Öffentliches Laden zu einseitig erzählt

Moin!

Ich finde es schade, wie einseitig ihr über die Preisgestaltung vom öffentlichen Laden berichtet. Natürlich kann man da noch einiges verbessern, aber dass das Tanken als das Non-Plus-Ultra dargestellt wird, das für E-Autos 1 zu 1 kopiert werden muss, stört mich.

Ich selbst habe kein Auto, miete mir aber hin und wieder welche für die Langstrecke E-Autos, so bin ich gerade von Berlin nach Kiel gefahren und in den letzten Sommerferien von Berlin in den Norden Italiens. Sobald ich das E-Auto sicher habe, schließe ich dann für einen Monat halt das Abo bei EnBW ab und kann mir dann sicher sein, dass ich bei jeder Ladestation für 39 Cent laden kann - seit Jahren!

Bei Tankstellen haben alle ihren eigenen Preis, der sich gefühlt 27 mal am Tag ändert. Immer muss man sich damit auseinandersetzen, wo ist die günstigste Tankstelle - zugegeben, der Preisunterschied ist nicht so groß wie beim Laden - und wann ist der beste Zeitpunkt.

Bei meinen Fahrten habe ich dann einfach immer EnBW angesteuert und wusste genau, was es mich kosten wird. Die Dichte ist groß genug, jedenfalls für Deutschland und Österreich. Für Norditalien hatte ich mir noch eine Karte & die App von Elli (Ionity) geholt, aber den Abschluss des Abos aufgeschoben. Und da wir wenig vor Ort gefahren sind, brauchte ich das gar nicht. In der EnBW App kann ich auch einfach nach dem Preis inkl. Roaming filtern.

Ja, an der Autobahn muss man mal ein paar hundert Meter abfahren, aber Tank & Rast tut ja sowieso alles, um mich als Besucher von Autobahnraststätten zu vertreiben.

Wie gesagt, ich finde auch, dass etwa das Laden ohne Abo günstiger sein sollte bzw. nicht, dass alles perfekt ist, aber ich gehöre auch nicht zu denjenigen, die sich das Preis-Chaos von der Tanke zurückwünschen, nur weil man sich daran gewöhnt hat. Von einem E-Podcast würde ich erwarten, dass neben den unbestrittenen Nachteilen auch die Vorteile erwähnt werden. Und in Zeiten von ChatGPT & Co ist es auch nicht besonders aufwändig, den passenden Tarif für fast jeden Bedarf zu finden.

Gruß, Johannes

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Seh ich genauso. Einzige Anmerkung: für solche Fahrten würde ich eher ein ionity (oder Electra) Abo zu nutzen. Haben wir gerade die Italien tour gemacht… Sind echt gut ausgebaut mittlerweile und sehr günstig im Abo.

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Aktuell ist das Problem beim öffentlichen Laden ja wohl nicht die Zahl der Ladepunkte, sondern eher die Verteilung.

Anbieter packen die dort hin, wo es einfach und kostengünstig ist, weniger wo sie wirklich gebraucht werden.

Scheint immer noch ein Thema zu sein, wenn es nicht nah der Haustür geht.

Siehe u.a. Seite 9.

Ich stimme dir zu, dass die Ladepunkte zum Teil ungleichmäßig verteilt sind. So gibt es Straßen, in denen 5 Ladepunkte auf 100 m kommen und im selben Stadtteil gibt es Wohngebiete, wo kein Strom einziger Ladepunkte im Umkreis von 1 km ist.

Ein ökonomisch orientierter Ladesäulenbetreiber ist aber ja auch an einer gute Auslastung interessiert. Also stimme ich dir in dem Punkt nicht zu oder ich verstehe ihn nicht richtig :slight_smile:

Ein Punkt ist das an einer Stelle viele Ladesäulen installiert werden aus genannten Gründen, aber die Auslastung gering (zu viele für eine eher geringe Nachfrage) und somit auch für den Anbieter nicht zufriedenstellend ist. Weil halt unterm Strich weniger verdient wird.

Die Preisfindung ist nur eine Komponente der Kritik. Die fehlende diskriminierungsfreie Bezahlung, intransparente Preiskomponenten, und der weitgehende Abozwang mit Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Fallen (CPO, MSP) sind trotz AFIR immer noch ein mafiöses Gemengelage.
Während das vielbejammerte „Benzinpreischaos“ sich in der Variabilität in der Grössenordnung von 10% bewegt, haben wir bei den Fahrstrompreisen nicht selten 80-200%, bei Vorlage der falschen Kundenkarte oder Verwendung von Kredit/Debitkarte.

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Der Staat hätte die Gewährung von Förderungen grundsätzlich daran binden müssen, dass die Betreiber die Säule jedermann zu fairen Konditionen (z.B. Strompreis max. x% über dem Einkaufspreis) zur Verfügung stellen. Ich gebe dir daher Recht, diese ganzen Abo-Modelle hätten von Anfang an unterbunden werden müssen.

Aber wie bei so vielen Bereichen verpennt unser Staat solche Dinge leider konsequent, u.a. wegen der neoliberalen Grundausrichtung alá „Der Markt wird es schon regeln“. In dem Moment, in dem der Staat den Markt subventioniert, muss er endlich auch konsequent Aspekte zum Vorteil der Kunden regeln.

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