Notwendigkeit ÖPNV-Ausbau

Wobei ich ( reine Opnv und Rad Nutzerin) der Meinung bin, bevor ich den Leuten etwas wie Parkplätze Weg nehme sollte ich Alternativen anbieten, wie ein ÖPNV mit dem auch Arbeitnehmer die in Schichten arbeiten müssen, auch zu den Randzeiten in einer annehmbaren Zeit zur Arbeitstelle kommen,bzw nach Hause und das nicht in der dreifachen Zeit oder länger.

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Grundsätzlich verstehe ich das mit der Pendelzeit. Ich kenne allerdings jemanden im 9-5 Bürojob, der mit ÖPNV 30 Minuten, mit dem Rad 10 und mit dem Auto 10 Minuten pendelt. Ersteres ist ihm zu lang, zweiteres macht er nicht, wegen der vielen Autos auf der Strecke (!) und darum fährt er lieber mit dem Dienstwagen von Tiefgarage zu Tiefgarage und geht dann abends schöner sporteln.
Ich habe vor kurzem gelesen, dass 90% der Verkehrsausgaben für den MIV in meiner Stadt anfallen, obwohl dessen Anteil im modalen Split nur 25% beträgt, von der Verschwendung öffentlicher Flächen und der Versiegelung ganz zu schweigen.
Alles grotesk

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25% an Fahrten oder an Kilometern?

@Margarete In den letzten drei Beiträgen bildet sich ein neues Thema heraus. Kannst du die Beiträge in einen eigenen Strang verschieben? Mein Vorschlag für einen Titel: Zukunft des Autoverkehrs.

Weniger ausgeprägt, bei Personen Kilometer in sind es tatsächlich 53% MIV: https://web1.karlsruhe.de/ris/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00667401.pdf

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Problematisch ist bei einem Ausbau des ÖPNV immer der Faktor Rentabilität.

Wenn sich marktwirtschaftlich ein als Wirtschafts-Unternehmen geführter ÖPNV nicht rechnet, erfolgt kein Ausbau.

Entweder muss die Nachfrage sehr hoch sein, was in der Regel aber ein gut getaktetes Angebot voraussetzt,

Oder man streicht die Alternativen (Individualverkehr PKW) drastisch zusammen und zwinge die Menschen über entsprechenden Druck, den wie auch immer verfügbaren ÖPNV nutzen zu müssen.

Ich denke die zweite Variante wird sich zumindest aktuell nicht durchsetzen lassen, auch mit Blick auf Arbeitsplatz und Wohnort.

Öffentlicher Nahverkehr muss gestärkt werden. Er gehört zur Grundversorgung und ermöglicht allen Menschen Mobilität, nicht nur jenen, die sich ein eigenes Auto leisten können. Ein Angebot von so überragender Bedeutung darf nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden, sondern muss mit öffentlichem Geld unterstützt werden.

Was den Autoverkehr betrifft: Viele Menschen sind aus privaten oder beruflichen Gründen auf Autos angewiesen. Das ist vollkommen in Ordnung. Gleichzeitig ist zumindest in Ballungsgebieten der öffentliche Raum, der für Autos zur Verfügung gestellt wird, so riesig, dass es gegenüber Menschen, die sich anders fortbewegen, wirklich unfair ist. Da müssen wir ran, und zwar nicht erst, wenn alle Autofahrenden mit dem öffentlichen Nahverkehr und anderen Alternativen zufrieden sind. Das muss gleichzeitig geschehen. Anders geht es auch gar nicht. Wie soll ein attraktives Fahrradwege-Netzwerk als Alternative entstehen, wenn der dafür erforderliche Raum nicht umgewidmet wird? Das ist nicht unfair gegenüber Autofahrenden. Im Gegenteil: Die aktuelle Lage ist unfair gegenüber allen anderen. Und das nicht nur wegen des öffentlichen Raums, der in Beschlag genommen wird, sondern auch wegen des Lärms, der Abgase und des Feinstaubs, die die Lebenserwartung aller Menschen verkürzen. Zudem verursachen Autos mit Abstand die meisten und schwersten Unfälle. Paris, Barcelona und Wien haben es längst erfolgreich vorgemacht. Zeit, dass wir uns eine Scheibe abschneiden.

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Was halt auch „politisch“ schwierig ist:

Die Autoindustrie in Deutschland zählt ja (noch) als Schlüsselindustrie. Die verdient Geld damit, möglichst viele Autos zu verkaufen.
Damit garantieren sie Abeitsplätze und Steuereinnahmen. Das ermöglicht den Arbeitnehmern und dem Staat Handlungsfreiheit.
Auch wenn wir uns und viele andere einig sind, das wir nicht unbegrenzt Autos vertragen können:
Wie kriegt man argumentativ (mit der Wirtschaftsbrille) den Move weg vom Auto hin zu Alternativen hin?
Also wie kompensiert man ggf einen „Abschwung“ der Autoindustrie samt Zulieferer?

Stimmt, die Auto-Industrie ist wirtschaftlich bedeutend für Deutschland. Gerade deswegen sollte sie sich weiterentwickeln. Wir sehen gerade, wie der Export leidet, weil die Auto-Industrie zu lange am Gewohnten festgehalten hat und im Bereich der Elektro-Mobilität zurückgefallen ist – hoffentlich nur vorübergehend.

Der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg liegt nicht im Festhalten an der Vergangenheit. Das wäre ohnehin nur national möglich und für eine Exportnation wie Deutschland völlig aussichtslos. Die Lösung liegt im Gestalten der Zukunft. Aus meiner Sicht gibt es einiges, was die Auto-Industrie tun kann:

  • Nachdem die Modellpalette in den letzten 20 Jahren immer größer geworden ist und dadurch das Platzproblem in Ballungsgebieten zusätzlich verschärft hat, wäre es sinnvoll, wieder mehr auf attraktive kleinere Modelle zu setzen.
  • Ich gehe davon aus, dass neben öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad- und Fußverkehr auch Car-Sharing eine bedeutende Rolle für die Mobilität der Zukunft spielen wird. In dem Bereich kann die Auto-Industrie nicht nur passende Modelle liefern, sondern auch selbst als Dienstleisterin auftreten.
  • Wenn öffentlicher Nahverkehr gestärkt wird, entsteht auch zusätzlicher Bedarf an Bussen. Auch da kann die Industrie einen Beitrag leisten.
  • Vor allem kann sie Modelle entwickeln, die sich an den Bedürfnissen der internationalen Absatzmärkte orientieren, um den Export wieder anzukurbeln.

Zudem entsteht auf der anderen Seite auch Aufschwung im Bereich S-, U- und Straßenbahnen. Auch das ist wirtschaftlich bedeutsam. Ich kann mir vorstellen, dass es in diesen Bereichen auch für Zulieferbetriebe etwas zu tun gibt. Das ist aber nur eine Vermutung. Mir fehlt das technische Wissen, um das wirklich einschätzen zu können.

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Es ist offenbar schwer, ein etabliertes und immer noch lukratives Geschäftsmodell aufzugeben.
Zudem würde ein reiner Wechsel von Verbrenner zu eAuto ja nicht zwingend was an der Anzahl der Autos ändern, und auch nicht automatisch den ÖPNV attraktiver machen.

Was es zusätzlich zu deinen Vorschlägen braucht ist ein Wechseln im Mindset.
Also weg von der Idee, ein eigenes Auto besitzen zu müssen, und das der Indivudualverkehr die primäre Lösung ist. Da hängt auch Emotion dran (Auto als Statussymbol, mobile Freiheit), und aktuell oft eher schlechte Erfahrungen mit dem ÖPNV.
Da müssen schon viele Akteure an einem Strang ziehen, um da einen Wandel zeitnah hinzubekommen

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Stimmt genau. Daher die oben genannten Vorschläge zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, von Radwegen, von Car-Sharing und zur gerechteren Verteilung des öffentlichen Raums in Ballungsgebieten.

Wäre es nicht riskanter, nichts zu ändern? Was wäre die Alternative? China das Geschäft überlassen? Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Ich hoffe, so weit kommt es nicht.

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Bin ja bei Dir.

Bei so vielen Akteuren mit unterschiedlichen Zielen wird es halt schon aufwändig.

Muss nur einer loslegen

Deswegen halte ich viel davon da eher kleinteilig zu modernisieren. Wenn dann ein Viertel neu gestaltet wird und in diesem Zuge weichen Parkplätze mehr Platz für Rad- und Fußwege, mehr Platz für Erholung und mehr Platz für Lieferwagen, dann gibt es zwar auch Kritik, aver viele merken das erst spät oder letztlich gar nicht.

Es gibt nicht so einen Aufschrei wie bei großen Projekten. Und wenn in diesem Zuge die Zugänglichkeit von Parkhäusern sogar besser wird weil es davor weniger Stau wegen des parkchaos parallel zur Straße gibt finde ich sogar, dass es eine Win-Win Situation gibt. Und in der Summe dieser Maßnahmen entsteht dann auch ein nachhaltiger Wandel.

Aber hier und da wird es natürlich auch größere Änderungen brauchen die man verkaufen muss.

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Ich bin nicht beruflich sondern privat auf das Auto angewiesen, da ich ansonsten zu meinem Sportverein mit öffentlichen 2 Stunden (1 Weg, statt 40 Minuten) unterwegs wäre. Bei dem geplanten Umbau der Städte wäre ich dann gezwungen aus der Stadt aufs Land zu ziehen, was aber nochmal mehr Kilometer bedeuten würde, weil ich zusätzlich mit dem Auto auf die Arbeit fahren müsste. Wäre es dann in anbetracht dessen, das es bereits eh schon sehr viele Pendler gibt, nicht sinnvoll auch alle Bürogebäude usw. an den Rand der Stadt zu verlegen, so das niemand mehr für die Arbeit in die Stadt muss? Der ÖPNV wäre von der Stadt an die Randbezirke sinnvoll ausgelastet und alle von außerhalb müssen nicht rein. Und wenn man privat mal in die Stadt muss ( was eh viel seltener wird Dank Onlinehandel) ist auch der Außenbezirk gut per Park&Ride angebunden da es dort auch entsprechende Stellflächen gibt.

PS: und die frei werdenden Bürogebäude könnten zu Wohnungen umgebaut werden. Was wohl alleine in Frankfurt frei werden würde an Flächen.

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Warum?

Ich bin auch aufgrund des Hobbys regelmäßig auf das Auto angewiesen, aber mehr Radwege, weniger Stellplätze entlang der Straße und ähnliche Maßnahmen ändern doch daran rein gar nichts.

Ich für meinen Teil möchte das Auto in Städten nicht verbieten. Nur in Innenstädten (damit meine ich wirklich den inneren Kern) das Parken weitgehend auf Parkhäuser beschränken

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Der Innere Kern (Fußgängerzone) ist doch bereits Autofrei. Wenn man für Anwohner bei Ausweitung des “Inneren Kerns” dann zusätzliche Parkhäuser baut, weiß ich nicht wo der Platz dafür herkommen sollte in den dicht bebauten Städten. Wie gesagt, ist ja kein Problem die Stadt Autofrei zu machen, dann müssen nur auch die Jobs aus der Stadt raus an die Randgebiete.

Also auch Friseure, Einzelhandel, Gastronomie,… sind ja auch Jobs.
Wäre eine Innenstadt aber weniger attraktiv? :wink:

Ich rede eher von Bürojobs. Dienstleistungsanbieter können ja dann günstig in der Innenstadt auch wohnen, wenn die entsprechenden Flächen frei werden.

Wäre auch eine spannende Frage: werden Mieten und Immobilienpreise in einer autofreien Innenstadt eher teurer (mehr Lebensqualität) oder günstiger (schlechtere Erreichbarkeit) oder bleibt gleich (weil egal)?

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In allen Städten die ich besser kenne gibt es im Kern letztlich eine Hand voll Straßen die Fußgängerzone sind und drumherum neben mehreren Parkhäusern noch eine Vielzahl an Parkmöglichkeiten entlang der Straße die in einigen der Städten sogar günstiger sind als die Parkhäuser. Diese Parkplätze sind auch kein Anwohnerparken, weswegen die Anwohner teils Dauerplätze in einem Parkhaus buchen. Will man an einem Tag der voller ist ins Zentrum, so briacht man teils für die letzten einige hundert Meter auch mal 15 Minuten weil die Straße durch Leute die auf einen frei werdenden Parkplatz warten oder Paketdienste die in zweiter Reihe parken blockiert wird.

Bei uns wurde einer dieser Straßen von den parallelen Parkplätzen befreit und schon waren diese Staus Vergangenheit. Das ist doch wirklich für alle Beteiligten ein Upgrade. Oder findest du Stau wirklich das Nonplusultra welches man nicht angehen darf?

Negativ ist das wirklich nur für die, die bisher gekreist sind bis zufällig mal ein Parkplatz frei wurde. Vor dem Laden wo man einkaufen will konnte man nämlich quasi eh nie parken.