Sie haben offensichtlich die anderen Threads zu dem Thema nicht gelesen.
Der Vorwurf an die Polizei ist die Durchsetzung und nicht die Anordnung von Maßnahmen. Diese liegt bei der Polizei.
Ihr emotio ratio Vorwurf ist bedauerlicherweise eine einfache Delegitimierungsstrategie. Die nur funktioniert, da sie die Forderung bzw. Kritik an die Polizei ad absurdum führen, weder im Podcast noch im Forum wurde gefordert bei sämtlichen Querdenker Demos zu jeder zeit alles druchzusetzen was möglich ist. Im Gegenteil es wurde gefordert, überhaupt die Querdenker Demos als entpsrechendes Problem wahrzunehmen bei dem Handlungsdruck besteht, das ist schwerlich eine emotionale Überreaktion, sondern vielmehr ein Appell an die Polizei die ihr zugedachte Funktion auch zu erfüllen oder dies zumindest zu versuchen. Andernfalls würde man sich wohl die Fragestellen müssen, ob die angehäufte Machtfülle der Polizei überhaupt legitimiert werden kann. Über die konkreten Maßnahmen kann man anschließend sprechen, man glaubt oft gar nicht was die Polizei so alles machen kann und macht.
Auch ihr Anarchie Verweiß ist eine deratige Zuspitzung. Zum einen durch Chaosängste emotional aufgeladen, zum anderen bar jeglicher Realität. Denn selbst, wenn dem so wäre, dass eine durchgreifende Kontrolle jeglicher Querdenker Demos, die gesamten Ressourcen der Polizei schlucken würde (was noch zu belegen wäre) dann hätte dies immer noch niemand gefordert. Ohnehin ist die Frage von Durchsetzung und Ressourcen ein Optimierungsproblem und taugt daher nicht, um die Podcast angesprochene Kritik zu verwerfen. Die Optimierung stellt Fragen von Kompromiss und Abwägung sprich von der Menge der Ressourcen, dem Einsatz von Ressourcen und dem Ziel. Entsprechend haben viele hier im Forum gefordert, dass vorhandene Ressourcen vor allem gezielt gegen Großdemonstrationen eingesetzt werden bzw. die schon verwendeten Ressourcen auch zum Einsatz kommen (Stichwort nebenherfahrender Wasserwerfer). Dieses Optimierungsproblem hat zahlreiche Lösungsmöglichkeiten, nur zielt die Kritik des Forums und Podcasts nicht darauf ab, sondern setzt weiter vorne an, in der schlichten Anerkennung des Problems der Querdenker.
Hinzu kommt - sie scheinen nicht in einer Großstadt mit entsprechend großen Querdenker Demos zu leben, sonst würden sie vielleicht mit einbeziehen, dass eben die Großdemos in bestimmten Gebieten ein derartiges Chaos vor dem sie sich fürchten in Ansätzen erzeugen insbesondere auch für bestimmte Personengruppen. Aus Angst vor übergriffigen Nazis und Querdenkern, aus Angst vor Infektionen, meiden die Bewohner regelmäßig die Gebiete um die Demos und entsprechend auch die Öffis.
Der Verweis auf linke Demos soll eben nur die Problemwahrnehmung darstellen und in einzelnen Fällen aufzeigen, welche Ressourcen vorhanden und mobilisiert werden, wenn die Problemwahrnehmung durch Polizei und Staat entsprechend hoch sind. Das ist ein Verweis auf das Optimierungsproblem nicht ein Aufruf dass überall so zu machen.
Ich lehne mich glaube ich nicht all zu weit aus dem Fenster, wenn ich unterstelle, dass hier ein tendenziell konservatives Weltbild inhärent ist, welches Chaosängste überspitzt, linke Demonstrationen überschätzt bzw. nur die besonders „harten“ im Blick hat, während bei Querdenker Demos lediglich die 150 Spaziergänger in irgendeinem Dorf betrachtet werden. Für den Emotionalitätsverweis hängt mir in der Betrachtung zu viel des eigenes Weltbildes mit drin, welches durch die verabsolutierte Zuspitzung ein derartig riesigen Graubereich aufmacht, der jedoch Ignoriert wird, mit dem Zweck geradezu jegliche Kritik an der Polizeiarbeit von vorne hinein zu delegitimieren. Zugespitzt könnte man sagen ihre Thesen laufen auf ein Nullsummenspiel von Chaos oder Demos unkontrolliert laufen zu lassen hinaus.