Pflegenotstand: Was wären Alternativen zu Fallpauschalen?

Die Fallpauschalen werden jedes Jahr auf Basis empirischer Daten reflektiert: Da sich die typischen Kosten verschiedener Behandlungen durch den medizinischen Fortschritt wandeln, wird das System stetig weiterentwickelt. Das geschieht auf Basis des § 17b Abs. 3 KHG, der das G(ermany)-DRG-System als lernendes System vorsieht. Den Ausgangspunkt hierfür bildet die Forschung des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) - gegründet von der Selbstverwaltung, um einerseits die Datengrundlage für die Vereinbarung des Entgeltsystems aus den Ist-Kosten einer Auswahl von Referenz-Krankenhäusern zu berechnen. Andererseits führt es die Begleitforschung nach § 17b VIII bis X KHG durch, die die Auswirkungen und etwaige Fehlprognosen ermittelt und Möglichkeiten zur Ausbesserung des Vergütungssystems evaluiert.

Eine Fehlkalkulation oder eine veraltete Kalkulation der Fallpauschalen würde ich in jedem Fall ausschließen. Die Gründe liegen nicht (!) bei den Fallpauschalen → Hier nochmal verlinkt, damit ich nicht jeden Post dazu zuspamme :smiley:

Das Problem der Spezialisierung ist bekannt. Dagegen gibt es aber nach § 17b Abs. 1 Satz 6 bis 9 KHG und §§ 5 f. KHEntgG Sonderentgelte. Die Privatisierung an sich ist aber nicht das Problem. Witzigerweise sind Patient*Innen mit Privaten zufriedener als mit Öffentlichen oder Freigemeinnützigen. Das liegt mMn v.a. am Investitionsstau im öffentlichen Sektor (letzter Absatz im verlinkten Artikel).

Das ist eine schöne Vorstellung, aber leider nicht absehbar, wenn „der Staat“ in Form der Länder es nicht einmal gebacken kriegen, die Investitionskosten zu stemmen. Woher soll dann das Geld genommen werden, wenn Krankenhäuser sich nicht einmal mehr ans Kostendeckungsprinzip halten müssen? Lieber die private Krankenversicherung abschaffen. (letzter Absatz im verlinkten Artikel).

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