsche Thema. Klar wenn es, wie oben argumentiert ist, sich im Vergleich um „Kleinkram“ dreht, halte ich es auch für sinnvoll die Integrität der Truppe höher einzuschätzen, aber! Morddrohungen und worum es sich hier noch dreht mit solchen Argumenten zu relativieren ist absolut falsch. Es geht hier nicht darum das einer seine Currywurst nicht bezahlt hat. Das ist auch keine Gewissensfrage nach dem Motto soll ich oder soll ich nicht. Das nicht anzuzeigen ist wiederum mehr schädigende für das Team. Die Ansicht die gesamte Truppe ist ein brauner Bruderschaftsverein steht dann viel schneller im Raum. Das ist ja eben das Problem auch mit der Aussage von Seehofer, die Polizei braucht keine Untersuchung zu den Thema. Gut das es da auf Seiten der Polizei weitsichtigere Personen gibt.
MfG