Nein, das tun sie nicht.
Die Schwierigkeit ist, Spengstoffexperten, Taucher und Ärzte (alle mit Tauchbefähigung für 70-80 Meter in low-visibility / low-temperature) zusammen zu führen, ohne, dabei Spuren zu hinterlassen.
Es gibt auf der Welt vermutlich keinen einzigen Freundeskreis, in dem die nötige Kompetenz und die nötige Bereitschaft für solche Aktionen zusammenlaufen. Hier muss man einfach mal realistisch bleiben. Solche Gruppen sind wie Boygroups - die werden gecastet, die bilden sich nicht selbst 
Damit machst du den typischen Fehler der Verschwörungstheoretiker. Die Hersh-These hat besagt, dass die USA im Rahmen ihres Manövers den Sprengstoff platziert haben. Diese These ist nun quasi offiziell widerlegt, die gesamte Hersh-These bricht unter diesen neuen Erkenntnissen zusammen. Statt das anzuerkennen fixierst du dich auf den kleinen Fetzen der Hersh-These, die übrig bleibt: Dass die USA ein Motiv hätten. Sonst nichts.
Sorry, aber was erwartest du, wenn es heißt, dass „nur Staaten“ das Know-How hätten? Dass alle 83 Millionen Deutschen dort runtertauchen müssen? Dass die Regierung dort runtertauchen muss?
Es ist doch klar, dass solche Aktionen, auch wenn sie von Staaten durchgeführt werden, von Kommando-Kräften begangen werden. Daher: Von einem kleinen Team hoch-ausgebildeter Spezialisten. Exakt diesen Fall haben wir hier.
Auch, dass die Gruppe professionell gefälschte Reisepässe hatten, deutet auf einen staatlichen Akteur hin.
Um das mal zusammen zu fassen:
Der Aufwand für diese Aktion ist nach den neuen Erkenntnissen, dass man Folgendes brauchte:
- Man muss in der Lage sein, größere Mengen wassertauglichen Sprengstoff zu erwerben oder herzustellen und zu transportieren (in einem Lieferwagen) sowie die Spuren zu verwischen.
- Man braucht erhebliche sprengstoff- und tauchtechnische Kenntnisse, um wirklich einschätzen zu können, wie man den Sprengstoff platzieren kann. Alleine dieses Wissen findet man vor allem in Kommando-Kreisen.
- Man braucht die Möglichkeit, professionell gefälschte Reisepässe herzustellen. Das setzt entweder staatliche Connections oder tiefe Verbindungen in kriminelle Organisationen voraus.
- Man braucht hochausgebildete Spezialisten (u.a. eine Ärztin), die bereit sind, ihr Leben und ihre Freiheit für diese Aktion zu riskieren.
Alles in allem ist weiterhin ein staatlicher Akteur extrem wahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich hier um eine staatsferne Gruppe handelt, welche die oben genannten Voraussetzungen klandestin, ohne Spuren zu hinterlassen, erfüllen kann (also Rekrutierung, Beschaffung und co.) ist weiterhin nahezu gleich Null.
Besonders interessant ist, dass die Spuren an Bord des eingesetzten Bootes offenbar gezielt nicht entfernt wurden (die Tagesschau spricht von einer Rückgabe in „ungereinigtem Zustand“). Das ist zumindest ein Indiz für eine False Flag-Aktion, weil diese „Unachtsamkeit“ nicht zum restlichen professionellen Vorgehen passt. Russland jedenfalls profitiert von diesen Schlagzeilen, die jetzt titeln, dass die „Spuren in die Ukraine führen“, schon massiv, denn das wird für die Unterstützung für die Ukraine eher nicht förderlich sein.
Ich würde daher festhalten, dass wir jetzt ein Stück weiter sind, aber immer noch keinerlei Aussagen zur Frage, wer verantwortlich ist, möglich sind. Aber die weiteren Ermittlungen (z.B. die anmietende Firma, der verwendete Lieferwagen) werden hoffentlich mehr Licht in’s Dunkel bringen.