(Fortsetzung)
II. Wie Einkommens- und Prämienrente berechnet und ausgezahlt werden [4],[5]:
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Einkommensrente (Umlage-Rente)
16 % vom Gehalt wandern auf ein virtuelles Rentenkonten, auf dem jede Krone festgehalten wird, eingezahlt. Das Guthaben auf diesem Konto wird jedes Jahr mit der Reallohnentwicklung „verzinst“. Das gilt aber nur, solange die Kosten des Systems nicht die Einlagen übersteigen. In diesem Fall werden sowohl die Einlagen der Arbeitenden als auch die laufenden Rentenzahlungen jährlich verringert, bis das System wieder ausbalanciert ist.
Beim Eintritt in die Rente, wird der gesammelte Betrag auf die zu erwartende Lebensdauer verteilt und damit die monatlichen Rentenbezüge errechnet. Personen, die früh versterben gleichen die Zahlungen der länger Lebenden aus [4]. Sinken die Reallöhne jedoch zu stark, können die Auszahlungen im Vergleich zum Vorjahr auch verringert werden.
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Prämienrente („Aktien-Rente“)
2,5 % vom Gehalt werden bei einem zertifizierten Anbieter oder dem staatlichen AP7-Fond angelegt. Beim Renteneintritt kann das angesparte Geld
– in eine garantierte staatliche Zusatz-Rente umgewandelt werden oder
– die Fond-Gesellschaft verkauft monatlich die notwendigen Anteile um die Rente zu auszuzahlen.
In beiden Fällen errechnet sich die Höhe der monatlichen Rente auch hier nach der durchschnittlichen Lebenserwartung. Man kann erwirken, dass für seinen Ehe- oder Lebenspartner die Rente nach dem eigenen Ableben weitergezahlt wird, wodurch sie aber sinkt wgn. der längeren Auszahldauer.
III. Aktuelle Wirkung der Prämienrente („Aktien-Rente“) [5],[6]
Wie oben beschrieben gibt es aktuell noch 3 Teile der Rente, die Einkommens-finanziert sind. 16 Prozent des Einkommens gehen in den Umlage-Teil, aus dem dann die neue Einkommensrente, sowie teilweise noch die Zusatzrente des alten Systems bezahlt werden. 2,5 % des Gehaltes gehen in den Kapitalgedeckten Teil, die Prämienrente. Das entspricht also ca. 13,5 % (2,5 geteilt durch 18,5) der
gesamten Einkommens-finanzierten Rente.
Genauso lassen sich die jährlichen Rentenauszahlen (siehe Kap. V) der Prämienrente denen der Umlage-Renten gegenüberstellen [5]:
Dabei wird klar, dass die Prämienrente bei den Gesamtauszahlungen der Einkommens-finanzierten Rententeile (Alle im obigen Bild, außer der Garantierente) erst einen deutlich kleineren Anteil als bei den Einzahlungen hat, (eigene Zusammenstellung aus [6]):

Man muss hierbei allerdings berücksichtigen, dass es sich bei der Prämienrente quasi um ein individuelles Ansparen handelt. Entsprechend haben Schweden, die z.B. 2020 in Rente gehen erst seit 1999 in die Prämienrente eingezahlt aber schon viel länger gearbeitet.
Beispiel: Ein Schwede fängt 1979 an zu arbeiten. Ab 1999 zahlt er 2,5 % in die Prämienrente ein. 2019 geht er in Rente. Dann hat er theoretisch, bei konstantem Gehalt, auf seine Lebensarbeitszeit gerechnet, nur 1,25 % seines Gehaltes in der Prämienrente eingespart.
Dementsprechend sehen die jährlichen Rentenbezüge pro Person aus der Prämienrente, nach Altersgruppen aufgeschlüsselt, 2020 so aus [6]:
- 62 - 64 Jahre: 13.328 kr pro Jahr
- 65 - 69 Jahre: 13.779 kr pro Jahr
- 70 - 74 Jahre: 8.794 kr pro Jahr
- 75 - 79 Jahre: 4.247 kr pro Jahr
- 80 - 84 Jahre: 1.808 kr pro Jahr
Die jüngeren, Rentner, die erst vor kurzem in Rente gegangen sind und entsprechend länger in die Prämienrente eingezahlt haben, erhalten also deutlich höhere Auszahlungen.
Die heutigen schwedischen Rentner hätten, würden die 18,5 % der heutigen Arbeitnehmer komplett in die Umlage-Rente fließen, wohl eine höhere Rente.
Ob die Prämienrente also wirklich einen Netto-Gewinn für den die Einzahler bringt, lässt sich vermutlich wohl erst sagen, wenn es ausreichend Schweden gibt, die ihr ganzes Arbeits-Leben sowohl in die Einkommensrente als auch in die Prämienrente eingezahlt haben.