Die Friedensbewegung ist nicht grundsätzlich wissenschaftsfeindlich. Sie verfolgt nur einen anderen Ansatz. Und werbefreie Innenstadt wird in Genf gerade umgesetzt. Bis 2025 soll Genf werbefrei sein.
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Sie verfolgt einen anderen Ansatz, der in der realen Welt nicht funktionieren kann, wenn sich nicht jeder daran hält. Pazifismus ist keine Einbahnstraße. Der Angriffskrieg der Ukraine stellt das doch, wie unter einem Brennglas, dar.
Und wo ist der wissenschaftliche Beweis, das eine Auflösung der NATO einen positiven Effekt hat? Oder das die Aufhebung aller Sanktionen etwas positives bewirken?
Das alles als
zu erklären, halte ich für falsch.
Das Verbot der Werbung in Genf zeigt das es zwar umsetzbar ist, aber auf keinen Fall, dass das eine gute Idee ist. Der Stadt fehlen dadurch „4,5 Millionen Franken an Einnahmen“. Diese Einnahmen fehlen an anderer Stelle. Ob sich das lohnt, wage ich zu bezweifeln. Mal ganz nebenbei: Was ist überhaupt das Argument für ein Verbot von Werbung?
Ich möchte auch nicht das Wahlprogramm von „Die Linke“ diskutieren. Ich denke aber schon, das darin einige Dinge gefordert werden, die wissenschaftlich zumindest fragwürdig sind. Insbesondere im Hinblick auf die Außen- & auch Finanzpolitik (v.a. Finanzierbarkeit der Forderungen). Womit wir wieder bei meiner Ausgangsthese sind, dass das Problem nicht auf Konservative beschränkt ist, sondern im gesamten politischen Spektrum vorliegt.
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ExMod
50
Dein Umgang mit diesem Beispiel zeigt, dass Du es zwar gelesen hast, aber nicht daran interessiert bist, es auf Dich wirken zu lassen. Dass sich das für die Diskussion hier im Forum lohnt, wage ich zu bezweifeln. Mail ganz nebenbei: Warum so aggressiv?
Ich habe mich mit dem Artikel befasst, aber sehe das trotzdem kritisch. Ähnlich dieses Kommentars aus der taz. Auslöser der Debatte für ein Werbeverbot in Genf war laut dem Tagesschau-Bericht einmal, dass „mehrere hintereinander auf dem Trottoir installierte Plakatwerbewände die Sicht“ versperren. Zum anderen, dass „Zwei Wochen lang blieben 3500 Plakatflächen leer“ und diese dann von den Bürgern anderweitig genutzt wurden. Außerdem gibt es scheinabr (anscheinend?) einen UN-Bericht zu kulturellen Menschenrechten, der sagt, dass „Kommerzielle Werbung […] uns zu schädlichem Verhalten für Menschen und Umwelt“ drängt. Den Bericht finde ich leider aber nicht. Diesen würde ich aber gerne lesen. Es kann gut sein, dass dieser genau die wissenschaftliche Basis liefert, an der ich beim Werbeverbot zweifle.
Ich finde nicht, dass ich aggressiv bin. Ich habe versucht stets faktenorientiert zu bleiben. Es tut mir schon mal leid, wenn das anders herüberkommt. Woran machen Sie meine Aggressivität fest @ExMod?
Persönlich finde ich die Diskussion durchaus lebhaft, aber in keiner Weise persönlich und/oder aggressiv.
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David
52
Nur weil man mal „zufällig“ auf der „richtigen“ Seite ist, ist das kein wissenschaftsorientiertes, realistisches Denken, sondern eben ein glücklicher Treffer.
Imho haben alle Parteien ihre Probleme mit der Wissenschaft, wenn eine wissenschaftliche Erkenntnis der eigenen politischen Agenda gegenübersteht. Und da gibt es mehr als nur Klima.
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Jede Partei hat insofern mit Wissenschaft ein Problem, sofern es die Besitzstandswahrung der Mitglieder und Wähler betrifft. So zweifelt der Öko dann schon mal den Nutzen von Windrädern an, wenn sie den Wiederverkaufswert seiner Immobilie gefährden.
Dies ist aber bei konservativen Wählern ausgeprägter als bei progressiven. Und das spiegelt sich dann auch bei den Parteien entsprechend wieder. Die SPD ist übrigens auch konservativ, nur nicht auf der Selbständigen-/Arbeitgeberseite.
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Ich glaube ich sehe das anders:
Wenn ich mir den Zustand des Landes so ansehe dann weiss ich nicht was du meinst.
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Des dürften aber auffällige Häufungen auf Seiten der Konservativen sein. @sebs303 hat eine gute Aufzählung der Versäumnisse der überwiegend konservativen Regierungen gemacht. Stelle einfach deine Gegenbeispiele von erfolgreichen Reformen oder überhaupt irgendwelcher Kursänderungen der Konservativen gegen den Widerstand der Progressiven dar. Wenn es welche gibt, werden es nicht viele sein. Mir fällt keines ein, sonst würde ich es hier schreiben.
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Ergänzung: unnütze aber schädliche Verfolgung von Drogenkonsum
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Ergänzung: ein strukturell dem demographischen Wandel nicht gewachsenes Rentensystem
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lib
58
Love it! Der einzige Folge-Logikfehler ist meines Erachtens, dass eine andere politische Partei mit der bestehenden Verwaltung und Bürokratie dies ändern könne;
Man kann ja nur seine Legislative, nicht aber seine Exekutive in einer parlamentarischen Demokratie ändern. Oder anders: es gibt keine Partei, die einen Großteil der Gesetze und Beamten abwählen möchte - weil der Staatsapparat schon einen zu großen Teil der Wählerschaft ausmacht. Oder wie manchmal frohlockend gesagt wird: Wir sind schon bei über 50% Staatsquote in Deutschland.
Judikative sollte möglichst unabhängig bleiben, dafür bräuchte es jedoch eine (mindestens finanziell) unabhängigere Presse.
Privatisierung von ehemaligen Staatskonzernen. Telekom, schau, wie gut und günstig unser Mobilfunk ist. Oder die Bahn: Wie effizient, pünktlich und nur die Vorstandsgehälter sind noch stärker gestiegen als die Schulden.
Oh, Moment…
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Es geht mir hier nicht nur um Parteien, sondern darum, dass diese Liste die Folge konservativer Wirtschafts- und Sozialideologie in mehr als nur der CDU/CSU ist. Grüße gehen raus an den Seeheimer Kreis.
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Ohne Ironie meinte ich ERFOLGREICHE Kursänderungen … Du kennst also auch keine anscheinend. Vielleicht meldet sich noch jemand.
Mike
62
Der Begriff „Konservativ“ ist ja nicht unbedingt ein Synonym für Veränderung. Konservative Parteien streben ja eher nach der Bewahrung des (in der Regel als positiv empfundenen) IST-Zustandes. Oder nach der „Wiederherstellung“ eines solchen. Die 16 Jahre Merkel-Regierung waren auch eher geprägt von bedächtigem Aussitzen, wenn es um tiefgreifende Veränderungen geht. Daher finde ich manche Äusserungen der aktuellen Opposition immer etwas grenzwertig, wenn auf die Versäumnisse der letzten Jahre hingewiesen wird, welche die jetzige Regierung doch bitte fix aufarbeiten soll.
Wissenschaft ist ja eher auch Neues, auf Veränderung aus. Das beisst sich halt schon mit dem Wunsch nach Erhalt des Status Quo. Die Erde war lange eine Scheibe…
Matder
63
Die Konservativen stehen meiner Meinung nach einfach dafür, den Menschen „zu versprechen“ das sich mit Ihnen so wenig wie möglich ändert.
Insbesondere wenn man Alt ist oder wenn es einem sehr gut geht will man halt genau das. Und dementsprechend sieht auch die konservative Wählerschaft aus.
Wissenschaft steht dabei eigentlich vor allem beim Klimaschutz im Weg. Aber der Motorenbau bei BMW ist ja beispielsweise auch eine Form von angewandter Wissenschaft und da helfen konservative Politiker bekanntermaßen wo sie nur können.
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Sie haben nicht grundsätzlich ein Problem mit Wissenschaft, sondern eben mit allem - und dann eben auch mit Wissenschaft - wenn es um die Frage geht, ob man etwas NEUES versuchen soll. Da ist der konservative Reflex Ablehnung, denn das NEUE ist unheimlich, während das Bekannte sich bewährt hat in ihrer Ansicht.
Wenn der bewährte BMW-Motor durch raffinierte Veränderungen des Brennraums mehr Leistung bringt und weniger Spirt braucht, dann ist das ein Innovationsschritt, den eine konservative Person begrüsst. Als dieser Motor durch einen Elektromotor ersetzt werden sollte, tat sich die konservative Person noch vor 5 Jahren recht schwer. Damals war es zuviel des Neuen, inzwischen ist das allmählich gegessen.
Es fehlt den konservativen Menschen mE schon auch die Vorstellungskraft, neben der allgemeinen Angst vor Veränderung. Eine eher lineare Weiterentwicklung von Technik oder auch Gesellschaft in kleinen Schritten geht auch mit wenig Vorstellungskraft. Eine revolutionäre Idee, eine vollständige Infragestellung von bisher Geglaubtem ist eine Überforderung und wird deshalb abgelehnt.
Andersherum ist aber auch wahr, dass Progressive nicht vor Dummheit, Selbstüberschätzung, Fehleinschätzung, Unausgegorenheit ihrer Ideen gefeit sind.
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Ist halt einfach nicht die zeit für ‚lineare‘ Entwicklungen. Die werden halt immer seltener. Dadurch ist das konservative Weltbild immer öfter obsolet und muss leider vom Verfassungsgericht korrigiert werden.
Wie z.B. der 2005 verkündete Turbosteamer?
Motorenbau ist am Ende, was die Effizienzsteigerung angeht. Die machen das über die Gesetzgebung und nicht Einsparungen. Zur Not halt auch mit Betrug und Realitätsverbiegung
Siehe Dieselgate oder Modelle zur Verbrauchsberechnung. Es gibt am Ottomotor hier und da ein Prozentchen zu gewinnen, aber z.B. 15% wären schon massiv.
Dabei werden Forschungsgelder umgeleitet, die eigentlich in progressivere Verkehrsmodelle fliessen könnten … Radfahren z.B. - Eigentlich alles Bedienung an Öffentlichen Geldern, damit in Bayern weiter schön große KFZ gebaut werden können.
Matder
66
Okay das habe ich wohl zu stark verkürzt formuliert.
Ich trenne einerseits den politischen Begriff des Konservativismus, der ja tatsächlich alles möglichst unverändert lassen will und andererseits die konservativen Parteien und Politiker, also allem voran die Unions-Parteien.
Die Unionsparteien „tun“ meiner Ansicht nach nur so, als seien sie tatsächlich konservativ um einerseits bestimmte Wähler anzusprechen und andererseits bestimmte Gesellschaftliche Entwicklungen, z.B. die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen, auszubremsen.
Tatsächlich handelt es sich bei den Unionsparteien eher um Macht-pragmatische Parteien und zwar noch mehr als bei allen anderen Parteien. Selbst bei der AfD sind mMn insgesamt mehr dabei, die die furchtbaren Ansichten der Partei tatsächlich „im Herzen tragen“, aber das nur am Rande.
Unter welchen Kanzlern sind den die größten gesellschaftlichen Veränderungen der Nachkriegszeit gelaufen?
- Adenauer: Wiederbewaffnung, Ausrichtung nach Westen und Atomenergie
- Kohl: Wiedervereinigung, Euro beschlossen und Gas aus dem „Reich des Bösen“ (Planungsbeginn: Nordstream 1)
- Merkel: Abschaffung der Wehrpflicht, Ausstieg aus der Kernenergie
Wenn es Macht-politisch erforderlich ist, dann dreht die Union sich sehr schnell und ist bereit alles Bisherige aufzugeben, da bin ich sehr sicher.
Das wollte ich eigentlich sagen. Ob ein Thema wissenschaftlich ist oder nicht, das ist „den Konservativen“ dabei meiner Ansich nach zweitrangig.
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Die von ihnen aufgeführten Beispiele der Veränderungen unter konservativen Kanzlern oder Kanzlerinnen zeigt sehr deutlich, dass es nicht die gesellschaftlichen Entwicklungen sind, die die Union vorangetrieben hat, sondern die technologischen. Einzig der Ausstieg aus der Kernenergie kann ein bisschen in den gesellschaftlichen Bereich gezählt werden, dieser ist aber Fukushima geschuldet und nicht den gesellschaftlichen Realitäten.
Grundsätzlich hat der konservative kein Problem mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie müssen nur der Devise folgen, dass sie einen Fortschritt in der Wirtschaft bringen, aber das gesellschaftliche Zusammenleben nicht beeinflussen.
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